GESICHTER

Menschen, die wir mögen. Menschen, die anders denken. Menschen, die Düsseldorf ein Gesicht geben. Düsseldorfer Menschen und ihre Lieblingsplätze.

Face to Face mit William Hunt

William Hunt ist ein Wahl-Düsseldorfer. Der in London geborene Künstler ist vor acht Jahren hierher gezogen, und hat nicht vor, die Stadt zu verlassen. In der Kunstwelt ist er vor allem für melancholische Musikauftritte in Extremsituationen bekannt, zum Beispiel unter Wasser, kopfüber von der Decke hängend oder unter dem Gewicht eines Klaviers zerquetscht – um nur ein paar Beispiele zu nennen. Wir wollten uns selbst ein Bild von diesem Künstler machen, und sprachen mit ihm bei einer Tasse Kaffee über seine Performances, die Face-to-face Beziehung zwischen Zuschauer und Darsteller, Körperpolitik und vieles mehr.

Cathleen Baumann

Nach einer unfreiwilligen, aber auch willkommenen Pause, kommt für Cathleen der Theateralltag wieder voll zurück. Nach Monaten der Corona-bedingten Schließung öffnen sich die Türen des Düsseldorfer Schauspielhauses im September 2020 endlich wieder. Doch auch zuvor herrschte eigentlich schon seit längerer Zeit der Ausnahmezustand für das Ensemble, da sich die Umbau- und Renovierungsarbeiten der Spielstätte am Gustaf Gründgens Platz länger hinzogen als erwartet – ganze vier Jahre. Cathleen hat als Schauspielerin ein sehr spontanes Naturell und ist an Veränderungen gewohnt.

Linnea Semmerling

Das Inter Media Art Institute “imai” nimmt die besondere Aufgabe wahr, mehr als 3000 Werke der Videokunst, sowie Dokumentationen von sechs Jahrzehnten lebendig zu halten. Darüber hinaus ist die Forschung zur Erhaltung dieser Aufnahmen ein zentrales Thema der Stiftung. Denn so wie Magnetbänder mit der Zeit porös werden, bedürfen auch digitale Datenträger einer ständigen Instandhaltung und Restauration. Ihre junge Direktorin Linnea Semmerling zog mitten im Lockdown von Brüssel nach Düsseldorf. Sie betreut das Film- und Videoarchiv unter einem sowohl künstlerisch-kritischen als auch technologisch-wissenschaftlichen Aspekt. Eine wahre Bereicherung für internationale Künstler und Kulturinteressierte, als auch für die Stadt Düsseldorf, die damit eine in Deutschland einzigartige Position zur Distribution von Videokunst innehat.

Nichts als Illusion? Ein Interview mit dem Künstler Stephan Kaluza

Die Entwicklung von Naturbeherrschung prägt das künstlerische Werk Stephan Kaluzas ebenso wie die Verhandlung des zerrütteten Verhältnisses von Mensch und Umwelt. In seinen Arbeiten – Gemälden, Fotografien, Theaterstücken, Romanen – setzt sich der 1964 in Bad Iburg geborene bildende Künstler und Schriftsteller intensiv mit Kreisläufen des Werdens und Vergehens in der Natur auseinander. Dabei geht es ihm weniger um eine Nachahmung der sichtbaren Wirklichkeit als um die Erforschung komplexer landschaftlicher Phänomene, die bisher wenig durchschaubar sind. Im Gespräch mit THE DORF erklärt er, wie wir Natur betrachten, was ihm das Anthropozän bedeutet, woher die Idee für sein berühmtes „Rhein-Projekt“ kam – und noch vieles mehr. 

Pavel Skates: True skate style since 1983 

Vom Industriecharme des ehemaligen Stahlwerkes an der Hansaallee ist nur wenig übriggeblieben. Nachdem die Arbeiter gegangen waren, zogen Künstler und Kreative ein. Die sind nun fast vollständig von geschäftigen Anzugträgern verdrängt worden. Aber eben zum Glück nur fast. Denn Donald Campbell hält mit “Pavel Skates” die Stellung.

Fredi Erdmann & Die Soundgärtner

Noch ein Geheimtipp, bald die neue Lieblingsband deines Deutschlehrers: Fredi Erdmann & Die Soundgärtner überzeugen mit poetischem Pop, der keine Angst vor Krach hat. Seit der Gründung vor knapp eineinhalb Jahren hat die Düsseldorfer Band bereits einige Erfolge zu verzeichnen. Wir haben den Nachwuchstalenten ein paar Fragen gestellt. 

Aylin Celik

Wer schon mal im zakk auf einem Poetry Slam war, dem kommt ihr Gesicht sicher bekannt vor: Aylin Celik ist Slam-Poetin aus Düsseldorf – und das schon ziemlich lang und vor allem ziemlich erfolgreich: Sie stand schon zweimal im Halbfinale der deutschsprachigen U20-Slam-Poetry-Meisterschaften und ist viel auf den deutschsprachigen Slam-Bühnen unterwegs. Ihre Texte sind gesellschaftskritisch, ironisch und gefühlvoll. Es geht um aktuelle politische Themen und Krisen: Rassismus und Sexismus – Diskriminierung an sich. 

R.F. ART: Urban Mash-Up

Die Stadt als Reizüberflutungsgebiet lässt nicht immer Raum und Zeit, um tiefergehende Gedanken zu fassen. Meist hasten wir von Ampel zu Ampel, schauen nur nach links und rechts, um die Straße zu überqueren. Auch wenn Düsseldorf keine richtige Großstadt ist, kann es darin schon manchmal recht unübersichtlich werden. Manchmal staut sich der Verkehr und man ist zum Anhalten gezwungen, manchmal fährt man aber auch freiwillig einen Gang runter und steigt aufs Rad oder geht zu Fuß. Und eventuell läuft man dabei der Street-Art von Roberto über den Weg. Um die Plakate des unter dem Namen “R.F. Art” aktiven Künstlers überhaupt zu sehen, muss man sich dem Stadtgebiet etwas aufmerksamer als sonst widmen und vor allem mehr als nur einen kurzen Blick übrig haben. Zwar springen die Plakate von Roberto – einmal entdeckt –  mit poppigen Farben ins Auge, so braucht es aber ein bisschen Weile und Verstand, um sie zu erfassen.

Annabell Makowski

Annabell Makowski ist zwar noch ein junger Hüpfer, in der Gastro-Szene aber längst ein alter Hase. Nach zehn Jahren Gastro-Erfahrung beschließt sie, ihre eigene Chefin zu werden.

Maxi Hoffmann | hap ceramics

Wenn kunsthandwerkliches Geschick, die Liebe für Design und der natürliche Zufall aufeinandertreffen, entstehen gewiss originelle Unikate daraus – so wie jedes einzelne Produkt von hap ceramics, dessen Name bereits verrät, dass mit Maxis Leidenschaft mehrere glückliche Zufälle einhergehen. Das Talent für Keramiken lag ihr möglicherweise schon in den Genen, denn ihre Mutter führte als gelernte Töpferin eine Töpferei, damals noch in der DDR. Seit sieben Jahren ist Düsseldorf die Heimat der gebürtigen Chemnitzerin, die vor allem durch die hiesige Kreativszene erst so richtig in der Stadt angekommen ist.