Greta’s Schwester

Die Düsseldorfer Autorin Christine Weissenborn hat im Dezember 2016 gemeinsam mit ihrer Schwägerin, der Illustratorin Sarah Neuendorf das zauberhafte Kinderbuch Gretas Schwester veröffentlicht. Darin geht es um Freundschaft, Freiheit und Fernweh, über Mut und Entdeckergeist, über Wanderlust, Wiedersehen und das kunterbunte Glück Familie. Exklusiv Für THE DORF THE MAG haben die beiden Greta, den Wal und Anuk, das Inselmädchen nach Düsseldorf verfrachtet und erzählen, warum Greta im Rhein schwimmt. Und was der Karneval mit der Südsee zu tun hat.

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Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein Kinderbuch zu machen? Das hat sich tatsächlich zufällig ergeben. Schon seit Jahren wollen wir zusammen arbeiten, da wir größte Begeisterung für unser gegenseitiges Schaffenswerk hegen. Letzten Sommer haben wir deshalb unseren gemeinsamen Blog Gretasfreunde.com gestartet. Weil wir Lust hatten, auf dieser Plattform etwas ganz Neues auszuprobieren, haben wir angefangen, die Geschichte rund um Gretas Schwester in digitalen Häppchen zu erzählen. Die Resonanz darauf war so gut, dass schnell klar war: das wird ein Buch. Außerdem funktioniert eine Fortsetzungsgeschichte auf einem Blog nur bedingt. Da die Leserzahl im Idealfall proportional zu der Kapitelanzahl steigt, müsste jeder neue Seitenbesucher irgendwann dutzende Einheiten zurückscrollen, um die Erzählung in Gänze zu überblicken. Macht natürlich keiner.

Um was geht es Euch in Eurer Geschichte vor allem? Wir wollen Kindern zeigen, dass es nichts Herrlicheres gibt, als die Welt zu entdecken. Dass wir groß und stark und einzigartig werden, wenn wir uns trauen, aufzubrechen, Abenteuer zu erleben, mit ungeplanten Situationen klarzukommen, uns in fremder Umgebung und mit fremden Dingen zurechtzufinden, Heimweh zu akzeptieren. Gerade vor dem aktuellen politischen Ruck in vielen Ländern, der uns Grenzen und Abschottung bringt, möchten wir schon den Allerjüngsten zeigen, dass die Welt zu weit und zu wunderbar ist, um sie in umzeunte Schollen zu unter teilen. Außerdem war es uns ein Anliegen, eine Geschichte abseitig der heilen Vater-Mutter-Kind Welt zu erzählen.

Anuks Mutter lässt ihre Familie im Stich, um sich selbst zu finden. äußerst egoistisch. Aber auch recht modern für eine Kinderbuchfigur. Meistens sind es in Kinderbüchern die Väter, die die Biege machen. Oder die Mutter stirbt. In unserer Version findet Anuk zwar am Ende ihre Mutter wieder – aber die hat inzwischen einen neuen Freund. Vater Schneller Fisch schaut in die Röhre. Kaputte Familie. Wir beschreiben, dass es trotzdem ein Happy End für alle und mit allen geben kann, solange über der ganzen Patchwork-Gemengelage eine einzige Überschrift steht: glückliches Kind.

Was hat Euch am Buchmachen besonders viel Spaß gemacht? Das hundertprozentige Abtauchen in Phantasiewelten. Zu sehen, wie sich Figuren entwickeln, auch wenn die Entwicklung anfangs ganz anders geplant war. Die große Begeisterung unserer Familien und Freunde für das Projekt. Ihre Selbstlosigkeit, jeden Entwurf und Charakter zu diskutieren. Die Bereitschaft sämtlicher Kinder in unserem Umfeld, die Geschichte immer und immer wieder vorgelesen zu bekommen.

 

Düsseldorf statt Heimweh

Warum Greta, der Wal, im Rhein schwimmt. Und was der Karneval mit der Südsee zu tun hat.

An diesem Morgen erschien Anuk, dem Inselmädchen, das Meer besonders weit. Das Wasser dehnte sich bis zum Horizont und verschmolz dort mit dem Himmel. Ab und an schoss ein fliegender Fisch aus den Wellen und schnappte ihr einen Frühstücksgruß zu. Auf der Spitze ihres Tipis hockte Uwe, die Möwe und reckte seine Flügel der aufgehenden Sonne entgegen. Greta, der Wal, döste zwischen den Wellenbergen. Anuk war das zeitige Aufstehen gewöhnt. Als sie noch in ihrem Wigwam am Ende der Welt wohnte, hatte ihr Vater Schneller Fisch jeden Morgen dafür gesorgt, dass die ersten Strahlen Anuk an der Nasenspitze erwischten. Kaum dass die Sonne durch die Wolken blinzelte, schob er den Eingangsvorhang ihres Zeltes am Strand zur Seite, um das Licht hereinzulassen. Dazu reichte er ihr eine Kokosnuss mit Bananamilchschaum und klatschte in die Hände. „Aufstehen Anuk, der Tag ist frisch. Wir sind es auch. Frühsport!”

Dann turnten Vater und Tochter über den Sand. Sie schlugen Purzelbäume, ließen Arme und Beine durch die Luft sausen und spielten so lange „Fang’ die Feder“, biss einer von ihnen im Sand stolperte. Meistens lieferten sie sich als Abschluss noch eine heftige Kitzelschlacht. Anuk vermisste dieses Morgenglück. Heute besonders. Was Schneller Fisch wohl gerade tat? Würde er auch ohne sie Gymnastik im Sonnenlicht machen? Ob der Affenkönig, ihr bester Freund, ihm Gesellschaft leistete? Oder Häuptling Halber Hahn, der stets darauf achtete, dass seine Untertanen gut und gesund lebten. Anuk seufzte. Sie liebte es, mit Greta durch die weite Welt zu reisen. Aber an manchen Tagen knabberte das Heimweh an den Rändern ihres Herzens. Meistens munterte Greta sie dann schnell wieder auf, indem sie ihr Seemannslieder auf Walisch vorsang. Uwe, die Möwe, freier Reporter und inzwischen dauerhaft an Bord beheimatet, quakte dazu den Takt. Mitunter fielen andere Wale in den musikalischen Vortrag ein. Manchmal war es, als wollte das ganze Meer Anuk mit einem Unterwasserkonzert trösten.

Doch heute saß der Kummer zu tief drin im Bauch für einfachen Gesang. Er kniff und zerrte an Anuks Frohsinn wie ein übel gelaunter Pirat. Als wäre Greta von der Traurigkeit des Inselmädchens wach geworden, schaukelte sie plötzlich von einer Seite auf die andere, rollte mit den Flossen, stieß mit dem Kopf Löcher in die Wellen und schüttelte die Müdigkeit ins Wasser. „Anuk, guten Morgen kleine Schwester“, brummelte sie. Seit die beiden mit Hilfe des Affenkönigs und seiner Bande den bösen Bob Cash besiegt und Gretas Patenonkel Jonas aus den Fängen des Gauners befreit hatten, waren sie einander Schwestern. Eine Familie konnte gar nicht groß genug sein, fanden sie. Vor allem auf Reisen. Das merkte Anuk ganz besonders an diesem gemütstrüben Morgen. Sie war froh, nicht mutterseelenallein auf dem weiten Meer sondern kokusmilchschlürfend auf Gretas Rücken zu wippen. Sie vertraute darauf, dass ihre Reisebegleitung die Sehnsucht nach zu Hause mit einem Batzen Unternehmungslust rasch wieder verscheuchen würde. Es gab kein besseres Mittel gegen Heimweh. Und Greta enttäuschte Anuk nicht.

„Anuk, ich habe von einer Stadt geträumt, die an einem Wasser liegt, das breit genug ist, um hindurchzuschwimmen. Dort soll es Strände geben wie in der Südsee. Außerdem köstliche Eierkuchen, rund wie ein Fußball und gefüllt mit süßester Marmelade. Und das Beste ist: einmal im Jahr feiern alle Bewohner des Städtchens zusammen ein großes Fest. Sie verkleiden sich dann als Inselbewohner und springen über Tische und Bänke. Ganz wie daheim, wenn deine Stammesleute ihren berühmten Regentanz hüpfen. Was meinst Du, sollen wir von unserer Route abweichen und diesen Ort suchen? Auf Reisen braucht es Abenteuer und Spontanität.“

Anuk hatte genauso interessiert gelauscht wie Uwe, die Möwe. Schon kitzelte sie der Entdeckergeist im Nacken. Uwe, die Möwe kratzte sich mit der Flügelspitze im Gefieder und dachte angestrengt nach. „Ich glaube ich weiß, wie diese Stadt heißt“, sagte er nach einer Weile. „Greta, du hast von Düsseldorf geträumt. Das ist ein Ort direkt am Rhein. Hindurch rauscht ein gewaltiger Fluss, der gut mit dem Meer befreundet ist. Die sagenumwobene Stadt hat schneeweiße und silberne, runde Häuser. Außerdem viele Brücken und einen Turm, der bis in den Himmel ragt. Vor allem aber gibt es dort den Karneval. Das ist ein Fest, dass die ganze Welt froh machen soll. Ich habe einmal einen Artikel über die vielen Tiere geschrieben, die es auf diesem Karneval gibt. Löwen, Marienkäfer, Frösche, Bienen, Walfische, Vögel. Sie alle sind dann für ein paar Tage befreundet. Untereinander und mit den Menschen. Sie küssen und umarmen sich. Sie schunkeln und feiern. Es muss ein großes Spektakel sein. Der Weg dorthin ist sehr weit. Aber ich glaube, der Abstecher lohnt sich.”

Dieser Meinung war auch Anuk. Die Idee war gänzlich verrückt. Aber ein bisschen Spaß hin und wieder konnte nicht schaden. Und die schönsten Dinge unterwegs entdeckte man ohnehin abseits der Route. Soviel Reiseweisheit hatte auch das Inselmädchen inzwischen angehäuft. Nur wie sollten sie dorthin kommen, wo der Spaß zu Hause war? Wer würde ihnen den weiten Weg weisen können? „Wir brauchen den Affenkönig und sein Flugschiff“, rief Anuk. „Er kennt alle Ecken der Erden von seinen Weltreisen als junger Affe. Gesagt, getan. Die drei Freunde vibrierten vor Entdeckungslust. Also rief Anuk wieder einmal ihren Freund, den Affenkönig, und seine Mannschaft um Hilfe. Sie tat das, indem sie auf Walisch ein Lied anstieß, dass unter Wasser in windeseiliger stiller Post bis ans Ende der Welt getragen wurde. Auch der Affenkönig verstand die Sprache der Wale. Zudem verfügte er seit der Rettung von Walpatenonkel Jonas über ein aus den Tipiplanen der Insel zusammengenähtes Flugschiff, das mit Vulkanluft gefüllt schneller als jedes Flugzeug war. Anuk hoffte, dass ihr Freund Zeit und Abenteuerdurst genug besitzen würde, ihrem Transportwunsch zu folgen.

Der Tag dümpelte ereignislos vor sich hin. Kaum dass die Sonne sich hinter dem Horizont zum Schlafen abgelegt hatte, gingen auch Greta und Anuk und Uwe, die Möwe, ins Bett. Aufgeregt. Erwartungsvoll. Würde der Affenkönig kommen? Er kam. Kaum, dass der nächste Morgen graute, hörte Anuk das vertraute Sausen vor ihrem Zelt. Dann ein Platschen. Sie blinzelte aus ihrem Tipi. Im Wasser schaukelte eine Hängematte aus Stroh. Darin ein Haufen schlafender Affen. Das am Korb befestigte Tipi-Segel lag schlaff im Wasser. Niemand hätte vermutet, dass es Passagiere schneller als der Wind über das Meer befördern konnte. Der Affenkönig stand breitbeinig wie ein Kapitän vor seiner schnarchenden Mannschaft und rief, kaum dass er Anuks zerzauste Zöpfe sah: „Wo soll denn die Reise hingehen, Inselmädchen? Ich bin bereit für ein neues Abenteuer!“

Anuk erzählte dem Affenkönig von ihrem Plan, vom Heimweh und der Lust darauf, den neuen Ort am großen Fluß kennenzulernen. „Düsseldorf kenne ich“, rief der Affenkönig, nachdem das Inselmädchen geendet hatte. „Dort war ich schon einmal und habe eine verrückte Geschichte miterlebt, die euch gefallen wird. Steigt ein. Ich erzähle sie euch in der Luft.“ Anuk und Uwe, die Möwe, machten es sich im Strohkorb bequem. Die Affen waren inzwischen aus ihrem Reiseschlaf erwacht. Der Affenkönig wickelte ein dickes Tau um Gretas Flanken, um sie mit in die Höhe zu ziehen. Als alle reisefeste Plätze gefunden hatten, stieg auch der Affenkönig ein. Er schnalzte mit der Zunge und schon blies der Wind in seinen Ballon. Die Vulkanluft fing an, zwischen den Tipiplanen zu pulsieren. Das Gefährt erhob sich in den Himmel. Es wurde schneller und immer schneller. Bald schimmerte das Meer unter ihnen nur noch als ferne blaue Fläche und der Reisetrupp brauste durch die Luft.

Der Affenkönig hatte von daheim frische Pfannkuchen mitgebracht, außerdem vom Inselhäuptling mit den allerherzlichsten Grüßen und Küssen verbundene, selbstgerührte Mango-Marmelade. Anuks Vater hatte es ich nicht nehmen lassen, seinem Mädchen noch ein paar kluge Ratschläge für die weitere Reise übermitteln zu lassen: „Komm’ bald wieder heim“, hieß der erste. „Denk’ an den Frühsport“, ein weiterer. „Trink’ genug heiße Kokosmilch, wenn die Nächte auf See frostig sind“, lautete ein dritter. Die anderen Anweisungen hatte der Affenkönig vergessen. Nachdem die Formalitäten überbracht und die Mägen gefüllt waren, erzählte er seine Geschichte.

Sie handelte vom weißen Wal, Moby Dick genannt, ein Beluga, vier Meter lang, der sich vor etlichen Jahren im Rhein verirrt hatte. Bestimmt war er eigentlich für ein englisches Ozeanarium. Doch auf dem Seeweg dorthin ging er über Bord und gelangte nach Duisburg, ein Städtchen neben Düsseldorf. Schiffer, die ihn dort erstmals sichteten und darüber die Polizei informierten, wurden zunächst für betrunken erklärt. Doch die Beweislage verdichtete sich. Bald war klar, dass im Rhein ein waschechter Wal schwamm. Zeitungen auf der ganzen Welt berichteten über den Besucher von weither. Belugas leben normalerweise vor den Küsten Alaskas, Kanadas und Russlands. Das Spektakel begeisterte jung und alt, krumm und gerade, dick und dünn. Leider rief Moby Dick aber auch Gauner wie Bob Cash auf den Plan, die am Ruhm des Meeresriesen verdienen wollten.

Der Zoodirektor des Duisburger Zoos etwa versuchte mit allen Mitteln, Moby Dick zu fangen. Vergeblich. Der Wal trickste und täuschte wie der Räuber Hotzenplotz. Stets tauchte er unter, wenn der Schurke sich näherte. Der Zoodirektor pfefferte seine Betäubungspfeile vergeblich in die Luft. Auch Fangaktionen mit Tennisnetzen blieben erfolglos. „Zuletzt wurde Moby Dick offiziell auf dem Weg zurück in die Nordsee gesichtet“, erzählte der Affenkönig. Da der Rhein damals noch sehr dreckig war, schimmerte er allerdings nicht mehr weiß sondern grau. Zum Glück habe er den Ausweg nach etwa vier Wochen heile und gesund gefunden. Sogar ein Karnevalslied sei dem prominenten Flussbesucher zu ehren gedichtet worden. Der Affenkönig holte tief Luft und fing an zu singen:

“Was will der weiße Wal im Rhein / Er hat gehört im Rhein soll Wein statt Wasser sein / Was will der weiße Wal? / Das wissen wir genau: / Der weiße Wal wär gern einmal / so richtig blau.”

Als er fertig war, klatschten die Affen Beifall. Doch der Affenkönig gebot Ihnen, ruhig zu sein. „Was kaum einer weiß“, fuhr er fort, „ist, dass Moby Dick nicht wieder in die Kälte geschwommen sondern in der Nordsee heimisch geworden ist. Ihm behagte das Ambiente dort besser. Weniger Schnupfen. Mehr Sonne. Wärmere Tauchgänge. Keine Kraken. Ich habe mir deshalb die Freiheit genommen, dem weißen Wal eine Botschaft zu schicken und ihn einzuladen, mit uns die Stadt Düsseldorf zu besuchen. Der Rhein ist inzwischen so sauber, dass darin ohne Gefahr geschwommen werden kann. Und Greta ein bisschen artengleiche Gesellschaft vertragen. Wie findest Du das, Greta“, brüllte er dem Wal zu, der unter dem Flugschiff baumelte. Greta schlug heftig mit den Flossen, um ihre Zustimmung zu signalisieren.

Und so kam es, dass den Besuchstrupp aus der Südsee bei der Landung ein walechtes Empfangskommitee erwartete. Als Greta und Anuk und die Affen bei Sonnenuntergang auf dem Rhein aufsetzten, planschte Moby Dick bereits zur Begrüßung im Wasser. Kaum dass der weiße Wal von dem geplanten Düsseldorf-Abenteuer der Freunde erfahren hatte, war er aufgebrochen, um bei dem Zirkus, für den die Stippvisite unweigerlich sorgen würde, dabei zu sein. Er hatte schließlich Erfahrung mit Walbesuchen dieser Art. Außerdem hatte Moby Dick dank Möwe Uwes Artikeln in diversen überregionalen Unterwassermedien wie Allgemeine Alge und Schnelle Welle schon einiges über Gretas und Anuks Abenteuer erfahren. Unbedingt wollte er die beiden kennenlernen.

In Windeseile verbreitete sich die Nachricht von den exotischen Ankömmlingen aber auch unter den Bewohnern des Städtchens. Es schwimme wieder Ozeanbesuch im Rhein. Diesmal seien es allerdings ein Beluga Wal UND ein Buckelwal. Mit einem Tipi auf dem Rücken und lauter Affen im Schlepptau. Ob denn jetzt die ganze Welt verrückt sei, fragte die Rheinische Postille per Eilmeldung auf ihrer Homepage”. „Nun drehen wir mal völlig frei – Köln, pack’ ein“, schrieb wiederum der Westfälische Nussknacker. Am nächsten kam der Wahrheit der lokale Blog Stadt, Land, Dorf, der schlicht und einfach feststellte: „Juchuhhh, Karneval im Sommer.“

Denn da die Düsseldorfer keine Gelegenheit auslassen, froh zu sein und das Leben zu feiern, hatte sich bald an allen Stränden entlang des Rheins eine große Menge an Menschen versammelt. Sie machten Lagerfeuer unter dem Sternenhimmel. Sie hörten Musik. Sie tanzten ausgelassen mit blanken Füßen im Sand. Sie schleppten Holztische an, die sich unter der Last der Leckereien bogen. Es gab bergeweise jene mit Marmelade gefüllten Pfannkuchen, von denen Greta geträumt hatte. Dazu futterten die Menschen aus Düsseldorf Mutzen, karnevalstypisches Gebäck, dass die großen Bäckereien der Stadt rasch in die Öfen geschoben hatten und an diesem besonderen Abend kostenlos verschenkten. Es gab köstliche Limonaden und Altbier. Anuk probierte das schwarze Gesöff aus Versehen und spuckte es in hohem Bogen wieder in den Rhein. Nicht alle neuen Geschmäcker auf Reisen sagten ihr zu.

Vor allem aber waren die Düsseldorfer so fröhlich wie die Inselbewohner daheim. Anuks Herz hüpfte beim Anblick der vielen lachenden Gesichter. „An Land mit dir, Inselmädchen“, blubberte Greta. „Auf ins Getümmel. Heute Nacht wird das Leben gefeiert.“ Das ließ Anuk sich nicht zweimal sagen. Die Affen zögerten auch nicht lange. Als hätten Sie den Landgang von langer Hand geplant, packten sie plötzlich Paddel aus und ruderten mit dem Strohkorb, der eben noch durch die Luft gerast war, ans Ufer. Greta und Moby Dick schickten derweil ein Fontänenfeuerwerk in den Nachthimmel und tanzten im Wasser einen Mondscheinwalzer. Noch nie hatte Anuk eine solche Feier erlebt. Sie sang und tanzte und trank und aß mit all’ den Fremden, die für den Moment ihre Freunde waren, bis der Morgen wieder graute. Als die Sonne über den Wolkenrand schmulte, sank ein Düsseldorfer nach dem anderen in den Sand und ins Traumland. Greta winkte Anuk und den Affen vom Wasser aus zu. Es wurde Zeit, wieder an Bord zu gehen.

Die Affen konnten sich vor Müdigkeit kaum noch aufrecht halten. Die Paddel rutschten Ihnen ständig aus der Hand. Auch Anuk bekam kaum noch mit, wie der Affenkönig das Flugschiff klarmachte für die Weiterreise. Wieder blies der Wind. Wieder wirbelte die Vulkanluft. Durch schwere Lieder sahen die Freunde, wie Greta und Moby Dick sich ein letztes Mal Fontänen in Herzchenform zuschossen (wie beim Karneval so üblich waren sie sich nach einer gemeinsam durchtanzten Nacht ein bisschen näher gekommen). Und als der Reisetrupp abhob und eine letzte Runde über die im Morgenlicht schimmernden, runden Häuser in weiß sowie silber drehte und knapp an der Spitze des in den Himmel ragenden Turmes vorbeisauste, schliefen Anuk und die Affen längst tief und fest.

In Düsseldorf herrschte am nächsten Tag große Verwirrung. Was war bloß losgewesen in der Nacht. Was hatte den Karneval im Sommer gebracht. War das wirklich alles passiert und kein Streich der benachbarten Kölner? Ähnlich erging es Anuk. Als sie aufwachte, brannte bereits die Mittagssonne vom Himmel. Sie lag in ihrem Tipi auf dem Rücken von Greta. Der Wal schwamm dem Horizont entgegen. Uwe, die Möwe, saß auf der Zeltspitze und putzte sein Gefieder, in dem noch ein wenig Konfetti glitzerte. Von den Affen und dem Flugschiff war weit und breit nichts zu sehen. „Habe ich mir das alles nur ausgedacht“, fragte Anuk ihre Mitreisenden, während sie eine Schale mit Kokusmilch trank, um die Müdigkeit zu vertreiben.

„Weißt Du, Inselmädchen“, sagte Greta, „auf Reisen passieren einem mitunter so unglaubliche Dinge, dass man hinterher oft nicht mehr zu sagen vermag, ob sie wirklich geschehen sind oder nicht. Doch es gibt nichts Kostbares als die lebenslange Erinnerung an das Ereignis. Kein Goldkoffer wiegt schwerer. Du bist reich geworden heute Nacht, Anuk. Und an Heimweh ärmer. Karneval in Düsseldorf wirst Du mit Sicherheit nie mehr vergessen.“ Da hatte Greta aber verflucht recht“, dachte Anuk, deren Zehen immer noch im Takt der Karnevalslieder zuckten. Und sie freute sich schon aufs nächste Abenteuer.

 

Gretas Schwester
ist Mitte Dezember 2016 erschienen.
ISBN: 978-3-00-055086-7, Verkaufspreis 29,00 €
Idee & Text: Christine Weißenborn
Idee & Illustration: Sarah Neuendorf

www.gretasfreunde.com & www.gretasschwester.com

Christine Weissenborn wurde 1980 in Berlin geboren, studierte Sprachen, Wirtschafts- und Kulturraumstudien in Passau und lebt mit ihrer Familie in Düsseldorf. Sie ist seit Jahren erfolgreich als Autorin, Redakteurin und Kolumnistin tätig, unter anderem für das Handelsblatt, die Wirtschaftswoche, Die Zeit oder das ZDF. Längere Auslandsstationen in Paris, New York City und Chile haben ihr chronisches Fernweh eingebrockt. Mit Mann und Maus ist sie deshalb mehrere Monate im Camper durch Neuseeland, Australien und einmal quer durch die USA getourt. Über das Glück, die Welt zu entdecken, schreibt sie zusammen mit ihrer Schwägerin Sarah Neuendorf im Blog Gretasfreunde.com.

Sarah Neuendorf ist 1989 in Berlin geboren, wo sie lebt und als freiberufliche Illustratorin arbeitet. Sie ist ausgebildete Grafikdesignerin und Liebhaberin von Kakteen. Nach diesen sucht sie überall auf dem Planeten, am liebsten aber im Wilden Westen. Darüber hinaus interessiert sie sich schon lange für die Wunder der Welt unter Wasser, insbesondere den Lebensraum der Wale. In ihrer Abschlussarbeit am Lette Verein Berlin illustrierte sie den naturwissenschaftlichen Roman „Der Schwarm“ von Frank Schätzing. Auf Basis dieser Arbeit entstanden ihr Label „Gretas Schwester“ und die Figuren Greta und Anuk, von denen dieses Buch handelt.

Text: Christine Weissenborn
Illustration: Sarah Neuendorf
© THE DORF 2017

English version:

In December of 2016, the writer Christine Weissenborn together with her sister-in-law, the illustrator Sarah Neuendorf, published the delightful children’s book ‘Greta’s sister’. It is about friendship, freedom and a sense of adventure as well as courage, wanderlust, reunion and the colourful happiness that is family. Exclusively for THE DORF THE MAG the two of them have placed Greta, the whale and Anuk, the island girl in Düsseldorf and tell the story of why Greta is swimming in the Rhine. And what carnival has to do with the South Sea.

How did you come up with idea to write a children’s book? This has really happened by chance. We wanted to work together for ages, since we both have the greatest admiration for each other’s work. That’s why we started our joint blog Gretasfreunde.de last summer. Because we felt like trying something entirely new with this platform, we started to tell the story about Greta’s sister in digital bits. The feedback to it was so good that it became quickly apparent: this is turning into a book.

In addition, a serial story only has its limits as a blog. Since the number of readers should ideally increase proportionally with each chapter, each new visitor to the blog would have to scroll back dozens of units at some point, in order to get the full picture. Nobody does that of course.

What is the main message you would like to get across with your story? We want to show children that nothing is more amazing than to discover the world. That we will grow big and strong if we dare to pack up and go to experience adventures, to deal with unplanned situations, to deal with a different environment and foreign things, to accept homesickness. Especially with the current political shift in many countries that brings us borders and isolation, we want to show the youngest ones that the world is too big and wonderful to break it in fenced pieces.

It was also important to us to tell a story away from the ideal of a nuclear family. Anuk’s mother leaves the family in order to find herself. Very selfish. But also really modern for a children’s book character. Usually it’s the fathers who take off. Or the mothers die. In our version, Anuk finds her mother in the end- but she has a new boyfriend. Father Fast Fish has to deal with it. Broken family. We describe that there still can be a happy ending for all and with everybody, as long as there is one overarching main aim in the patchwork set up: a happy child.

What did you particularly enjoy while making the book? The complete emersion into a world of phantasy. To see how characters progress even if their development was originally planned absolutely differently. The huge enthusiasm of our families and friends for the project. Their never ending patience to discuss each draft and character. The willingness by all children we know to listen to the story again and again.

 

Düsseldorf: Cure for Homesickness

Why Greta, the whale, swims in the river Rhine. And what carnival has to do with the South Sea.

One morning, the ocean seemed particularly huge to Anuk, the island girl. The water stretched to the horizon and merged with the sky. Once in a while, a flying fish jumped out of the waves and mouthed a hello to her. On top of her tipi sat Uwe, the seagull, and stretched his wings towards the rising sun. Greta, the whale, had a little snooze among the waves. Anuk was used to getting up early. When she was still living in her wigwam at the end of the world, her father Fast Fish made sure the first rays of the sun would tickle her nose. As soon as the sun was peeping through the clouds, he would open her tent at the beach in order to let the sunlight in. With that he gave her a coconut with banana milk and clapped his hands. “Get up, Anuk. The day is young. We are, too. Early morning exercise!”

Then father and daughter would do gymnastics in the sand. They did somersaults, let their arms and legs swing through the air and played ‘Catch the feather’ until one of them would fall into the sand. On most days they finished their exercise with a big tickling fight. Anuk missed the joy of these mornings. Particularly today. What was Fast Fish doing at this moment? Would he do the exercises in the sun without her? Would monkey king, her best friend, join him? Or chief Roaring Rooster who always kept an eye on his subjects living healthily and well. Anuk sighed. She loved to travel the world with Greta. However, on some days her heart would ache and she felt very home sick. Most of the time Greta managed to cheer her up quickly by singing shanties in Whalish. Uwe, the seagull and roving reporter and by now part of the permanent crew on board, would croak the beat to the song. Sometimes other whales joined in the chorus. At times, it seemed as if the entire ocean would try to comfort her with an underwater concert.

But today the sorrow made her almost feel sick to the tummy, so just a song was not enough. This sadness pinched and pulled at Anuk’s happiness like a grumpy, old pirate. Then, as if she was awakened by girl’s sadness, Greta suddenly started swaying from one side to another, rolling with her fins, her head punching the water and shaking off her sleepiness. ” Anuk, good morning little sister”, she mumbled. Since the two of them, with the help of the monkey king, had beaten off the evil Bob Cash and freed Greta’s godfather Jonas from the throws of the crook, they were like sisters to one another. They figured a family could not be big enough. Especially when travelling. As Anuk noticed particularly on this gloomy morning. She was happy not to be all alone on the big, wide sea but to be bobbing around on Greta’s back, sipping coconut milk. She trusted that her travel companion would quickly chase away the longing for home with a bunch of adventurous ideas. There simply was no better remedy for homesickness. And as always, Greta did not let Anuk down.

“Anuk, I dreamed of a city by a water wide enough to swim across. There are beaches like in the South Sea as well as delicious doughnuts, round like a football and filled with the sweetest jam. And the best thing is: once a year, all the people of the town come together for a big party. They dress up and jump over tables and benches. Just like home when the people of your tribe perform their famous rain dance. What do you think, should we take a detour and look for this place? After all, travelling is all about adventure and spontaneity. ”

Anuk listened as intently as Uwe, the seagull. The spirit of adventure was tickling her already. Uwe, the seagull, scratched his head with the tip of his wing and thought hard. “I think I know what this town is called,” he said after a while. “Greta, you dreamed of Düsseldorf. This is a place right on the Rhine, a huge river going right through town. It is also a good friend of the ocean. This fabled city has snow-white and silver round houses. There are also many bridges and a tower rising to the sky. But above all, there is the carnival. This is a celebration that is supposed to make the whole world happy. I once wrote an article about the many animals at this carnival. Lions, ladybirds, frogs, bees, whales, birds. They are all friends for a few days. Friends with each other and with the humans. They kiss and hug. They dance and celebrate. It must be a great spectacle. It is very far to get there though. But I think the trip is worth it.”

Anuk could not agree more. The idea was completely crazy. But a bit of fun every now and then definitely did not hurt. And the most beautiful things were always discovered when drifting off course. The island girl had learnt this much on her travels. Just how would they get to this city of fun? Who would be able to point the way for them? “We need monkey king and his flying ship,” Anuk cried. “He knows all corners of the earth from his trips around the world as a young monkey. ” Said and done. The three friends were buzzing with a sense of excitement. So once again, Anuk called her friend, the monkey king, and his crew for help. She did this by singing a song in Whalish that was passed on underwater in lightning speed by her whale friends.

The monkey king also understood the whale language. In addition, since the rescue of whale godfather Jonas, he had a flying ship sewn from tipi canvas that, when filled with volcanic air, was faster than any airplane. Anuk hoped that her friend would have time to help her and would be as keen on an adventure as she was.

The day passed without further events. The sun had hardly settled behind the horizon when Greta and Anuk and Uwe, the seagull, went to bed. Excited. Full of anticipation. Would the monkey king come? He did. At the crack of dawn, Anuk heard the familiar buzzing in front of her tent. Then a splash. She peeped out of her tipi. A straw hammock was rocking in the water. In it was a heap of sleeping monkeys. The tipi sail attached to the basket was slack in the water. Nobody would have expected it to carry passengers faster than the wind across the sea. The monkey king stood broad-legged like a captain in front of his snoring crew, and as soon as he saw Anuk sleepily emerging from her tipi, he shouted: “Where are we going, island girl? I’m ready for a new adventure! ” Anuk told the monkey king of her plan, the homesickness and the desire to go to this new place on the big river.

“I know Düsseldorf,” cried the monkey king, after the island girl had finished. “I’ve been there and something crazy happened. You’ll love the story. Get in. I’ll tell you on the way. “Anuk and Uwe, the seagull, got comfortable in the straw basket. The monkeys had woken up as well. The monkey king wrapped a thick rope around Greta’s flanks to pull her up. When everybody had found a seat, the monkey king also got in. He whistled and the wind blew into the balloon straightaway. The volcanic air began to pulsate between the tipi sails. The strange vehicle rose to heaven. It got faster and faster. Soon the sea shone beneath them only as a distant blue surface, and the travelling friends were roaring through the air.

The monkey king had brought fresh pancakes as well as mango jam made by the island chief himself along with the most heartfelt greetings and kisses. Anuk’s father took the opportunity to pass on some advice for the long journey: “Come back home soon,” was the first. “Remember the early morning exercises,” was another. “Drink enough hot coconut milk when the nights at sea are frosty,” was a third. The monkey king forgot the other instructions. After the formalities were exchanged and their stomachs filled, he told his story.

It was about the white whale, Moby Dick, a four meter long Beluga whale that got lost in the Rhine some years ago. It was actually destined to go to an English oceanarium. But on the journey there he went overboard and ended up in Duisburg, a small town next to Düsseldorf. The skippers who sighted him first and told the police about it, were initially declared to be drunk. Yet evidence was mounting. It soon became clear that a whale was indeed swimming in the Rhine. Newspapers all over the world reported about the visitor from far away. Belugas usually live off the coasts of Alaska, Canada and Russia. The spectacle thrilled young and old alike. Unfortunately, Moby Dick also attracted rogues like Bob Cash who wanted to cash in on the fame of the ocean giant.

For example, the zoo director of the Duisburg Zoo tried to catch Moby Dick by any means possible. To no avail. The whale tricked and deceived him with real skill. He always went diving when the villain approached. The zoo director shot his tranquilizer darts into air in vain. Attempts to catch him with tennis nets were also unsuccessful. “At last, Moby Dick was officially spotted to be on his way back to the North Sea,” the monkey king continued. Since the Rhine was still very dirty at the time, he looked more grey than white by now. Fortunately, he found his way out after about four weeks. There was even a carnival song composed in honor of the famous visitor. The monkey king took a deep breath and began to sing:

“What does the white whale want in the Rhine / He heard in the Rhine is wine instead of water / What does the white whale want? / We know for sure: / The white whale would like to be / blue for once.”

When he finished, the monkeys applauded. But the monkey king asked them to be quiet again. “What hardly anyone knows,” he continued, “is that Moby Dick did not go back to the cold of the Bering Sea but has settled in the North Sea instead. He liked the climate there better. Fewer sniffels. More sunshine. Warmer dives. No octopuses. I have therefore taken the liberty of sending a message to the white whale inviting him to visit the city of Düsseldorf with us. The Rhine is now so clean that it is suitable for swimming again. And Greta could use a little company by her own species. How do you like that, Greta? “He shouted at the whale dangling underneath the flying ship. Greta shook her flippers wildly as a sign of her approval.

And so it was that the travellers from the South Sea were awaited by a whale welcome committee when they landed. When Greta and Anuk and the monkeys finally landed on the Rhine at sunset, Moby Dick was already splashing in the water. No sooner had the white whale learned of the planned Düsseldorf adventure, he took off to be part of the circus which surely be would caused by his friends’ arrival. After all, Moby Dick had already some experience with the excitement a whale visit could cause. He also knew a lot about Greta’s and Anuk’s adventures, thanks to seagull Uwe’s articles in various national underwater newspapers like Seaweed News and Wave Express.

He really wanted to meet the two of them. The news of the exotic visitors spread among the people of the town like wild fire. There was another whale sighting in the Rhine. This time, however, it was a Beluga whale AND a Humpback whale. With a tipi on their back and a lot of monkeys in tow. The Rheinische Postille questioned on their homepage whether the whole world had gone mad, “Now we are really letting loose, Cologne go home,” wrote the Westphalian Nutcracker. The local blog ‘City, Country, Village’ came closest to the actual truth by simply stating: “Yipeeeh, carnival in the summer.”

Since the population of Düsseldorf never misses an opportunity to party and celebrate life, soon a large number of people had gathered on all the beaches along the Rhine. They made campfires under the starry sky. Music was playing. They danced bare feet in the sand. Wooden tables were laden with treats. There were, of course, the jam-filled doughnuts that Greta had dreamed of. The people from Düsseldorf munched Mutzen, local pastries typically eaten at carnival. The big bakeries of the city had quickly put lots into their ovens and offered them for free this evening. There were delicious lemonades and Altbier, a dark local beer. Anuk tried the black drink by mistake and spat it right in the Rhine again. Not all the new flavors on her travels were to her liking.

But above all, the Düsseldorfers were as cheerful as the island people at home. Anuk’s heart jumped for joy at the sight of the many laughing and happy faces. “Now go on land, island girl,” Greta gurgled. “Join the hustle and bustle. Let’s celebrate life tonight. ” Anuk did not hesitate. The monkeys did not wait long either. As if they had planned the shore leave for ages, they suddenly grabbed a paddle and rowed to the shore in the straw basket that minutes ago had just flown through the air. Greta and Moby Dick, meanwhile, sent jets of water into the night sky and danced a moonlight waltz in the water. Anuk had never seen such a celebration. She sang and danced, drank and ate with all the strangers who, for one night, were now her friends. The next morning, as the sun was lurking over the edge of the cloud, one Düsseldorfer after another sank into the sand and went to the land of dreams. Greta waved to Anuk and the monkeys from the water. It was time to go back on board.

The monkeys could barely keep their eyes open. The paddles slipped out of their hands all the time. Anuk also hardly noticed how the monkey king got the flying ship ready for the onward journey. Again the wind blew. Again the volcanic air was whirring. The friends watched sleepily how Greta and Moby Dick were spouting some final jets of water, shaped as a heart, into the air (as it is common during carnival, they had come a little closer after dancing a night away together). And by the time the flying ship took off and flew over the white, silvery shimmering, round houses, just past the top of the magnificent tower, Anuk and the monkeys were already fast asleep.

The next day there was a great confusion in Düsseldorf. What happened last night. What had brought on the carnival in summer. Did it all really happen and was it not just a prank by their frenemies from Cologne? Anuk felt the same. When she woke up, the midday sun was already high in the sky. She lay in her tipi on Greta’s back. The whale was swimming toward the horizon. Uwe, the seagull, sat on the top of the tent and cleaned his feathers which were still glittering a bit with confetti. There were no monkeys nor the air ship in sight.

“Was it all just a dream,” Anuk asked her travel friends, while drinking a cup of coconut milk . “You know, island girl,” said Greta, ” sometimes on your travels, things can happen that are so incredible that afterwards you cannot say whether they really happened or not. But there is nothing more precious than the lifelong memory of them. You could not weigh it in gold. You’ve become richer tonight, rich in memories, Anuk. And less homesick. You will surely never forget the carnival in Düsseldorf. “Greta is totally right,” Anuk thought, her toes still twitching in the rhythm of the carnival songs. And she was already looking forward to the next adventure.

 

Greta’s Sister
was published in December 2016

ISBN: 978-3-00-055086-7, retail price 29,00 €
Idea & Text: Christine Weißenborn
Ideas & Illustrations: Sarah Neuendorf

www.gretasfreunde.com & www.gretasschwester.com

Christine Weissenborn was born in 1980 in Berlin, studied Languages, Economic and Cultural Studies in Passau and lives with her family in Düsseldorf. She works as a writer, editor and columnist for Handelsblatt, Wirtschaftwoche, Die Zeit and ZDF among others. Longer stays in Paris, NYC and Chile have caused a chronic wanderlust. That’s why she and her family toured several months in a camper van through New Zealand, Australia and once all across the US. Together with her sister-in-law, she writes about the joy of discovering the world on the blog Gretasfreunde.com.

Sarah Neuendorf was born in1989 in Berlin where she lives and works as a freelanced illustrator. She studied Graphic Design and is a connoisseur of cacti. She is searching all over the planet for them but preferably in the Wild West. Furthermore she is fascinated by the wonders of the underwater world, in particular by the environment of whales. In her thesis at the Lette Verein Berlin, she illustrated the scientific novel ‘The Swarm’ by Frank Schätzing. Her label ‘Gretas Schwester’ (Greta’s sister) and Greta and Anuk, the main characters of this book, were a result of this work.

Translation: Angela Holtkamp

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