ATTIC OCEAN

(c)Tim Nyenhuis

Name Band: Attic Ocean
Name Interviewpartner: Max Swierczynski

Mehr tolle Musik aus dem Dorf: Attic Ocean – das sind Hanni, Niels, Max, Philip und Lukas, die seit 2022 Musik mit Einflüssen aus Shoegaze, Dream-Pop und Post-Punk auf die Bühnen der Stadt (und darüber hinaus) bringen. Ihren Stil beschreiben sie als „verträumt“; ihre Musik soll dazu einladen, sich im Moment fallen zu lassen. Die neue Doppel-Single„Pistachio / Fall“ von Attic Ocean erscheint am 23. Mai 2023, die Debüt-EP folgt im Spätsommer. Das Video zu „Pistachio / Fall“ gibt es hier (Premiere 23. Mai 23 um 19 Uhr) – wer die Attic Oceans aber mal live sehen möchte, hat am 18. Juni 2023 beim Traumzeit Festival in Duisburg die Gelegenheit dazu. Im Interview mit Max Swierczynski sprechen wir über die Entstehungsgeschichte der Band, Inspiration und Wangenküsse von Fremden.

Wie und wann habt Ihr mit der Musik angefangen und wie habt Ihr Euch zusammengefunden? Das ist bei uns recht unterschiedlich. Philip, Lukas und Hanni haben musikalische Eltern und wurden dadurch schon von Kindheitstagen an geprägt, Niels studiert sogar Musikwissenschaft. Ich bin diesbezüglich der Spätzünder der Band und habe erst 2019 angefangen Gitarre zu spielen. Mir war schon früh klar, dass ich ein Shoegaze/Dream-Pop Projekt starten möchte und habe im selben Jahr Lukas und Niels kennengelernt. Nachdem die ersten Songideen erarbeitet waren, haben wir dann 2021 unsere Sängerin Hanni und Bassisten Philip dazugewinnen können.

Gibt es eine bestimmte Message, die Ihr mit Eurer Musik vermitteln möchtet? Worum geht’s in Eurer neuen EP? Die meisten Songs und ihre Texte behandeln Persönliches, unter anderem auch unsere gemeinsame Reise als Band. Was unsere Hörer:innen hingegen mit den Songs empfinden oder interpretieren ist für uns viel interessanter. Uns ist wichtig, dass unsere Musik einlädt, sich im Moment fallen zu lassen.

Habt Ihr musikalische Vorbilder? Unsere individuellen Einflüsse sind zum Teil sehr divers. Der gemeinsame Nenner sind Bands der 90er wie Slowdive oder Radiohead, aber auch aktuelle Bands wie DIIV, Ringo Deathstarr oder NewDad.

Wie beschreiben Euch Eure Fans? Dass wir von Fans sprechen dürfen, fühlt sich als junge Band schon ein bisschen verrückt an. Es ehrt uns sehr und wir freuen uns total über all das positive Feedback. Was die Fans altersübergreifend eint, sind unsere deutlich hörbaren Einflüsse aus den 90ern. Als wir unsere erste Doppelsingle „August / Glass“ im April 2022 veröffentlicht haben, wurden sogar mit Slowdive verglichen.

Was war Euer Lieblingskonzertbesuch bzw. welches Konzert von welcher Band hat euch am meisten beeindruckt? Philip und Lukas haben einstimmig und ohne lang zu überlegen Stereolab als Lieblingskonzert in den Raum geworfen, The Beths wurden von Hanni nominiert. Ich würde aber sagen, dass uns Hyperlilly bei unserem gemeinsamen Konzert im letzten Jahr allesamt ziemlich umgehauen haben.

Wie würdet Ihr die derzeitige Düsseldorfer Musikszene beschreiben? Seid Ihr durch die Stadt in bestimmter Weise geprägt? Die Düsseldorfer Musikszene hat viel Potenzial. Es gibt viele junge Bands, die ihre Kreativität ausleben und auch live beweisen möchten, jedoch mangelt es an attraktiven sowie bezahlbaren Locations und Proberäumen. Dass Musiker:innen dafür zahlen müssen, um auf die Bühne eines lokalen Clubs zu kommen ist keine Seltenheit und ohne Kontakte innerhalb der Szene ist es schwer, als Newcomer durchzustarten. Die Aussicht, von einem Label oder anderen Institutionen unterstützt zu werden, ist für die meisten leider nahezu utopisch. Wir würden uns für die Zukunft wünschen, dass sich in dieser Hinsicht noch etwas verändert.

Was ist das Schrägste, was Dir/Euch bei Auftritten passiert ist? Im Oktober 2022 durften wir beim Abseite Festival in Lippstadt unser erstes überregionales Konzert spielen. Auf eine schöne Art schräg war, dass zwei Leute aus dem Publikum sogar fast 100 Kilometer gefahren sind, um unseren Auftritt zu sehen. Auf skurrile Weise schräg an diesem Abend war, dass ein Mann aus dem Publikum Philip plötzlich auf die Wange geküsst hat.

Wo kann man in Düsseldorf am besten Musik hören/finden? Gibt es Orte, die Euch besonders inspirieren? Für Konzerte in Düsseldorf können wir jedem den Ratinger Hof und den alten Schlachthof ans Herz legen. Wer auf der Suche nach Vinyls oder CDs ist, sollte unbedingt zu A&O Medien gehen. Ich persönlich glaube aber, dass es vor allem unser Proberaum ist, der uns als Band inspiriert – dort haben wir einen Ort gefunden, an dem wir gemeinsam unserer Leidenschaft nachgehen können.

Wenn Ihr gerade keine Musik macht, dann… …sind wir mit den typischen Dingen des Lebens beschäftigt. Studieren, Arbeiten, Freunde treffen und vieles mehr.

Mit welchem Musiker, tot oder lebendig, würdet ihr gerne mal ein Altbier trinken gehen?
Hanni: Alexander O’Connor (Rex Orange County)
Niels: Viagra Boys
Lukas: Rachel Goswell (Slowdive)
Philip: George Harrison (The Beatles)
Max: Molly Rankin (Alvvays)

Was bringt die Zukunft? Dieses Jahr steht ganz im Zeichen unserer Debüt-EP „the heavy blue and then after“, die wir im Spätsommer diesen Jahres auf CD und Kassette veröffentlichen möchten. Neben der Veröffentlichung der neuen Songs stehen auch Musikvideos und Konzerte an. Eines unserer absoluten Highlights ist, dass wir am 18. Juni 2023 beim Traumzeit Festival in Duisburg spielen zu dürfen.

Ist zur Veröffentlichung ein Release-Konzert geplant? Auf jeden Fall! Den Release unserer Doppel-Single „Pistachio / Fall“ am 23. Mai möchten wir ordentlich feiern: am 10. Juni spielen wir gemeinsam mit The Autumn Sighs und Casino Garden im Blue Shell, Köln.

Vielen Dank!

Interview: Tina Husemann
Fotos: Bandportrait Tim Nyenhuis (TN), Recording-Tage Timo Vogt (TV),  Konzertfotos Robin-M. Aust (RMA)
© THE DORF 2023

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