ZU TISCH MIT ALEXA FESER & MIKI

(c) Christian Amouzou

Werbung • Genregrenzen zu sprengen und immer wieder Neues entstehen zu lassen – das ist das bewährte Markenzeichen der Konzertreihe 440Hz. Sie wird seit vielen Jahren vom Takeover! Ensemble und dessen kreativen Kopf und Gründer Mihalj Kekenj alias Miki geprägt, der neben seinem Hauptberuf als Konzertmeister bei den Bergischen Symphonikern ebenso leidenschaftlich Hiphop-Tracks komponiert und produziert. Am 25. November 2022 ist es wieder soweit und der Robert-Schumann-Saal wird einmal mehr mit dem Takeover! Ensemble in das Zentrum musikalischer Kreativität verwandelt. Diesmal ist die Singer-Songwriterin Alexa Feser zu Gast, die im Februar dieses Jahres ihr neues Album “Liebe 404” veröffentlicht hat. Wir haben im Vorfeld mit Alexa gesprochen und erfahren, warum die Arbeit an dem Projekt reizvoll und vertraut zugleich war. Und auch Miki hat uns ein wenig zum Hintergrund der Arbeit erzählt. 

Alexa, wie ist die Zusammenarbeit zwischen Dir und Miki zustande gekommen? Kanntest Du ihn und seine Arbeit, vor allem mit dem Takeover! Ensemble, schon vorher? Alexa • Miki hat über Curse meinen Kontakt bekommen und gefragt, ob ich Lust auf ein Takeover Konzert habe. Die Idee fand ich direkt gut, da ich auch schon von Curse mitbekommen habe, wie begeistert er von der Zusammenarbeit war, war so der erste Stein gesetzt. Während der Corona-Zeit war Curse einer der wenigen Künstler, die in Potsdam ein Konzert gegeben haben. Dort war Miki Arrangeur und auch Dirigent des Orchesters, das mit Curse gespielt hat. Das war schon mega.

Miki, was war das Besondere an der Zusammenarbeit mit Alexa? Wie bist Du auf sie und ihre Musik aufmerksam geworden? Miki • Alexa habe ich von unterschiedlichen Freunden aus der Musikindustrie empfohlen bekommen. Unabhängig voneinander. Das hat mich natürlich aufhorchen lassen. Und dann kam ihr Song „Wunderfinder“ zusammen mit Curse, der mich und mein Takeover! Ensemble ja schon sehr lange begleitet. Dieser Song hat mir so gut gefallen! Ich habe also nach einer guten Gelegenheit gesucht, um Alexa mal für eine Zusammenarbeit anzufragen. Die Gelegenheit bot sich im Frühjahr dieses Jahres, wo ich für meine Takeover!-Konzertpremiere in der Philharmonie Essen nach einer Sängerin gesucht habe. Ich achte tatsächlich sehr darauf, dass wir unsere Bühnen im ausgewogenen Verhältnis mit Künstlerinnen und Künstlern teilen. Das ist mir persönlich immer ein Anliegen. Unser erstes Aufeinandertreffen war im Vorfeld sehr arbeitsintensiv. Sie weiß sehr gut, was sie will. Das respektiere ich sehr. Es ist immer erfüllender mit Künstler*innen zusammenzuarbeiten, die hinter ihrer Kunst stehen. Als wir uns dann persönlich zum Proben trafen, lief es vom ersten Moment an fantastisch. Ich wusste nach ein paar Takten schon, dass das ein gelungenes Projekt sein wird.

Alexa, Du hast in der Vergangenheit schon Songs mit den Rappern Curse oder Disarstar veröffentlicht. Oder mit Esther Graf, deren Musik dem HipHop ebenfalls nahe ist. Auch Miki hat einen starken Bezug zum HipHop und hat auch schon mit Curse und Megaloh zusammengearbeitet. Hatte diese gemeinsame Schnittmenge einen besonderen Einfluss auf Eure Zusammenarbeit? Alexa • Neben Curse und Disarstar habe ich auch schon mit Kool Savas gearbeitet. Das war sehr spannend. Wir haben gegenseitige Features auf unseren beiden Alben. Esther ist dem HipHop genauso nahe wie ich. Diese Umsetzung hat immer auch was urbanes vom Gefühl her. Abgesehen vom ersten Album, hatte ich auf allen anderen immer schon Hiphop Features. Daher lag die Zusammenarbeit auch irgendwie nahe… Wahrscheinlich auch, weil sich die Umfelder immer mal wieder kreuzen. Es war also eine Frage der Zeit, dass wir aufeinander treffen.

Was gefällt Dir daran, Deine Musik in ein neues Gewand zu hüllen? Siehst Du es auch als Herausforderung an, Deine musikalische Komfortzone zu verlassen? Alexa • Für mich fühlt sich das eher vertraut an, da ich auf den ersten beiden Alben komplett mit Streichern gearbeitet habe und auch schon 2 Touren hinter mir habe, bei denen ich mit den Berlin Strings, einem weiblichen Quartett, unterwegs war und meine Songs gespielt habe. Daher habe ich damit schon Erfahrung und feier das auch sehr.

Miki, gibt es bestimmte Kriterien, nach denen Du Künstler*innen auswählst, oder sind es individuelle Faktoren, die sich von vornherein nicht bestimmen lassen? Miki • Ich erwähnte ja schon das Verhältnis zwischen Männern und Frauen als Gäste unseres Ensembles. Aber das ist natürlich nicht die Hauptsache. Schließlich machen wir zusammen Musik. Das ist völlig unabhängig von der Geschlechterfrage. Mir ist Herzblut, Authentizität und Augenhöhe bei der Auswahl der Gäste sehr wichtig. Ich muss ganz unabhängig vom Genre, das sie bedienen, spüren, dass sie es ernst meinen. Sonst kann ich diese Zusammenarbeit nicht durchziehen. Denn dann wäre es ja nur ein Job. Aber ich muss natürlich auch sagen, dass mein persönlicher Geschmack auch eine kleine Rolle spielt.

Alexa, Dein erstes Album hast Du bereits 2008 veröffentlicht und zuletzt ist im Februar dieses Jahres Dein aktuelles Album “Liebe 404” erschienen. Worauf können sich die Besucher*innen beim Konzert freuen? Werdet Ihr hauptsächlich neuere Songs spielen oder sind auch ältere Stücke dabei? Alexa • Wir werden von allen Alben etwas spielen und es sind natürlich besondere Arrangements, die die Songs nochmal komplett anders beleuchten. Es wird sehr emotional und nahbar, was Mikis und auch meine besondere Spezialität ist. Ich werde kein Piano haben, an was ich mich klammern kann, sondern mich nur von Mikis Ensemble begleiten lassen. Eine, wie ich selbst finde, super spannende und krasse Symbiose.

Haben Dich die Vorbereitungen für das bevorstehende Konzert für Dein eigenes künstlerisches Schaffen inspiriert? Alexa • Jede Zusammenarbeit inspiriert und wirkt sich auf alles immer aus. Das ist das Schöne an Musik… Inwiefern sich das auswirkt, weiß nur das Unterbewusstsein. 🙂

Gibt es einen Aspekt, der dir, Miki, an der Arbeit, Genres miteinander zu vereinen oder aufzubrechen, im Besonderen gefällt? Miki • Es ist die Kreation von etwas Neuem aus bereits bestehenden Zutaten. Vielleicht wie ein kreativer Koch das auch sehen würde. Alle Zutaten für sich sind längst bekannt und funktionieren für sich sehr gut. Aber erst ihre Kombination lässt etwas vorher nicht Dagewesenes entstehen. Und im besten Falle schmeckt es noch anderen außer dem Koch. 😀

Dass die Idee und die Umsetzung der Konzerte auch dem Publikum schmeckt, ist keine Frage, denn in ihrer mittlerweile neunjährigen Geschichte, greifen die Musiker*innen des Takeover! Ensembles auf einen Künstlerkatalog zurück, der sich sehen lassen kann. Mit Aloe Blacc, Erykah Badu, Max Mutzke, Joy Denalane, Max Herre, Cassandra Steen, Bosse, dem DJ-Duo Moonbootica, Curse und Maxim spielten wir in Sälen wie der Philharmonie Essen, der Alten Oper Frankfurt, der Tonhalle Düsseldorf, der Berliner Philharmonie oder der Elbphilharmonie Hamburg.

Alexa, welche*n Künstler*in würdest Du gern mal bei einem Konzert sehen, bei dem die Stücke neu und genre-untypisch arrangiert werden? Alexa • Ich hatte Miki schon gesagt, dass ich es toll fände, wenn Disarstar mit ihm gemeinsam mal was machen würde. Die Tiefe seiner Lyrics, die meist einen politischen Hintergrund haben und bei denen man absolut hinhören muss, weil sie sich messerscharf im Ohr festsetzen, wäre bestimmt eine krass reizvolle Mischung.

Vielen Dank Euch beiden!

Weitere Informationen zum Konzert findet Ihr hier… 

Tickets gibt es bei Eventim und Westticket

“440Hz • Takeover! Ensemble & Alexa Feser”
Freitag, 25. November 2022, 21 Uhr

Robert-Schumann-Saal im Kunstpalast
Ehrenhof 4-5, 40479 Düsseldorf
www.kunstpalast.de 

Text: Presse
Interview: Lisa-Marie Dreuw
Bilder: Siehe Bildbeschreibung
© THE DORF 2022

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