Max Fiedler

Name: Max Fiedler
Alter: 44
Beruf: Illustrator

Gelernter Beruf: Kommunikationsdesign
URL: mexer.pigsell.com
@streetfiedler

Max Fiedler ist Illustrator, Kommunikationsdesigner und tief verwurzelter Düsseldorfer. Sein Spezialgebiet sind Illustrationen in Kinderbüchern, wie “Antonia war schon mal da” oder “Alles rollt! Mein Buch der Fahrzeuge”. Seine Bilder haben Wiedererkennungswert, Humor und ihren eigenen Charme. In seinem Buch “Mein großes Kritzelbuch Düsseldorf”, das 2014 im Droste Verlag erschien, dürfen die Kinder selbst kreativ werden und mit dem eigenen Stift persönliche Assoziationen und Eindrücke rund um Düsseldorf skizzieren. Gleichzeitig wird den Kindern ein Stück von Düsseldorfs Geschichte vermittelt. Für THE DORF hat er nun ein Motiv neu aufgelegt. Im Interview spricht Max über seine persönliche Perspektive auf Düsseldorf, seine Arbeit und welche lokalen Orte ihn besonders inspirieren.

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In Deiner Zeichnung für THE DORF treffen sich die verschiedensten Figuren auf der Kö. Wie kam es zu dem Motiv und wie ist Deine Beziehung zur Kö? Das Buch “Mein großes Düsseldorf Kritzelbuch, Droste Verlag” ist ein Mitmachbuch, dass verschiedene Facetten und interessante Orte von Düsseldorf darstellen soll. Es werden Orte in Düsseldorf vorgestellt, die entweder sehr prägend für die Stadt sind oder eine unerwartete, interessante Geschichte haben. Beispielsweise der Zoopark, die Düssel oder der Schlossturm. Kinder können in dem Buch viel über die Stadt lernen. Die Kö-Seite hingegen ist eher eine Seite, die Spaß machen soll.

Steht die Kö immer noch für das Schicki-Micki-Düsseldorf oder hat sich dieses Image in Deinen Augen in den letzten Jahren verändert? Meiner Meinung nach hat sich das Image nicht geändert. Es hat sich eher stetig gefestigt, Düsseldorfs Angeber-Schickimicki-Meile zu sein. Störend finde ich das nicht besonders. Man weiß, was einen auf der Kö erwartet und kann es dementsprechend meiden, wenn man denn will. Beunruhigend ist die rasende Gentrifizierung einiger Ecken in Düsseldorf. Überall wachsen diese überteuerten Luxus-Wohnkomplexe, die noch nicht einmal gut aussehen.

Was ist für Dich typisch Düsseldorf? Kurze Wege und große Freundeskreise, die immer mindestens eine Überschneidung haben. Außerdem gibt es in Düsseldorf viel Kunst und Kultur (weniger Club-Kultur), viele Restaurants, Cafés und Altbier. Natur ist auch reichlich vorhanden: Der Grafenberger Wald, die Rheinwiesen und überhaupt der Rhein. Das sind Sachen, die mir am Herzen liegen, und nicht unbedingt typisch für Düsseldorf sind. Es gibt hier eben eine schöne Auswahl an Dingen, die unternommen werden können.

Wie kann man sich einen normalen Arbeitstag von Dir vorstellen? Ich stehe momentan um 6 Uhr auf, bringe nach dem Frühstück meine beiden ältesten Kinder in die Grundschule, fahre dann mit dem Fahrrad von Grafenberg nach Flingern zu meinem Arbeitsplatz im Studio Rabotti. Hier gibt es meist einen zweiten Kaffee mit den Kollegen. Wenn ich den Luxus habe, starte ich den Tag gerne mit einer kleinen persönlichen Arbeit, einer Skizze, einer kurze Animation oder Ähnliches. Sozusagen zum Aufwärmen.

Dann setze ich mich an ein Projekt, das gerade aktuell ist und oberste Priorität hat. Zur Zeit arbeite ich, zusammen mit Martin Baltscheit an dem Kindercomic “Herr Elefant und Frau Grau” für den Kibitz Verlag. Einmal im Quartal illustriere ich ein Kinder-Wissenschaft- und Technik-Magazin für den VDI. Außerdem arbeite ich zusammen mit meinen zwei Freunden Arnold Rauers und Oliver Salkic an einem Computerspiel “Card Crawl Adventure”.

Hast Du eine Lieblingsillustration? Das ist sehr schwierig. Ich habe nicht die eine Lieblingsillustration. Es gibt Illustrationen, die mich sehr beeinflusst haben. Das sind zum Beispiel die gereimten Lurchie Bücher, die ich mir als Kind sehr oft angeschaut habe, die Bilderbücher von Maurice Sendak und die Zeichnungen von Tommi Ungerer, von denen wir ein paar in der elterlichen Wohnung als Plakate hängen hatten. Dann sind auch unzählige Schallplattencover aus der Sammlung meines Vaters für mich sehr faszinierend gewesen.

Mit welcher Person, tot oder lebendig, würdest Du gerne ein Altbier trinken gehen? Mit meinem Opa, den ich nicht kennengelernt habe. Mit Tommi Ungerer wäre toll, gerne aber auch mit Christophe Blain, dessen Comics ich verehre, oder mit William Gibson, das wäre auch sehr fein.

 Vielen Dank! 

Interview: Franka Büddicker
Foto: Sabrina Weniger
© THE DORF 2021/22

English version:

Name: Max Fiedler
Age: 44
Profession: Illustrator

Professional education: Communication design
URL: mexer.pigsell.com
@streetfiedler

Max Fiedler is an illustrator, communication designer and deeply rooted Düsseldorf resident. His speciality is illustrations in children’s books. His drawings have recognition value, humour and their own charm. In his book “Mein großes Kritzelbuch Düsseldorf” (My big doodle book Düsseldorf), published by Droste Verlag in 2014, children are allowed to get creative themselves and sketch personal associations and impressions around Düsseldorf. He has now reissued a motif for THE DORF. In the interview, Max talks about his personal perspective on the city, his work and which local places inspire him in particular. 

In your drawing for THE DORF, a wide variety of figures meet on the famous shopping street Königsallee. How did the motif come about and what is your relationship to the “Kö”? The book “Mein großes Düsseldorf Kritzelbuch, Droste Verlag” is a participatory book that is supposed to show different facets and interesting places of Düsseldorf. It presents places that are either very characteristic of the city or have an unexpected, interesting history. For example, the Zoopark, the Düssel or the Schlossturm. Children can learn a lot about the city in the book. The “Kö” page, on the other hand, is more of a fun page. 

Does the Königsallee still stand for the chic and posh Düsseldorf or has this image changed in your eyes in the last few years? In my opinion, the image has not changed. If anything, it has steadily consolidated its status as Düsseldorf’s show-off chic mile. I don’t find that particularly disturbing. You know what to expect on the “Kö” and can avoid it accordingly if you want to. What is disturbing is the rapid gentrification of some corners in Düsseldorf. These overpriced luxury apartment complexes are growing everywhere, and they don’t even look good. 

What is typical of Düsseldorf for you? Short distances and large circles of friends that always have at least one overlap. There is also a lot of art and culture in Düsseldorf (less club culture), many restaurants, cafés and Altbier. Nature is also abundant: The Grafenberg Forest, the Rhine meadows and the Rhine in general. These are things that are close to my heart and not necessarily typical of Düsseldorf. There is just a nice selection of things to do here. 

How can one imagine a normal working day for you? I currently get up at 6am, take my two oldest children to primary school after breakfast, then ride my bike from Grafenberg to Flingern to my workplace at Studio Rabotti. Here I usually have a second coffee with my colleagues. If I have the luxury, I like to start the day with a little personal work, a sketch, a short animation or something similar. To warm up, so to speak. 

Then I get to work on a project that is current and has top priority. At the moment, I’m working with Martin Baltscheit on the children’s comic book “Herr Elefant und Frau Grau” for Kibitz Verlag. Once a quarter I illustrate a children’s science and technology magazine for the VDI. I’m also working on a computer game “Card Crawl Adventure” with my two friends Arnold Rauers and Oliver Salkic. 

Do you have a favourite illustration? There are many illustrations that have influenced me a lot. For example, the rhymed Lurchie books, which I looked at a lot as a child, the picture books by Maurice Sendak and the drawings by Tommi Ungerer, some of which we had hanging as posters in my parents’ flat. Then I was also fascinated by countless record covers from my father’s collection. 

With which person, dead or alive, would you like to go for a drink of Altbier? With my grandfather, whom I never met. With Tommi Ungerer would be great, but also with Christophe Blain, whose comics I adore, or with William Gibson, that would also be very nice. 

THE DORF • THE MAG is part of the #urbanana project by Tourismus NRW

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