#ONEHUNDREDPALMS VON EVA ZIMMERMANN

#ONEHUNDREDPALMS @ White room Düsseldorf Foto: Eva Zimmermann

Eine Palme täglich, 100 Palmen lang: Die Düsseldorfer Designerin Eva Zimmermann beschäftigte sich hundert Tage lang mit dem gleichen und doch nicht dem selben Motiv. In der Pandemie stellte sie sich im Februar 2021 der Aufgabe, jeden Tag eine Palme zu zeichnen – in der Hoffnung, neue kreative Wege und Techniken zu finden, die sie in Zukunft auch für andere Projekte nutzen könnte.

Die Palme als Kern der Aufgabe war schnell definiert. Die Palme hat sie schon in früheren Arbeiten beschäftigt und ist für Eva das perfekte Symbol für chronisches Fernweh. Besonders in Zeiten, in denen das Reisen in ferne Länder an sich in weite Ferne rückt, war dieses Projekt ein Stück Urlaub für die Seele, sagt Eva über das Projekt. Eva erkundete, überprüfte und hinterfragte die Grenzen und Möglichkeiten der Darstellung einer Palme – hundertmal, täglich, mit Stift, Pinsel Schere oder Licht.

Jetzt sind ihre #onehundredpalms ab dem 27. Februar 2022 im WHITE ROOM auf der Hoffeldstraße 12 in Flingern zu sehen. Wir stellten Eva sechs Fragen zu ihren Palmen.

Kaum ein Baum ist in seinem Charakter und seiner Form so unverkennbar. Egal wie einfach oder detailliert dargestellt. Die Grenzen und Möglichkeiten der Darstellung habe ich erkundet, überprüft und hinterfragt – hundertmal. 

Liebe Eva, für all diejenigen, die dich nicht kennen: Wer bist Du und was machst Du? Ich bin ein echtes Düsseldorfer Mädsche mit chronischem Fernweh, habe eine große Leidenschaft für Hiphop und Tschaikowsky und arbeite seit 15 Jahren als Art Direktorin & Designerin, seit 2017 zusammen mit meinem Mann Guido in unserem Büro in Flingern.

Du hast dich 100 Tage in Folge mit dem gleichen Motiv auseinandergesetzt. Wurde Dir dabei nicht langweilig? Wie hast Du Dich jeden Tag motiviert? Erstaunlicherweise wurde mir nicht langweilig. Es gibt einfach sehr viele Möglichkeiten und Techniken, sich mit ein und demselben Motiv auseinanderzusetzen. Deshalb fiel es mir meistens auch nicht schwer, mich zu motivieren. Und wenn es mal etwas schwieriger war, gewann der Anspruch, das Projekt konsequent durchzuziehen.

Hand aufs Herz: Hast Du einen Tag geschwänzt oder die 100 Tage am Stück durchgezogen? Ich hab durchgezogen. Aber man sieht den Bildern an, ob ich in guter oder schlechter Tagesform war. Ein paar Male ist es mir erst spät abends auf der Couch eingefallen. Dann habe ich schnell auf dem Telefon eine Palme gemalt. Eine habe ich aus Zeitnot im Kinderzimmer beim Spielen mit meiner Tochter eine Palme aus Lego gebaut. Und eigentlich sollte die Palme mit den Pailletten als krönender ­Abschluss die Nummer #100 werden. Aber wie das so ist, wenn man Neues ausprobiert – es klappt selten alles nach Plan. Die ­Pailletten pappten am Holz, nix flitterte. So funktionierte es nicht und ich hatte keine Zeit mehr. Aus diesem Grund ist #97 ein Glas Rum. Ich war frustriert. 

Warum ausgerechnet die Palme? Und nicht ein anderer Baum? Was hat dich überzeugt? Die Palme hat mich schon in vielen früheren Arbeiten beschäftigt und ist das perfekte Symbol für mein chronisches Fernweh. Besonders in Zeiten, in denen das Reisen in ferne Länder selbst in weite Ferne rückt. Ausserdem war es wichtig, für dieses Projekt etwas zu finden, das sich zur Not auch in fünf Minuten umsetzen lässt. Mir war von Anfang an bewusst, dass ich nicht jeden Tag die Muße und Ruhe finden würde, micht stundenlang damit zu beschäftigen. Da bietet sich die Palme an. Kaum ein Baum ist in seinem Charakter und seiner Form so unverkennbar. Egal wie einfach oder detailliert dargestellt.

Welches Motiv ist Deine Lieblingspalme? Und wo steht Deine “echte” Lieblingspalme? Meine Lieblingspalme ist die #37 und sie ist gleichzeitig auch meine „echte“ Lieblingspalme. Ich habe sie vor 17 Jahren selber auf Aitutaki gepflanzt und würde zu gern wissen, wie groß sie mittlerweile ist.

Was haben dich die 100 Tage mit dem gleichen Motiv der Palme gelehrt? Welche Erfahrungen nimmst du für neue Projekte mit? Es lohnt sich einfach immer, Neues auszuprobieren. Manchmal klappt es, manchmal nicht. Es gibt auf jeden Fall ein paar Palmen, die mir – wie ich finde – nicht besonders gelungen sind. Und trotzdem weiß ich jetzt besser, was ich gut kann und was nicht. Außerdem habe ich Techniken entdeckt, die ich mittlerweile für weitere Projekte genutzt habe. Ich habe für Kunden und auch privat weitere Lampen entworfen und gefertigt und weitere Projekte mit Pailletten gestaltet. Mit Letzterem würde ich in Zukunft gern auch mal etwas größeres machen.

Mit welchem Gefühl bist du in deine Palmen-Reise gestartet und mit welchem verlässt du sie? Ich bin mit dem Gefühl gestartet, dass das Ganze schnell langweilig werden könnte. Mein Gefühl zum Schluss hingegen war eher, dass 100 Tage nicht genug sind. Ich habe meine Palmen anfangs richtig vermisst.

#ONEHUNDREDPALMS by @ Eva Zimmermann
27. Februar bis 19. März 2022
Di. – Fr.: 11 – 15 Uhr, Sa.: 12 – 16 Uhr

WHITE ROOM
Hoffeldstraße 12
40235 Düsseldorf
www.whiteroom-dus.de

Interview: Anna Dittberner
Fotos: Eva Zimmermann
© THE DORF 2022

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