Selena | Sanescere

Name: Selena
Gelernter Beruf: Fotografin
Geburtsort: Düsseldorf

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Ein schummriges Treppenhaus im Zakk, im Hintergrund wabert Musik und auf der Treppe treffen wir Selena. Wollten wir schon länger, hat aber nie geklappt. Jetzt endlich, im Rahmen des Fem_Pop Festivals, ist es soweit und sie grinst uns zufrieden an. Gerade hat sie ein Konzert mit ihrer Band „Sanescere“ gespielt und jetzt Zeit, um mit uns zu sprechen. Über Musik, Familie und eine kleine Vision für Düsseldorf.

Wie war’s? Schön war’s, trotz technischer Probleme hat es sehr viel Spaß gemacht. Und ich fand die Menschen schön und die Atmosphäre auch. Es ist eine Ehre für so ein cooles Ding zu spielen, wie Fem_Pop. Ich bin begeistert von allem, es hat sehr viel Spaß gemacht.

Viele Leute haben dich heute hier zum ersten Mal kennengelernt und gehört. Für die, die nicht dabei waren: wer bist du, bzw. wer seid ihr? Wir sind Sanescere und wir machen Musik, auch beruflich – und das macht uns sehr viel Spaß. Wir hoffen, damit sehr weit zu kommen. Ich bin hier aufgewachsen bei meinen Eltern. Und die beiden sind auch meine Bandmitglieder, by the way – wir sind eine Band und eine Familie.

Wie kam es dazu – Spontane Entscheidung am Frühstückstisch oder von langer Hand geplant? Die Ursprünge waren schon ganz früh. Ich hab schon immer viel Musik mit meinem Papi gemacht, das war das erste, was ich wollte: Gitarre spielen, singen und einfach mit Papa Musik machen. Das hat sich dann gefestigt und dann haben wir gesagt: „So, jetzt reicht’s, jetzt kommt ein eigenes Projekt und das wird fett“. Dann ist 2016 unser erstes Album entstanden und jetzt sitzen wir schon am zweiten.

Lass uns doch mal „reinhören“. Wie klingt eure Musik, wie würdest du euren gemeinsamen Sound beschreiben? Größtenteils Independent, mit ein bisschen Elektroeinflüssen – bzw. so wie heute, mit vielen Elektroeinflüssen eigentlich. Das Schöne bei uns ist, dass wir uns nie gleich anhören, wir können die eine Show so spielen wie heute und die andere dann ganz rockig. Wir sind frei. Momentan ist es auf der „Psychedelic-Elektro-Schiene“ gelandet, trotzdem mit Pop-Einflüssen und allem was uns so gefällt.

Viele Musiker nennen als Inspiration ja häufig die Plattenkiste ihrer Eltern. Du machst jetzt Musik mit deinen Eltern. Wie ist das da? Ich bin stark geprägt von David Bowie und Freddie Mercury und dem ganzen Spaß. Die Red Hot Chili Peppers und die Beatles – das ist meine Musik gewesen, schon immer. Ich entdecke viel Neues und das kriegt mein Papa dann natürlich mit und es gefällt ihm meist. Wir verstehen uns da musikalisch extrem gut.

Habt ihr aktuell eine gemeinsame Lieblingsband? Uhhh schwierig. Wir hören wie gesagt viel Bowie und Queen. Aber auch die neuen Sachen von Depeche Mode, weil die ja auch deutlich elektronischer sind. Ich persönlich finde Half Moon Run ganz geil.

Du hast es eben schon angesprochen: Musik ist euer gemeinsamer Job. Wie funktioniert das? Extrem gut. Wir sitzen jeden Tag dran, haben für den Gig heute zum Beispiel sehr viel geübt. Gleichzeitig ist es ein freies Konzept, das wir haben – das heißt, wir spielen jede Show anders. Trotzdem sitzen wir natürlich jeden Tag zusammen, die beiden machen das auch noch anderweitig beruflich, um eben auch genug Geld damit zu verdienen. Komplett können wir nur von Sanescere aktuell noch nicht leben, aber ich hoffe, dass das bald der Fall sein wird. Ich fotografiere auch noch beruflich. Aber das Hauptaugenmerk liegt darauf, dass unsere Band groß wird. Das ist unser gemeinsamer Traum.

Und wie gut klappt das mit der Harmonie? Als Band und Familie? Gut! Meine Eltern sind nicht nur meine Eltern, sondern wirklich auch meine besten Freunde. Wir teilen uns die Arbeit auch gut auf: ich mache zum Beispiel den ganzen Social Media Kram, die Produktion der Songs liegt bei meinem Papa. Mit der ganzen Technik und den Computern und dem Hokus-Pokus dahinter kenn‘ ich mich nicht so aus. Ich schreib meine Texte und meine Melodien und bin damit ganz happy. Das geht alles gut Hand in Hand.

Trotzdem gibt’s sicher auch immer mal Momente, wo es hakt…Ja, aber das kann man nicht so auf Themenfelder festmachen. Das hängt meist damit zusammen, wenn einer von uns dreien rumzickt, weil er oder sie einen schlechten Tag hat. Zum Glück sind wir musikalisch auf einer Ebene – natürlich hat jeder einen etwas anderen Einschlag, aber wir finden da super gut zusammen. Über Musik streiten wir uns tatsächlich kaum.

Sondern arbeitet lieber gemeinsam daran. Wie geht’s jetzt weiter? Wir werden Ende dieses Jahres unser nächstes Album rausbringen, es wird viel elektronischer. Wir probieren uns aktuell noch aus und sind immer für eine Überraschung zu haben, aber: es wird auf jeden Fall gut. Ich freue mich sehr.

Wir sind jedenfalls gespannt! Lass uns noch kurz über Düsseldorf sprechen. Du bist seit deiner Kindheit hier, dir scheint’s also zu gefallen. Was schätzt du an der Stadt am meisten? Die Vielseitigkeit. Ich hab hier alles. Wenn ich reiche Menschen sehen will, gehe ich auf der Kö spazieren. Wenn ich Kultur haben möchte, kann ich das jederzeit haben. Ich find die Museen toll. Es gibt eine gute Musikszene, die ist zwar noch ausbaufähig – aber das ist ja eigentlich alles. Ich bin sehr happy hier zu sein. Ich schätze den Marktplatz und die Rösterei Vier sehr. Da trinke ich meinen Kaffee und das ist einer meiner Lieblingsorte in Düsseldorf.

Gibt’s denn trotzdem irgendwas wo du sagst: das braucht die Stadt noch? Auf der musikalischen Seite: mehr Newcomer-Förderung. Mehr Livemusik. Mehr Straßenmusik, nicht nur die üblichen Verdächtigen. Es sind ja immer die gleichen. Ich spiel auch manchmal auf der Straße, leider nicht oft genug. Das fände ich wirklich schön: noch mehr Musik in den Straßen und überhaupt – Musik sollte verbreiteter sein in Düsseldorf.

MORGENS

Guten Morgen – wo trinkst du morgens Deinen Espresso in der Stadt, um wach zu werden? In der Rösterei4

Zum Sonntags-Brunch und ausgedehnten Frühstück trifft man dich… im Sulis oder in der Flurklinik

MITTAGS

Lecker, gesund und frisch lunchen gehst du in Düsseldorf… auf dem Markt (Carlsplatz)

NACHMITTAGS

Deine Lieblingsroute zum Spazierengehen, Schlendern, Kopf-Frei-Kriegen: Grafenberger Wald
Drei Plätze in Düsseldorf, die du deinen Gästen unbedingt zeigen musst: Die Wallstraße, die Kiefernstraße, das Sulis

ABENDS

Wo verbringst du am allerliebsten einen gemütlichen Abend mit Freunden oder der Familie? Zuhause bei einer Platte und gutem Essen

Welches Restaurant repräsentiert für dich am meisten den typisch-charakteristischen Geschmack von Düsseldorf? Die Flurklinik

Ein Restaurant, wo du immer mal hinwolltest, aber noch nie warst: Tatsächlich das OKINI

Dein absoluter Gastro-Geheimtipp-Lieblings-Spot, den du hier mit allen teilen möchtest? La Dü

Dein Lieblings-Altbier: Ich trinke keinen Alkohol.

NACHTS

Deine Lieblingsbar oder Dein Lieblingsbartender sind: Bar Cherie

Eine ganz besondere, erinnerungswürdige Nacht in Düsseldorf hast du wo verbracht? Stone im Ratingerhof

Dance the night away! Getanzt wird hier: Stone 😀

IMMER

Was vermisst du an der Stadt, wenn du nicht in Düsseldorf bist? Das Essen und den Kaffee

Könnte man Düsseldorf essen, schmeckt es nach… Pizza mit Knoblauch/Scharf, nachts in der Altstadt

Was liebst du am meisten an Düsseldorf? Die Vielfalt

Was hasst du am meisten an Düsseldorf? Hektik

Gibt es Plätze oder Orte in der Stadt, die dich in deinem Job inspirieren? Hitsville und die Natur 😉

STIL

Wo suchst & findest Du Möbel für Deine Wohnung? Großmarkt

Deine Top 3 Shopping-Adressen in Düsseldorf? Secondhandladen auf der Wallstraße und Flohmärkte

Gibt es (einen) Düsseldorfer Designer oder Künstler, den du besonders schätzt und wenn ja, warum?
Ja, Sebastian Ax. Er ist ein außergewöhnlicher Künstler und packt mich jedes mal aufs neue mit seiner Kunst.

Der beste Ort, um Leute zu beobachten? Marktplatz R4

Nach welchen Regeln stylst du dich? Was geht gut und was geht gar nicht? Ich besitze größten Teils schwarze Klamotten, also alles mit allem! Hauptsache ich fühl mich wohl.

Beschreibe den typischen Düsseldorfer-Stil in drei Worten: Extrovertiert, provokant, vielfältig.

ALLGEMEIN

Was ist dein Lieblingsessen? Pizza

Wo oder wobei kannst du am besten entspannen? Vor dem Kamin mit meinem Hund

Dein Lieblingsreiseziel ist? Kanada

Welches Buch liegt aktuell auf dem Nachttisch? Ich und die Menschen

Welchen Kinofilm hast du zuletzt gesehen? ‚Der Junge muss an die frische Luft‘

Dein All-Time-Favorite-Movie? Harold and Maude

Aktuell läuft auf deiner Playlist/deinem Plattenspieler? Black Star von David Bowie

Dein All-Time-Favorite-Song? 21 Gun Salute von Half Moon Run

Vielen Dank!

Text: Meike Glass
Fotos: Kristina Fendesack
© THE DORF 2019

 

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