20 JAHRE VASELINE

HAPPY BIRTHDAY VASELINE!  An einem grauverhangenen 24. Oktober 1998 eröffnete ein kleiner Second Hand Shop in der Düsseldorfer Wallstraße. Provokant. Bunt. Fröhlich. Anders. Hier gab es unter anrüchigem Namen alte Playboyhefte, selbstgebastelte Lampen, geblümte Regenmäntel – und einen charismatischen Besitzer namens Rolf Buck.

Heute ist aus der ehemaligen Lieblingsadresse für Vintagemode und -möbel ein wahres Kreativimperium geworden: Store, Styling, Setbau – nichts ist vor Rolfs schillerndem Tatendrang sicher. Gemeinsam mit Schwester Linda und Partner Raffael und seiner Style with a Smile GmbH setzt der VASELINE-Boss mit den norwegischen Wurzeln jede noch so kreative Idee um. Angefangen aber hat alles 1998 auf 38 winzigen Quadratmetern in einer kleinen Passage – und das wird jetzt einen Monat lang gefeiert!

Zelebriert wird das Jubiläum mit der VASELINE POP UP TEESTUBE. Direkt gegenüber des allerersten VASELINE Stores – im ehemaligen Kult-Store Ullis Lederladen – erwarten Kunden vom 1. bis 31. Dezember in gemütlicher Teestuben-Atmosphäre selbstgemachte Möbel, ausgesuchte Bilder, Schallplatten und viel, viel, viel mehr! Ausgestopfte Tiere etwa, Schmuck von Lovely Rita, Karo’s Cord-Sessel und Lampen eines jungen Industriedesigner, dessen Namen wir an dieser Stelle nicht verraten. Dazu gibt es die schönsten Pflanzen der Stadt und eine Polaroid-Ausstellung aus 20 Jahren VASELINE.

Vorbeikommen lohnt sich! Allein schon, weil man hier den Chef persönlich auf einen Tee treffen kann. Und der freut sich: Auf Besuch. Auf alte VASELINE-Geschichten. Und natürlich auf jede Menge Geschenke!!! Rolf wünscht sich von allen glücklichen VASELINE-Kunden ein selbstgemachtes Foto vom Store oder von einem dort erworbenen Objekt! Sollte ja wohl drin sein. Der VASELINE Store in der Wallstraße 35, nur wenige Häuser weiter, bleibt während der Zeit selbstverständlich regulär geöffnet. Das Grandopening find am Samstag, den 1. Dezember ab ca. 18 Uhr statt.

20 JAHRE – 20 FRAGEN
VASELINE-BOSS ROLF BUCK IM INTERVIEW 

Wie bist du auf den Namen Vaseline gekommen? Ich liebe es, Dingen außergewöhnliche Namen zu heben. Mein Hund beispielsweise hieß Händi, sein Körbchen Tokio. Ich wollte einen Namen finden, der anrüchig ist. Man verbindet Vaseline ja eher mit einem Sexshop als mit einer Boutique.

Beschreibe Vaseline mit drei Worten! Wandlungsfähig. Fröhlich. Geschmackssache.

Mit welchem Konzept hat Vaseline angefangen?  Als reiner Second Hand Store! Ich habe damit angefangen, Vintage Kleidung und Möbel zu sammeln und zu verkaufen. Waren sie zu schrottig, wurden sie von mir kurzerhand weiterverarbeitet oder gepimpt. Dann kamen langsam mehr und mehr neuwertige Sachen hinzu. Vaseline war und ist bis heute ganz und gar mein Geschmack – und der ändert sich im Laufe der Zeit. Ohne meine Schwester Linda wäre das Ganze aber nicht möglich gewesen. Sie war von der ersten Sekunde an dabei und hat mich unterstützt, hat den Laden aufgeschlossen und mit den Kunden geflirtet. Ohne Linda würde Vaseline heute nicht existieren.

Was war der schönste Moment in den letzten 20 Jahren Vaseline? Als ich 2002 von den ursprünglichen 38 Quadratmetern ein Ladenlokal mit 220 qm gezogen bin und endlich die ganze Bandbreite meiner kreativen Arbeit zeigen konnte. Am allerschönsten aber sind die Momente der Wertschätzung unserer Kunden. Meine erste selbstentworfene Lampe hängt noch immer in der Privatwohnung eines Zahnarztes in Oberkassel. Und da ist dieser Kunde, der mir seit 18 Jahren jeden Dezember ein Foto seiner Weihnachtspyramide mit Comicfiguren schickt, die er bei mir gekauft hat. Das macht mich sehr glücklich.

Und was war der Schlimmste? Eines Nachts hat bei Vaseline ein Leuchttisch angefangen zu brennen. Es war ausgerechnet ein Samstag. Ich bin erst Montagfrüh wiedergekommen und die Sirene war immer noch an und der ganze Laden war voller Rauch. Der zweitschlimmste Moment war: Ich hatte in der Vaseline ein Shooting mit einer 4 Meter langen Schlange, die nur alle 7 Wochen Stuhlgang hat. Die Schlange hat durch das Blitzlichtgewitter am Set leider einen nervösen Magen bekommen und just geschissen. Und da sie das nur alle 7 Wochen macht, hat das so bestialisch gestunken, dass wir den Laden für zwei Tage schließen mussten.

Erinnerst du dich an deinen ersten Kunden? Ich habe damals Second Hand Playboy Zeitschriften verkauft. Die Frau von Jürgen Drews hat dann ein Heft gekauft, auf dessen Cover sie abgebildet war. Zu meinen ersten Kunden gehörte auch ein Fotograf, dem ich Pornokarten mit Wackelaugen verkauft habe.

Wem würdest du gerne mal was verkaufen? Ich würde gerne Boy George ein paar Hüte verkaufen. Ich finde, er könnte ein paar neue gebrauchen.

Welche interessante Persönlichkeit hat schon bei Vaseline geshoppt?  So einige… Elke Heidenreich war mal da und ist seitdem mit mir bei Facebook befreundet. Barbara Schöneberger hat letztes Jahr vor Weihnachten tüchtig eingekauft. Vor einem halben Jahr stand plötzlich Priscilla Presley mit zwei Leibwächtern im Laden und hat sich umgeguckt. Am nächsten Tag ist sie wiedergekommen und hat Vintage Schmuck gekauft.

Du hast deinen Partner Rafael bei Vaseline kennengelernt. Wie war diese erste Begegnung? Es war Liebe auf den ersten Blick. Ich habe ihn gesehen und habe mich gleich sieben Jahre jünger gemacht. Denn es war eine Woche nach seinem 16. Geburtstag. Seitdem hat er mich jeden Tag im Laden besucht – seit nunmehr fünfzehn Jahren. Und ist bis heute nicht nur der Mann an meiner Seite, sondern ein fester Bestandteil des Vaseline-Teams.

Was ist das Verrückteste, das du je verkauft hast? Ich hatte mal einen ausgestopften Pudel, den hat ein älteres englisches Paar gekauft und in ihre Heimat geschmuggelt. Man darf nämlich keine ausgestopften Tiere nach Großbritannien einführen. Die haben ihn einfach ins Handgepäck gesteckt und im Flieger gebetet. Nach der Landung bekam ich dann eine kurze Email: „Es hat funktioniert!“

Wie hat dich Vaseline beruflich weitergebracht? Mich hat eine Stylistin der deutschen Vogue im Laden entdeckt, eine Stammkundin, die zu mir gesagt hat: „Du hast Talent, du assistierst mir!“ So bin ich Stylist geworden. Vaseline war und ist bis heute unser Showroom und Aushängeschild. Dadurch kamen auch viele Jobs als Setbauer oder Dekorateur hinzu – von der Messe Düsseldorf zum Beispiel. Eines Tages kam ein Mitarbeiter von Peek&Cloppenburg in den Laden und sagte: „Diese Wand hier – von da bis dort – bitte genauso lassen und bei uns in Frankfurt im Schaufenster aufbauen!“ Das war schon toll!

Gibt es ein Label, das du entdeckt hast? Ich war der erste im Revier, der Freitag Taschen geführt hat. Mittlerweile sind die ja ganz erfolgreich und haben einen eigenen Laden auf der Hohe Straße. Ich habe immer mit Jungdesignern und Leuten von der Kunstakademie gearbeitet. Ich habe sie gefördert und ihnen eine Plattform im Laden gegeben, ihre selbstgemachten T-Shirts, Kerzen, Lampen oder gebundenen Bücher zu verkaufen.

Du hast bei Vaseline sogar ein Casting gemacht. Wie lief das ab? Ich habe viel für internationale Magazine gearbeitet und als Stylist wurde ich häufig gefragt, ob ich interessante oder schräge Menschen kennen würde. Im Laden habe ich täglich so viele spannende und bestens gekleidete Menschen, einfach gute Typen mit Persönlichkeit oder einer Wahnsinnsfrisur gesehen. Da habe ich angefangen, Polaroids von Kunden zu machen und eine Kartei anzulegen. Diese alten Polaroids werden in der Vaseline Pop Up Teestube ausgestellt.

Welche Zusammenarbeit fandest du am spannendsten? Mit Tal R, einem Professor der Kunstakademie habe ich 2007 einen Offroom gegründet. Im hinteren Teil der Vaseline konnten seine Studenten gemeinsam mit mir alle zwei Monate eine neue Ausstellung organisieren.

Was inspiriert dich? Menschen inspirieren mich. Ich beobachte gerne Details an Menschen. Reisen interessieren mich. Schaufenster. Boutiquen. Großstädte. Flohmärkte. Trödelmessen. Alles, wo es was zu entdecken gibt.

Wo bekommst du die ganzen Produkte her? Durch meine Reisen als Setdesigner komme ich viel rum. Meine Sonnenbrillen habe ich aus Los Angeles mitgebracht, meine Home Accessoires stammen aus Paris, die Papeterie aus England. Tolle neue Stücke finde ich auf internationalen Messen und (Antik)Märkten.

Was verbindest du mit der Wallstraße? Heimat! Ich nenne sie ganz liebevoll „Wallstreet“ und sie ist eine der gemütlichsten Straßen der Altstadt. Ein wenig versteckt, aber unglaublich familiär. Ich hatte tatsächlich kurz überlegt, nach Berlin zu gehen oder in eine noch größere Stadt. Denn Düsseldorf ist mir manchmal nicht anonym genug, dafür recht provinziell. Aber ich liebe Düsseldorf als meine Heimat und ich liebe den Rhein.

Wer kauft alles bei Vaseline ein? Die Enkelin mit der Mutter und der Oma. Alle drei tragen Chucks und kaufen was bei mir. Die Enkelin findet was für ihre Großmutter zum Geburtstrag und die Oma findet was für die Enkelin zu Weihnachten. Und alle sind glücklich. Dazu haben wir sehr viele Touristen unter unseren Stammgästen, die jedes Jahr wiederkommen.

Wie sieht Vaseline wohl in 20 Jahren aus? Vaseline wird sich erweitern. Wir werden ein Café dazu nehmen und mehr Events anbieten. Nächstes Jahr gibt es uns endlich online. Und 2038 vielleicht auf dem Mars.

Was würdest du gerne mal gefragt werden? Würdest du das nochmal machen, Rolf? Also den Laden eröffnen. Ich würde sagen: Ja! Auf jeden Fall! Den Anfang würde ich ganz genauso machen wie damals. Aber ich würde auch dem kleinen Rolf sagen, der mit 27 Jahren den kleinen Vaseline-Laden eröffnet hat: Zweifel nicht so an dir! Trau dir mehr zu!

Vielen Dank!

VASELINE POP UP TEESTUBE
Wallstraße 37, 40213 Düsseldorf 

1. Dezember bis 31. Dezember 2018
Donnerstags und freitags von Anbruch der Dämmerung bis 21 Uhr
Samstags von 12 bis 21 Uhr

GRAND OPENING + PUNSCHTIME 

Samstag, 1. Dezember 2018, 18 bis 21 Uhr
Punsch, Haschkekse, Playboyhefte… und viele glückliche VASELINE-Gesichter! Herein in die gute Teestube. Perfekt, um vor der UNIQUE-Party im Weltkunstzimmer auf einen heißen Punsch vorbeizuschauen…. denn die Schlauen unter euch wissen längst: Rolf war lange Türsteher in dem schönsten Club Düsseldorfs. Nostalgie im Doppelpack!

Text: Karolina Landowski
Foto: Sabrina Weniger
(c) THE DORF 2017/18

Vaseline

Wallstr. 35
40213 Düsseldorf

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Öffnungszeiten

Mo – Sa: 12 – 19 Uhr
So: geschlossen

Zahlungsmöglichkeiten

Bar, EC

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