Theaterproduktion „Judas“ in der Tersteegenkirche

Valerie Schneider spielt Judas - Credits: Lukas Marvin Thum

Doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird. Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre. – Mk 14, 26

Am Samstag, 14. Mai 2022 findet die Premiere von “Judas” in der Tersteegenkirche statt. Kein anderer Name steht so wirkmächtig für Verrat, Betrug und Schuld wie Judas. Wer war dieser Mann, der Jesus für 30 Silberlinge ans Kreuz brachte? 

In Lot Vekemans Monolog tritt die biblische Randfigur aus dem Schatten ihrer verhängnisvollen Geschichte heraus. Judas macht sich frei von den Erzählungen, die seit zwei Jahrtausenden über ihn erzählt werden und hält Fürsprache: für seine Sicht der Dinge und gegen die kollektive Verurteilung seiner Person. Lot Vekemans zeichnet das Psychogramm einer Figur, der niemand zuvor eine Stimme gegeben hat. Judas‘ Monolog ist eine Selbstbehauptung, die die Fragen von Verantwortung und Schuld nicht gegeneinander ausspielt, sondern zum ersten Mal überhaupt stellt:

Er hält die Richtung des Blickes auf die Helden, auf das, was wir als größer, höher und besser erachten als wir es selbst sind, für einseitig. Die Menschen würden es lieben zu verehren, so wie sie es auch lieben würden, selbst verehrt zu werden. Aber in beiden Fällen gebe man seine Macht an jemand anderen ab. Judas werde von Menschen verhöhnt, damit sie ihre eigenen Seelen reinwaschen. Lot Vekeman findet es auffällig, dass in Porträts, die über die Jahrhunderte entstanden sind, Judas immer hässlicher und böser dargestellt wurde. Dieser Darstellung stellt er seine Interpretation der umstrittenen historischen Figur des Judas gegenüber.

Das Regieteam um Marvin Wittiber interessiert die Projektionsfläche Judas und das Wechselspiel von Schuld und Verurteilung – individuell wie kollektiv. Nicht zuletzt fragt die Inszenierung nach Anklängen in den jüngsten Verwicklungen der Institution Kirche.

Für die Produktion hat der Kirchensaal der Tersteegenkirchen bereits eine besondere Verwandlung durchlebt: Sämtliche Kirchenbänke wurden aus dem Boden des Mittelschiffs herausgenommen und auf die freigegebene Fläche rund 1,5 Tonnen Erde aufgeschüttet. Gespielt wird dann in einer kreisrunden Arena-Situation. Das Theaterstück wird nach seiner Premiere am 14. Mai außerdem am 15., 16. und 17. Mai aufgeführt.

TEAM
Mit Valerie Schneider
Regie Marvin Wittiber
Produktion und Mitarbeit Regie Jolan C. Kluge Bühne und Kostüm Saskia Holte
Live-Musik und Komposition Lennart Büchner Dramaturgische Beratung Claus Michael Six
Eine Produktion von Marvin Wittiber und Jolan C. Kluge. Gefördert von der Ev. Tersteegenkirchengemeinde Düsseldorf

TERMINE, TICKETS & ADRESSE
14. Mai 2022 um 20.00 Uhr (Premiere)
15. + 16. + 17. Mai 2022 um 20.00 Uhr
Ev. Tersteegenkirche Düsseldorf
Tersteegenplatz 1 • 40474 Düsseldorf
Tickets: karten.judas@gmail.com
Alle weiteren Infos findet Ihr hier: www.tersteegen.ekir.de/judas 

Text: PR
Fotos: siehe Credits

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