OUT OF SPACE: DUSSELDORF VARIATION

Untitled (Wave) - Foto: Anne Imhof

OUT OF SPACE: DUSSELDORF VARIATION ist eine fünftägige Kunstintervention der Julia Stoschek Collection im Düsseldorfer Stadtraum. Kuratiert von den Stipendiatinnen des 2021/22 Curatorial & Research Residency Program Junni Chen und Sophia Scherer, verlässt die zeitbasierte Medienkunst während der Laufzeit zwischen dem 31. August und dem 4. September den konventionellen Rahmen des Ausstellungshauses, um die künstlerischen Arbeiten in einen Dialog mit ausgewählten Orten der Stadt zu bringen.

OUT OF SPACE präsentiert über 20 Werke aus der Julia Stoschek Collection an Orten wie dem Bilker Bunker, der Buchhandlung Walther König, dem Dreischeibenhaus, La Tête/der Handelsblatt Media Group GmbH & Co KG, dem HafenKunstKino, dem Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen, dem Hotel Nikko und den Ando Future Studios, wie auch im und am Gebäude der JULIA STOSCHEK COLLECTION selbst. 

Der Untertitel „Dusseldorf Variation” verweist auf “Sixth (Dusseldorf Variation)”, eine ortsspezifische, dreiteilige Videoprojektion von Tony Oursler, die der Künstler 2007 für die Fassade der JSC Düsseldorf konzipierte. Das Werk stellt die herkömmlichen Grenzen zwischen Innen- und Außenraum, zwischen privat und öffentlich infrage. Parallel wird im Kinosaal der JSC Düsseldorf das Video “Gentlemen” (2003) von Oliver Payne und Nick Relph gezeigt, das mittels eklektischer Bildsprache und einem dadaistischen Soundkonzept der Entfremdung der jungen Generation jener Zeit im Londoner Großstadtleben nachspürt.

Die dezentral konzipierte Ausstellung widmet sich der Frage, wie urbane Topologien wahrgenommen, genutzt und mit anderen geteilt werden. Wie können öffentliche Räume für einen großen Querschnitt der Gesellschaft zugänglicher sein und auf welche Weise erfolgt ein Ausschluss bestimmter Gruppen vom öffentlichen Leben? Die präsentierten Arbeiten spiegeln eine Bandbreite von Positionen wider – u.a. aus feministischer und migrantischer Perspektive oder aus Sichtweisen von Black Communities werden Bedürfnisse in gemeinschaftlich genutzten Lebensräumen identifiziert und einer Neubewertung unterzogen. 

Viele der ausgewählten Werke sind erstmals in Düsseldorf ausgestellt: Kandis Williams’ Zweikanal-Videoinstallation “Eurydice” (2018), die die Unsichtbarkeit schwarzer Körper in der Gesellschaft thematisiert, wird auf dem Gelände der Ando Future Studios präsentiert, das aktuell das größte Zwischennutzungsprojekt Deutschlands ist und dem ein umfassendes Bauvorhaben des Architekten Tadao Ando folgen wird.

Die Videoarbeit “Untitled (The Wave)” (2020) von Anne Imhof, die eine melancholische Beziehung zwischen Mensch, Natur und Dynamiken von Gewalt umreißt, wird im Bilker Bunker präsentiert. Im „post-futuristischen“ Hotel Nikko Düsseldorf wird die Arbeit “Bodybuilding” (2015) von Hannah Black gezeigt, in der es um die Relation zwischen Körperkult und der Ökonomisierung von Städten geht. Auf der Fassade des Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen wird Cyprien Gaillards Videoarbeit “KOE” (2015) zu sehen sein. Das Werk dokumentiert den täglichen Flug der Halsbandsittiche über die Shoppingmeile während der Abenddämmerung. Sie wirft, wie die meisten von Gaillards Arbeiten, ein Schlaglicht auf das ambivalente Verhältnis von Natur und Urbanismus sowie Themen der Migration und Anpassung. Auch seine Videoarbeit “Ocean II Ocean” (2019) befasst sich mit der Auseinandersetzung von geteilten Lebensräumen und kann erstmalig in Düsseldorf im Rahmen eines Open-Air-Videoscreenings im HafenKunstKino in den Abendstunden erlebt werden.

Im Rahmen von OUT OF SPACE nehmen außerdem eine Reihe von interventionistischen Arbeiten die bestehende Informations- und Werbeinfrastruktur der Stadt ein. Auf Plakat- und Werbeflächen an hochfrequentierten Standorten der Innenstadt werden Arbeiten des feministischen Kollektivs Guerrilla Girls sowie eine erstmals präsentierte Auftragsarbeit der Künstlerin Nora Turato sichtbar sein.

Eröffnet wird die Ausstellung mit einem Sommerfest am 31. August von 18 bis 23 Uhr bei der Julia Stoschek Collection. 

Alle weiteren Informationen findet Ihr unter www.jsc.art

“OUT OF SPACE: DUSSELDORF VARIATION”
Donnerstag, 31. August bis Sonntag, 4. September 2022

Julia Stoschek Collection
Schanzenstraße 54
40549 Düsseldorf

Text: Presse
Fotos: Siehe Bildbeschreibung
© THE DORF 2022

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