Future Jesus & The Electric Lucifer

Die Musik von “Future Jesus & The Electric Lucifer” hält, was der exzentrisch anmutende Name verspricht. Richard Eisenach, Florian Hoheisel und Tamon Nüßner stecken hinter dem eklektischen Sound, der von Funk, Synthwave, japanische Folklore und Grindcore geprägt ist. Sie verraten uns, welches Konzept hinter dem neuen Song “Rocket” und dem dazugehörigen Video steckt. Darin sind die drei als schiffbrüchige Raumfahrer zu sehen, die sich auf der Erde zurechtfinden müssen. Optisch erinnert das Ganze an eine Mischung aus New Kids, Zurück in die Zukunft und Daft Punk. Außerdem erfahren wir, welche Künstler ihren Schaffensprozess prägen, wo man sich in Düsseldorf herumtreiben muss, um zu einem solchen Techno-Tohuwabohu inspiriert zu werden und was wir von ihrem neuen Album “Kosmo Cure”, das am 22. April 2022 erscheint, erwarten können. Wer das live erleben will, hat Glück: am selben Tag feiert “Future Jesus & The Electric Lucifer” eine Release-Party im WP8 und nimmt Euch mit auf einen intergalaktischen Trip.

Wer sind “Future Jesus & The Electric Lucifer” und wie würdet Ihr Eure Musik beschreiben? “Future Jesus & The Electric Lucifer” – das sind Richard Eisenach (Bass, Synth, Voice) und Florian Hoheisel (Guitar, Synth) aus Düsseldorf und Tamon Nüßner (Drums) aus Köln (!). Wir verstehen uns selbst als intergalaktische Astro-Synthrock-Propheten und wollen den Zuhörer*innen eine bewusstseinsverändernde Erfahrung schenken – ob diese dann eine Bewusstseinserweiterung oder -verengung ist, bleibt abzuwarten. Musikalisch schießen wir durch unser eigenes Multiversum. Jemand sagte mal, es klinge, als spielten Rush eine Mischung aus Krautrock, Synthwave und Fusion.

Seit wann gibt es die Band und wie habt Ihr Euch gefunden? Florian und Tamon lernten sich während des Jazzstudiums kennen. 2012 suchte der Gitarrist die passende Besetzung für sein Endexamen in Maastricht und gabelte Richard auf einer Jazzsession im Herr Nilsson in Düsseldorf Bilk auf.

Was steckt hinter dem Namen “Future Jesus & The Electric Lucifer”? Es ist eine Mischung aus dunklem Geheimnis, Erleuchtung und zu vielen Science Fiction-Büchern. Ähnlich des Taos, des Yin und Yangs, lassen sich kultur- und religionsübergreifend ähnliche Konzepte in der Welt und im Menschen finden. Sich ergänzenden Prinzipien, die nicht per se gut oder schlecht sind (Licht vs Dunkel, Materie vs Energie, Jesus vs Lucifer) zeigen: Es bedarf beider Seiten, um das Leben zu erfahren und zu gestalten.

Welche Künstler*innen inspirieren Euch und Euren Sound? Jojo Meyers Nerve, Eddie Van Halen, Stanislaw Lem, C.G. Jung, Dalai Lama, Max Ernst, Guns N Roses, Nerve, Kavinsky.

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Future Jesus & The Electric Lucifer | ROCKET (official musicvideo) from Richard Eisenach on Vimeo.

Das Musikvideo zu Eurem neuesten Song “Rocket” ist ziemlich abgedreht. Welches Konzept steckt dahinter? Wieso “abgedreht”? Wir landen halt irgendwie auf der Erde und schauen, was da so geht. Dabei passieren uns dann die normalsten Dinge. Wie zum Beispiel beim Gras kaufen von einem Einhorn abgezockt zu werden und gegen einen Frosch-Hummer zu kämpfen. Was man eben so macht in Düsseldorf. Das haben wir uns ja gar nicht ausdenken müssen; wir bilden quasi nur die Realität ab. Naja, gut, den drogendealenden Frosch-Hummer haben wir dazu erfunden. Aber sonst ist alles reale Realität. Außerdem sind wir einfach Fans dieser Skate- und Musikvideo-Ästhetik aus unserer Jugend. Als hätte man „Intergalactic“ von den Beastie Boys mit zero Budget in Düsseldorf gedreht.

Wie läuft ein Bandtreffen bei Euch ab und wie kreiert Ihr Eure Musik? Unsere Proben sind stets eine Mischung aus Gruppentherapie, Jamsession, Diskussionsforum, elektrotechnischer Signalweg-Fehlersuche und Business-Lunch. Wir versuchen, die Treffen möglichst effizient zu planen, da wir alle mit diversen Projekten und Tätigkeiten beschäftigt sind. Doch oftmals läuft es nicht so geordnet ab, wie geplant – was natürlich Ausdruck einer kreativen Arbeitsweise ist. Böse Zungen behaupten, ADHS und mangelndes Selbstmanagement spielten hierbei auch eine Rolle, doch diese Zungen sind noch auf niedrigeren Stufen der Erleuchtung. Musik wird bei uns fast immer improvisatorisch geschaffen und später in nervenaufreibender Detailarbeit aus Handyaufahmen neu zusammengesetzt. Ein nie endender Prozess…

Wie habt Ihr Euch seit Euren Anfängen musikalisch entwickelt? Zu Beginn waren wir noch dahingehend ambitioniert, im Bereich unserer Möglichkeiten möglichst ausgecheckt Jazzrock und Fusion zu spielen. Ganz am Anfang haben wir Fusion-Klassiker gecovert und unser Set nach und nach mit eigenen Songs aufgefüllt. Vom ursprünglichen Jazzrock haben wir uns inzwischen entfernt. Mit der aktuellen Platte haben wir einen authentischen Sound aus all unseren Einflüssen und Geschmäckern kreiert. Wir sind moderner geworden: Elektronischer, tanzbarer. Die Songs sind aber immer noch genauso schwer zu spielen, ehrlich!

Welche Orte in Düsseldorf beeinflussen Euren Schaffensprozess? Ein Proberaum in dem Hinterhof, wo früher Kraftwerk ihr Unwesen getrieben haben, ist schonmal ein guter Start. Der Dönerladen sowie das Büdchen dort um die Ecke haben definitiv massiv Einfluss auf unser Songwriting gehabt. Generell haben wir auf der Mintropstraße, der kleinen Rotlichtmeile Düsseldorfs, schon so einiges erlebt und mögen es dort. Auch wenn uns manchmal mysteriöse Menschen heimlich vor die Proberaumtür kacken.

Euer neues Album “Kosmo Cure” erscheint am 22. April. Was können wir davon erwarten? Die totale Erleuchtung!? Lasst Euch überraschen! Es hat wenig mit dem zu tun, was vorher war. Und vermutlich auch nicht so viel mit dem, was danach kommen wird. Für uns ist es etwas komplett Neues. Die Entwicklung des menschlichen Bewusstseins ist das Meta-Konzept. Live wird es auf jeden Fall eine verrückte Show, eine Reise durchs Universum und das menschliche Bewusstsein, inkl. Bühnen-Hörspiel-Show, LED-Säbel und Raketen-Special-Effects.

Wo seid Ihr in Düsseldorf live zu sehen und zu hören? Zum Releasekonzert am 21. Mai 2022 im Ratinger Hof.

Düsseldorf in drei Worten? Mit Soße spitze.

Wohin geht die kreative Reise in der Zukunft? Wir sind ja schon in der Zukunft. Daher wäre eine Festlegung auf eine Reiseroute im Hier und Jetzt ein nicht gültiges Zeitparadoxon. Erst mal ist es an der Zeit, das neue Album ENDLICH in die Welt zu tragen und live zu spielen, Corona hat uns lange genug zurückgehalten. Währenddessen verfolgen wir unseren ausgefeilten Plan, auch ans nächste Album mit völliger Planlosigkeit zu gehen, konsequent inkonsequent. Stark im Trend liegen bei uns gerade Weltherrschaft, Funk, Synthwave, japanische Folklore und Grindcore.

Vielen Dank!

Alles rund um “Future Jesus & The Electric Lucifer” findet Ihr auf https://future-jesus.com

Termine in Düsseldorf
22.04.2022 Düsseldorf WP8 – Record Release Party
21.05.2022 Düsseldorf Ratinger Hof (Kulturbanausen)– Release Concert

Interview & Text: Antonia Lauterborn
Fotos: Presse

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