HIDEAWAY COCKTAIL BAR

Der Name ist hier Programm: Die Cocktail Bar Hideaway ist eine wahre Oase der Ruhe mitten in Friedrichstadt. Von außen unscheinbar, aber wenn man es erstmal reingeschafft hat, erwartet einen eine stimmungsvolle Bar mit Großstadt-Flair. Allerdings muss man aufpassen, dass man nicht versehentlich an ihr vorbeiläuft – auf den ersten Blick wirkt die Bar wie ein reguläres Wohnhaus in einer ruhigen Straße. Ebenfalls ungewöhnlich ist, dass man an der Tür klingeln muss und dann von Barkeeper Yuto Nagasawa höchstpersönlich begrüßt wird.

Der erste Blick fällt auf die gut bestückte Bar. Das Hideaway empfängt einen mit gemütlichem und stilvollem Ambiente. Im Hintergrund läuft leise Musik, die gemütlich aussehenden Sessel laden zum Verweilen ein und Yuto Nagasawa strahlt eine angenehme Gelassenheit aus. Beim Betrachten der Getränkekarte fallen die ungewöhnliche Kreationen auf, die von Pisco mit Eiweiß und Parmesan über Rum mit Frischkäse und schwarzer Sesampaste bis hin zu Matcha Fizz reichen. Da fällt das Entscheiden nicht leicht… Wenn das dann einmal geschafft ist, kann man sich entspannt zurücklehnen und Yuto beim Zubereiten der Cocktails zusehen. Bei unserem Besuch ist es Mittwochabend und er steht alleine hinter dem Tresen. Man kann sehen, mit wieviel Hingabe er sich seinem Beruf als Barkeeper hingibt – das er das hier nicht zum ersten Mal macht, ist klar.

Wir haben der Hideaway Bar und Yuto Nagasawa einen Besuch abgestattet und uns bei hervorragenden Cocktails über seine Karriere als Barkeeper und die japanische Barkultur unterhalten.

Wie bist Du zum Barkeeping gekommen und wo hast Du gelernt? Ich habe als Student mit dem Barkeepern angefangen, weil ich es sehr cool und glamourös fand, zu sehen, wie Cocktails vor den Augen der Kund*innen zubereitet werden. Ich wollte dabei sein, also habe ich als Student in Teilzeit gearbeitet. Ich bin in Fukuoka, Japan, geboren und aufgewachsen und wurde in der berühmten BAR Kurayoshi in Fukuoka ausgebildet.

Wie kamst Du dazu, Deine eigene Cocktailbar ausgerechnet in Düsseldorf zu eröffnen? Ich wollte ab Januar 2020 in einem berühmten New Yorker Restaurant als Barkeeper arbeiten, aber direkt danach brach die Pandemie aus und ich musste schnell nach Japan zurück. Ich hatte jedoch den starken Wunsch, im Ausland als Barkeeper zu arbeiten, und wegen meines VISA wurde es schwierig, nach New York zurückzukehren. Außerdem interessierte ich mich sehr für die europäische Barkultur, und ich hatte gehört, dass hier in Düsseldorf Barkeeper gesucht wurden. So kam ich im Juni 2021 nach Düsseldorf. Allerdings starb plötzlich der Besitzer der Bar, in der ich damals arbeitete und ich war der einzige Angestellte, also musste die Bar schließen. Aber mit der Unterstützung von Leuten, die sich für meine Cocktails interessierten, konnte ich meine eigene Bar in Düsseldorf eröffnen.

Auf Instagram sieht man, dass Du auch Bar-Food anbietest. Was genau gibt es in Deiner Bar und arbeitest Du diesbezüglich mit jemandem zusammen? Derzeit wird das Essen nur am Wochenende serviert und die Speisekarte wechselt wöchentlich. Wir bieten Gerichte an, die man normalerweise nicht in Bars findet, wie Austern und Gänseleberterrine. Das Essen in der Cocktail Bar Hideaway wird von einem Küchenchef zubereitet, der viele Jahre lang in einem Restaurant mit einem Michelin-Stern gearbeitet hat. Wir bieten auch süße Leckereien wie Canelé und baskischen gebrannten Käsekuchen an, die vom Chefkonditor des berühmten NAGAYA-Restaurants in Düsseldorf zubereitet werden.

Auf Deiner Karte stehen ausgefallene Variationen, z.B. eine mit Parmesan. Woher nimmst Du die Inspiration für Deine Cocktails? Im Grunde genommen baue ich mein Menü auf der Grundlage dessen auf, was ich in Japan gelernt habe. Aber ich lasse mich auch von meinem derzeitigen Wohnort inspirieren, von meinen Reisen und davon, was die Leute in der Gegend gerne essen, indem ich Restaurants und Bars besuche. Ich versuche auch, jeden Tag etwas anderes zu kreieren, indem ich Zutaten und Pflanzen kombiniere, die ich mit dem Aroma des Sake verbinde, oder indem ich japanische Geschmacksrichtungen hinzufüge.

Wie würdest Du Japans Bar-Kultur beschreiben? Bars in Japan haben nicht viele Sitzplätze, viele von ihnen sind hauptsächlich Tresenbars. Die Kund*innen kommen wegen der Barkeeper*innen, und die Barkeeper*innen bereiten die Getränke nach den Wünschen der Gäste zu. Als ich mit dem Barkeeping anfing, hatte ich es schwer, weil die technischen Anforderungen so hoch sind und sogar ein und derselbe Cocktail je nach Person, die ihn zubereitet, unterschiedlich schmecken kann. Dank meiner Bemühungen konnte ich den von der Japanese Bartenders Association gesponserten nationalen Cocktail-Wettbewerb zweimal gewinnen, und erhielt so endlich die Anerkennung meiner Kund*innen. Anfangs war ich auch überrascht, dass viele Bars in Europa und den USA so viele Sitzmöglichkeiten und sogar Terrassenbestuhlung haben. Der Stil europäischer und amerikanischer Bars unterscheidet sich sehr von dem japanischer Bars, in denen Cocktails viel schneller gemacht werden, was jedoch eine großartige Lernerfahrung ist.

Hast Du einen Lieblingscocktail? Ich mache gerne klassische Cocktails, vor allem den Daiquiri. Das ist der Cocktail, den ich bis jetzt am häufigsten gemacht habe, daher habe ich eine starke Bindung zu ihm.

Gibt es einen typischen Signature-Drink der Hideaway Bar? Was zeichnet Deine Cocktails im Allgemeinen aus? Im Allgemeinen werden die meisten Cocktails durch die Kombination von Spirituosen mit Likören und Säften hergestellt, aber in der Cocktail Bar Hideaway sind Cocktails mit frischen Früchten sehr beliebt und gehören zu meinem Markenzeichen.

Was wünschst Du dir für die Zukunft der Hideaway Bar? Die Bar ist erst seit etwa sechs Monaten geöffnet, daher würde ich gerne mehr Gäste mit dem Geschmack und der Attraktivität von Cocktails vertraut machen. Ich persönlich mag Whiskey sehr gerne, und wir haben eine große Auswahl an Whiskeys. Darum würde ich mir wünschen, dass sich noch mehr Menschen an Cocktails mit Whiskey trauen.

Vielen Dank!

Wir können bestätigen – die ausgefallenen Drinks und die liebevolle Handarbeit von Yuto Nagasawa sprechen dafür, dass sich die Hideaway Bar keinesfalls verstecken muss!

HIDEAWAY BAR

Jahnstraße 6
40215 Düsseldorf

www.bar-hideaway.deInstagram 

Öffnungszeiten

Montag: 19 – 2 Uhr
Dienstag: Geschlossen
Mittwoch – Samstag: 19 – 2 Uhr
Sonntag: 17 – 0 Uhr

Text: Valentina Görke
Fotos: Michelle Duong 
© THE DORF 2023

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