Kaffeehandwerk

„Frisch. Fair. Lecker.“ So lautet das Motto des „Kaffeehandwerks“. Im Café auf der Birkenstraße 127 in Flingern und jeden Samstag auf dem Flingerner Wochenmarkt kommt hier jeder Kaffeeliebhaber auf seine Kosten und wer noch kein solcher ist, kommt spätestens jetzt auf den Geschmack. Inhaber Marko Szymczak ist Selfmade-Barista aus Leidenschaft – und Kölner. In Düsseldorf verwirklichte er im Sommer 2016 seinen Traum vom eigenen Café.

Klein, aber fein. Auf kaum ein Café trifft dies wohl mehr zu. Schlicht und harmonisch eingerichtet empfängt einen das „Kaffeehandwerk“. An den Wänden finden wechselnde Bilder von verschiedenen Künstlern Platz, diese ergänzen das ruhige Raumkonzept und bilden einen interessanten Kontrast. In der Mitte des Raumes steht das Herzstück des Cafés: Die individuell gefertigte Espressobar, daneben Köstlichkeiten zum Naschen und Sandwiches für die Mittagspause.

Der Gastgeber verstärkt den Wohlfühlfaktor noch mit seiner lockeren, sympathischen Art. Das Café ist Markos ganzer Stolz. Für den Umbau wurde er im wahrsten Sinne selbst zum „Kaffeehandwerker“: „Wir haben selbst renoviert und auch die Theke und Holzbänke sind handgezimmert.“ Eine Trennwand verschwand außerdem, sodass die Sonne morgens jetzt von hinten durch den ganzen Raum scheint. Auch Marko strahlt über das ganze Gesicht. Denn hier hat er endlich seinen Traumberuf gefunden: Barista. Und er ist voller Leidenschaft für jedes kleinste Detail.

Wie der Name schon sagt, steht hier das Handwerk im Vordergrund. „Meine Philosophie: Jeder soll hier einen perfekt zubereiteten Kaffee bekommen, auch wenn der Laden gerade brummt. Da machen wir keine Kompromisse und das zeichnet uns im Gegensatz zu Ketten wie Starbucks aus.“ Die frischen Bohnen röstet Marko in einer Kaarster Rösterei (Carles-Kaffee) selbst. Die Handwerks-Philosophie findet sich nicht nur bei der Kaffeezubereitung, sondern auch im Raumdesign wieder: Auf den rustikalen, aber bequemen Holzbänken nimmt man gerne Platz und trinkt einen Espresso, isst dazu ein Stück Cheesecake oder Banana Bread – beides natürlich auch selbst gebacken. „Die Brote für die Sandwiches bekommen wir von einem benachbarten Bäcker, die Milch für die Heißgetränke vom Bauern aus der Region.“

Marko gehört der sogenannten Third Wave generation an. Diese Bewegung legt besonderen Wert auf die Qualität der Kaffeebohne und ihren Weg: vom Anbaugebiet über den jeweiligen Farmer, den Röster, das Röstdatum, bis hin zur Verarbeitung durch den Barista. „Das ist besser als fairtrade“, erklärt Marko. Die Rohbohnen werden über  roasters united bezogen: „Uns geht es auch um die soziale Komponente. Wir kaufen mit der Carles-Kaffeerösterei direkt bei den Kaffeebauern, es gibt keine Zwischenhändler.“ Anschließend werden die Bohnen nach einem besonders schonenden Verfahren geröstet. „Und zwar viel länger als in der Industrie. Dadurch werden die Bitter- und unangenehme Säuren abgebaut und der Geschmack wird harmonischer.“ Marko freut sich schon auf den Sommer: „Nach der Ernte werden wir auch wieder Bohnen aus Äthiopien da haben. Dieser Kaffee schmeckt leicht fruchtig.“ Ein Kenner wie Marko kann den Herkunftsort noch am Geschmack der Bohnen erkennen. Dabei hat sich der Kölner sein Wissen ganz allein beigebracht. „Ich bin auch erst mit 20 zum Kaffeetrinker geworden“, erzählt er. Ein Freund bot ihm eine Tasse an, er habe da eine ganz tolle Maschine, die ganze Bohnen mahlt. Und da war es um Marko geschehen.

Inzwischen hat der „Kaffeehandwerker“ sein Hobby zum Beruf gemacht und dafür einen großen Schritt gewagt. Lange Zeit arbeitete er bei der Stadtverwaltung in Köln. Der Job frustrierte ihn. Schließlich fiel die Entscheidung: Marko ließ sich für drei Jahre beurlauben. In dieser Zeit wollte er entweder ein eigenes Café eröffnen oder eben zurück in sein Büro. Und es klappte. Keine vier Monate dauerte es, bis er ein geeignetes leer stehendes Ladenlokal fand. Gleich um die Ecke vom Wochenmarkt, wo er seit mittlerweile sechs Jahren samstags mit der mobilen Kaffeebar steht. Doch die Räumlichkeiten sind schon vermietet. Marko sucht weiter. Und folgt seiner Intuition, als er ein paar Wochen später doch noch einmal nachfragt. Zufällig trifft er den Eigentümer und erfährt: Das Ladenlokal ist wieder zu haben. Marko zögert nicht lang. Mittlerweile sagt er: „Egal was passiert, ich werde nie wieder in meinem alten Job arbeiten.“

Dass Marko seine Arbeit liebt, merkt man schnell wenn man ihm zuhört wie er von seinem Café, den verschiedenen Röst- und Zubereitungsarten erzählt. Dann leuchten seine Augen und sogar noch ein bisschen heller, als er erzählt: „Letztes Jahr bin ich Papa geworden!“ Er strahlt eine Gelassenheit aus, die man gerne bei jedem Kaffee um sich hätte.

Und noch etwas fällt auf, wenn man dem Inhaber vom „Kaffeehandwerk“ genau zuhört: Er ist Kölner „und da mache ich auch kein Geheimnis draus“, fügt er lachend hinzu. Warum dann gerade in Düsseldorf ein Café eröffnen? „Düsseldorf ist eine sehr kulturoffene Stadt. Außerdem stehe ich hier seit mittlerweile sechs Jahren jeden Samstagmorgen auf dem Wochenmarkt am Herrmannplatz, kenne das Viertel gut.“ Ob Kölner oder Düsseldorfer – einen guten Kaffee trinkt doch jeder gerne und den bekommt man im „Kaffeehandwerk“ in jedem Fall.

Was sagen eure Freunde über euch?
Gut, dass ihr da seid!

Was sagt eure Konkurrenz über euch? Auch denen schmeckt unser Kaffee 😉

Eure liebsten Nachbarn? Wir haben unser Café auf einer tollen Straße, auf der uns alle sehr warmherzig empfangen haben. Alle unsere Nachbarn sind toll!

Was bringt die Zukunft? Wir wollen noch weiter wachsen, weiterhin jedem, der vorbeikommt, ein paar schöne Stunden oder zumindest einen guten Kaffee bereiten. Und einige Zukunftsprojekte sind auch noch „top secret“ 😉

Vielen Dank!

Text: Simone Ahrweiler
Fotos: Melanie Zanin
© THE DORF 2017/18

 

Kaffeehandwerk

Birkenstraße 127
40233 Düsseldorf

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Öffnungszeiten

Mo – Fr: 8 – 18 Uhr
Sa: 9 – 18 Uhr
So: 11 – 18 Uhr
Feiertags geschlossen

Zahlungsmöglichkeiten

Cash only!

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