Ein Tag mit

Michael Becker

Klassik-Schallplatten auf dem Tisch und Boden, neben einer Stereoanlage stapeln sich die CDs, der Arbeitsplatz ist eingerahmt von Bildern berühmter Komponisten und Dirigenten. Michael Beckers Büro in der Tonhalle verrät…

Chogori

Denkt man an einen Kontrabass, so verbindet man damit wahrscheinlich in erster Linie klassische Orchestermusik. Geschniegelte Männer in gut sitzenden Anzügen, die theatralisch drein schauen und eine Symphonie von Beethoven, Mozart & Co. spielen. Die Düsseldorfer Band „Chogori“ bricht radikal mit diesem doch etwas klischeehaften Bild vom Kontrabass. Das Instrument wird bei Chogori aus dem angestaubten Orchester-Kontext genommen und gepaart mit Synthesizer und Drum Machine schon fast clubtauglich gemacht. Die analog-elektronische Soundästhetik, die durch diese Mischung entsteht ist einzigartig – und passt nur allzu gut nach Düsseldorf. Die Köpfe hinter Chogori sind Gregor Kerkmann und Ralf Stritt, wir haben sie im Kloster in Flingern besucht – ihrem „musikalischen Hauptquartier“ seit vielen Jahren.

Camille Andriot

Beim Treffen in Suli’s Cafe in Pempelfort ist Camille Andriot auf den ersten Blick zu erkennen – an der Art wie sie sich bewegt. Sie hat eine ungeheure Körperspannung und kommt doch mit einer großen Leichtigkeit daher. Ihre Oberarme sind schmal und muskulös. Die Französin hat unverkennbar Präsenz. Als sie ihre spiegelnde Sonnenbrille absetzt, berührt einen sofort die warme leuchtende Kraft ihrer braunen Augen.

WATT!

Mit einem Aussie auf der Rheinkirmes: Seit gut sieben Jahren lebt der Australier Rob Keane jetzt schon in Düsseldorf. Die meisten dürften ihn aber eher unter seinem Künstlernamen kennen: Watt! – Produzent, DJ und Vollblutmusiker in Personalunion.

Tobias Saul

So beschreibt Tobias Saul sich selbst. Der 26-jährige Lettering Artist Tobias Saul hat seine Passion zum Beruf gemacht. Mehr als 65.000 Abonnenten verfolgen seinen Account auf Instagram, wo der junge Künstler regelmäßig seine Arbeiten präsentiert. Tobias illustriert Schriftzüge und Poster – viele davon im Vintage-Stil der 1920er Jahre.

Karin van Noort

Karin van Noort ist eine Offenbarung, ein verbaler Vulkan, der mit soviel Liebe, Hingebung, Begeisterung und einem Funkeln in den Augen erzählt, wie es eigentlich nur noch Kinder können, wenn sie sich ihre Geburtstagsparty ausmalen oder auf das Christkind warten. Karin van Noort ist allerdings 74 Jahre, aber sprüht vor Lebensfreude.

Adrian Paul

Der Winter kehrt ein in die Stadt am Rhein. Über den Apolloplatz pfeift ein kalter Wind. Schon von Weitem ist in großen, warm-golden gehaltenen Leuchtbuchstaben APOLLO zu lesen, der Name des Varietés, dem der Platz seinen Namen verdankt. Hier sind wir verabredet mit Adrian Paul, dem künstlerischen Leiter eben dieses Varietés und Sohn des legendären Roncalli-Gründers Bernhard Paul, einigen besser bekannt als Clown „Zippo“.

Heinz Theo Durst

Es ist ein Freitagnachmittag Anfang Dezember, als wir Heinz Theo Durst bei Wempe auf der Königsallee zum Interview treffen. Draußen wird ordentlich Glühwein konsumiert und auf der neuen Schlittschuhlaufbahn auf dem Corneliusplatz drehen Kinder in Schneeanzügen erste zaghafte Bahnen. Der Meisteruhrmacher sitzt an einem Reparaturtresen im Store, den Kopf auf die Arbeitsfläche gelegt. Er hat die monokelartige Lupe ins Auge geklemmt…

Hansi Erbes

Eigentlich stammt Hansi aus Saarbrücken, doch als er vor fast 30 Jahren jobbedingt nach Düsseldorf kam, verliebte er sich in die Stadt und vor allem in die Menschen, denen er hier begegnete. Nur eine Liebe ist vielleicht noch größer: Die Liebe zu Plattenspielern und ihren Tonträgern. Diese Leidenschaft keimte nämlich schon sehr früh in ihm. Wir besuchten „Vinyl Victim“ Hansi und seine „Initiative zur Erhaltung analoger Audiotechnik.“

ar/gee gleim

Es ist ein verregneter Septembertag, als wir die Tür zur Kreuzherrenecke, der legendären Düsseldorfer Eckkneipe, auf der Ratinger Straße öffnen. Vor einer dunkel vertäfelten Holzwand mit messingfarbenen Garderobenhaken erwartet uns der Fotograf ar/gee gleim. Schon der Treffpunkt ist dabei mit Bedacht gewählt. Denn wer den Künstler kennt weiß, dass sein Herz und seine Blende dem deutschen Punk verschrieben sind.