Adieu Open Source Festival Teil2

Kürzlich hat THE DORF im „Adieu Open Source Festival“ Special aufgezeigt, wie die Macher des Düsseldorfer Open-Air-Festivals mit dem Ende nach 14 Jahren umgehen. In diesem zweiten Teil meldet sich nun die Düsseldorfer Kunst- und Kultur-Szene zum OSF-Abschied. Von Antilopen-Gang-Rapper Koljah bis zum Hauptfotografen des Festivals, Foto Schiko, haben alle Teilnehmer_innen fünf Fragen rund um das Thema beantwortet.

Lest hier im ersten Teil nach, wie sich das Festival-Team zum Abschied geäußert hat.

1.) Was ist deine erste Erinnerung ans Open Source? 2017 mit LOVE MACHINE auf der Main Stage. Der Empfang am Artist Check durch die liebe Verena war wohl der herzlichste, der uns je auf einem Festival zuteil geworden ist. Ein so megastraffes und zeitgleich liebevoll geplantes Event war uns damals sicher neu.

2.) Was ist deine schönste Erinnerung ans Open Source, welche(n) Moment(e) wirst du nie vergessen? 2018 – mittlerweile als Mitarbeiter – lauschte ich nach fast überstandenem Festivaltag Tocotronic vom Balkon des Produktionsbüros. Eigentlich werde ich wohl die ganze Zeit 2018 und 2019 im Produktionsteam nicht vergessen.

3.) Was glaubst du, woran das Festival „gescheitert“ ist? Was stand dem Überleben im Weg? Das OSF ist nicht gescheitert. Wer sagt, dass Institutionen wie Festivals oder Clubs für die Ewigkeit sind? In meinen Augen lässt sich Erfolg oder Scheitern hier nicht an der Tatsache messen, dass es sich 2019 um die letzte Ausgabe handelte. Vielmehr sollten wir darauf schauen, was in 14 Jahren OSF passiert ist und was bleibt. Der große Dienst, den das Festival für Düsseldorf als Standort für Popmusik und für die lokale Szene geleistet hat, sollte nicht im Schatten der jüngsten Ereignisse stehen.

4.) Was wünscht du dir für die „Idee Open Source“ in der Zukunft. Wie kann, wie sollte, (wie) muss es weitergehen? Ich hoffe, dass die Art und Weise Popmusik und -kultur auf hohem Niveau mit großer Hingabe und mit dem Blick für den richtigen Rahmen zu präsentieren, in der Arbeit bestehender und künftiger Veranstalter Widerklang findet. Zumal aus Team und direkten Umfeld genügend kreative Köpfe mit großem Gestaltungwillen auch in Zukunft, auf die eine oder andere Art und Weise von sich hören lassen werden, da bin ich mir sicher.

5.) Vervollständige diesen Satz: Open Source ist / war für mich… und bleibt für mich Düsseldorf von seiner schönsten Seite!

1.) Was ist deine erste Erinnerung ans Open Source? Ich kannte das OSF damals gar nicht und habe davon durch WOYTON  gehört. Mein Chef hat damals Leute gesucht, die beim Festival Bock haben zu arbeiten und ich habe mitgemacht. Warum auch nicht? Auf jeden Fall erinnere mich, als ich angekommen bin: Bändchen an der Hand, die erste Runde gelaufen und dadurch die coole Stimmung wahrgenommen. Es hat sich irgendwie wie zuhause angefühlt.

2.) Was ist deine schönste Erinnerung ans Open Source, welche(n) Moment(e) wirst du nie vergessen? Hier wirds schwer. Ich habe zwei schöne Momente, einen im letzten Jahr und einen in diesem. Letztes Jahr war es bei Cigarettes After Sex, als ein paar Freunde mit mir vor der Hauptbühne saßen, zwischen der Musik, dem wunderschönen Sonnenuntergang und meinen Leuten – es ist schwer zu beschreiben, es war einer von diesen Momenten im Leben, die man nie vergessen wird. (Ich weiß, klingt sehr Mainstream, aber es war halt so.) Dieses Jahr war es mit Kaspar, meinem Radio-Partner in Crime. Wir hatten dieses Jahr die Aufgabe, den Radio-Floor zu managen. Trotz unserer bisherigen Erfahrung haben wir noch nie etwas so Großes gemacht und ich muss zugeben, wir waren schon ein bisschen nervös. Der schönste Moment war ganz am Ende, nach dem Auftritt von Bambii. Wir haben uns umarmt und einfach „geschafft“ gesagt. Es war alles vorbei, wir hatten keine technischen Probleme, die DJs waren zufrieden mit uns und die Hauptsache dabei war, dass die Besucher vom OSF Spaß hatten. Wieder so ein Moment, der zwischen meinen schönsten Erinnerungen bleibt.

3.) Was glaubst du, woran das Festival „gescheitert“ ist? Was stand dem Überleben im Weg? Hmm, gute Frage, man hört schon viele Meinungen, warum es vorbei ist. Ich glaube, es waren mehrere Gründe und leider gehören Geld, Politik, sowie Mediendruck dazu. Ich kann mir auch vorstellen, dass man nach so vielen Jahren müde ist, so eine große Veranstaltung zu organisieren, selbst wenn man es liebt. Sie haben es geschafft, sie haben was veranstaltet, das ohne sie wahrscheinlich nie in Düsseldorf passieren würde. Nach 14 Jahren haben sie ihren Feierabend und die Dankbarkeit
Düsseldorfs verdient. Trotz allem will ich dran glauben, dass es wie die Liebe ist. Wenn eine Beziehung zu Ende geht, findet man irgendwann eine neue Liebe und für das OSF-Team und die Musik-Kunst-Szene in Düsseldorf wünsche ich mir das auch.

4.) Was wünscht du dir für die „Idee Open Source“ in der Zukunft. Wie kann, wie sollte, (wie) muss es weitergehen? Die „Idee Open Source“ trifft uns alle mehr als man denkt. Ich glaube an eine „Open Source Stadt“. OSF hat viel geschafft und angefangen, den Weg in die Richtung zu bauen, aber es gibt noch viel zu tun. In dieser Stadt gibt es richtig viele „kreative Köpfe“, vom Musiker bis zum Programmierer (wie ich es bin), die jeden Tag kämpfen für ihren Platz in der Stadt. Damit meine ich aber keinen Konkurrenzkampf, sondern einen Platz zu arbeiten und der Kreativität freien Lauf zu laufen lassen. Düsseldorf braucht keine luxuriösen Büros und keine Shoppingmeilen. Wir brauchen Gebäude, Ateliers, alte Fabriken, die für uns zu einem fairen Preis zur Verfügung stehen. Die meisten davon gehören der Stadt Düsseldorf und hier wäre ein sehr guter Anfang, um die Utopie „Open Source Stadt“ zu schaffen. Düsseldorf irrt sich, der Kö-Hype ist vorbei und man muss die Augen auf machen. Die richtige Entwicklung wartet die ganze Zeit vor der Tür und die Stadt checkt es nicht.  Der Tag, an dem Düsseldorf die „andere Szene“ unterstützt und die Möglichkeit „Open Source Sachen“ zumachen zulässt, wird für die Düsseldorfer_in grenzenlos sein – Die „Open Source Stadt“ Utopie.

5.) Vervollständige diesen Satz: Open Source ist / war für mich… Erfahrungen, weil diese die schönen Momente beim OSF ermöglicht haben.

1.) Was ist deine erste Erinnerung ans Open Source? Als der „Bobsen“ erzählt hat, dass er hier ein Festival macht.

2.) Was ist deine schönste Erinnerung ans Open Source, welche(n) Moment(e) wirst du nie
vergessen? Ich habe hier mit jemandem anderem zusammen fotografiert und das Festival war woanders – super!

3.) Was glaubst du, woran das Festival „gescheitert“ ist?
Was stand dem Überleben im Weg? Ihr!

4.) Was wünscht du dir für die „Idee Open Source“ in der Zukunft. Wie kann, wie sollte, (wie) muss es weitergehen? Open Source ist „Bobsen“ und ich werde dranbleiben.

5.) Vervollständige diesen Satz: Open Source ist / war für mich… der schönste Tag im Jahr.

1.) Was ist deine erste Erinnerung ans Open Source? Eine Freundin hat Tickets gewonnen, das ist schon ewig her und ich war noch nie da. Sie brauchte eine Begleitung und ich war so: Jetzt gehe ich mal mit. Dann kommt man hier auf das Gelände und denkt sich: Warum war ich noch nie hier?

2.) Was ist deine schönste Erinnerung ans Open Source, welche(n) Moment(e) wirst du nie vergessen? Das ist noch gar nicht so lange her, nämlich gerade, als die Musikerin Suzan Köcher auf der Sipgate Young Talent Stage stand. Da ich für das Label Unique in Düsseldorf arbeite, finde ich es als Label-Mitarbeiterin natürlich total toll, wenn man Künstler_innen auf einer Festivalbühne in Düsseldorf stehen hat. Zuerst waren wenig Leute da und ich dachte so: Oh Gott! Aber es war ein schönes Konzert und die Sipgate-Stage ist auch immer schön gemacht.

3.) Was glaubst du, woran das Festival „gescheitert“ ist? Was stand dem Überleben im Weg? Ich denke, vielleicht hätte man es kleiner halten müssen. Je größer es wird, desto teurer wird’s auch.

4.) Was wünscht du dir für die „Idee Open Source“ in der Zukunft. Wie kann, wie sollte, (wie) muss es weitergehen? Ich finde auf jeden Fall, dass es weitergehen sollte. Ein Open-Air-Festival, wo unterschiedliche Leute zusammentreffen, wo Künstler zusammen kommen, die nicht Mainstream, sondern Avantgarde, die neu sind und nicht schon 1000 Mal im Radio liefen. Wenn es auf der Rennbahn nicht klappt, weil es zu teuer seien sollte, dann irgendwo anders. Der Gedanke Open Source muss weiter gehen. Die Stadt Düsseldorf als Musikstandort muss weiter belebt werden und dies nicht nur mit Mainstream-Acts, sondern auch mit kleineren, elektronischeren Sachen. Es sind komplett unterschiedliche Projekte, die das Open Source ausgemacht haben. Egal, wie schön die Location ist – das Festival an sich ist schön, egal, an welchem Ort es stattfindet.

5.) Vervollständige diesen Satz: Open Source ist / war für mich… Vielfalt, gute Stimmung, nette Leute, viele neue Eindrücke, Bands, die man noch nicht kennt und dann gut findet. Neue Eindrücke, das ist das Open Source für mich.

1.) Was ist deine erste Erinnerung ans Open Source? Wie wir trotz Regens dieses unglaubliche Line-Up gefeiert haben.

2.) Was ist deine schönste Erinnerung ans Open Source, welche(n) Moment(e) wirst du nie vergessen? Das sind zu viele, um sie aufzuzählen, aber aufgrund der Aktualität: Der Moment, als am 13.07.2019 um 23:58 Uhr der letzte Tune des Open Source Festivals von Bambii verstummte und um 0:00 Uhr mein Geburtstag besungen wurde. Abschied und Freude lagen da sehr nah beieinander.

3.) Was glaubst du, woran das Festival „gescheitert“ ist? Was stand dem Überleben im Weg? Ich weiss nicht, ob ich unbedingt von Scheitern sprechen möchte. Die Jungs haben etwas geschaffen, an dem ich ganze 14 Mal einen Hammer-Tag erleben durfte und etwas hatte, auf das ich mich freuen konnte. Alles hat irgendwann mal ein Ende, daher sage ich nur Danke.

4)Was wünscht du dir für die „Idee Open Source“ in der Zukunft. Wie kann, wie sollte, (wie) muss es weitergehen? Ich hoffe, dass ein neues Forum gefunden wird, dass Musik, Kunst und uns Düsseldorfer, aus allen Ecken immer wieder zusammenbringt. Ich denke, Open Source bleibt einzigartig mit seiner Vielfalt. Trotzdem bin ich gespannt und offen, was als nächstes passiert.

5.) Vervollständige diesen Satz: Open Source ist / war für mich… mein Familientreffen mit dem passenden Soundtrack.

1.) Was ist eure erste Erinnerung ans Open Source? Regen in Lörick. 😉

2.) Was ist eure schönste Erinnerung ans Open Source, welche(n)
Moment(e) werdet ihr nie vergessen? Beim Festival selbst: Der Sonnenuntergang über Beirut und aus mehreren Gründen das DJ-Set von Jamie xx. Darüber hinaus bleiben uns im Speziellen aber auch die vielen unterschiedlichen, sowie immer wieder sehr besonderen Nebenprojekte und -formate in Erinnerung, wie beispielsweise die #SourcedOut-Konzerte oder das „Artists in Residence“-Programm „Live at Elektro Müller“.

3.) Was glaubt ihr, woran das Festival „gescheitert“ ist? Was stand dem Überleben im Weg? Rational liegt die Antwort bestimmt in den Zahlen – emotional betrachtet haben wir da allerdings selbst mehr Fragen als Antworten …

4.) Was wünscht ihr euch für die „Idee Open Source“ in der Zukunft. Wie kann, wie sollte, (wie) muss es weitergehen? Das Besondere am Open Source Festival war die programmatische Mischung und die Offenheit für Neues: Hier hatten junge und lokale Talente eine Bühne, neben etablierten Größen oder international relevanten Acts der Stunde aufzutreten und Erfahrungen zu sammeln. Popkultur traf auf Kreativwirtschaft und Kunst. Der Blick ging dabei immer eher nach vorne als nach hinten.Ganz nebenbei bot das Open Source als Institution und als Netzwerk auch über das eigentliche Festivalformat hinaus immer wieder Raum für (pop-)kulturelle Experimente, der aktuell leider zusehends schwindet. Daher wäre es schön, wenn Düsseldorf den nachhaltigen Wert solcher Freiräume bzw. Formate für die Stadt erkennt – und auch die hiesige (Kreativ-)Wirtschaft ähnliche Ansätze im eigenen Interesse vermehrt als langfristige Investition in den Standort unterstützen würde.

5.) Vervollständige diesen Satz: Open Source ist / war für uns …immer ein Lieblingstag des Jahres.

1.) Was ist deine erste Erinnerung ans Open Source? Meine erste Erinnerung ist das Open Source Festival 2011, das war das erste Mal, dass ich da war und wir mit der Antilopen Gang bei den Open Squares einen Stand hatten. Wir haben von 14 Uhr bis 22 Uhr Freestyles verkauft – das war wirklich legendär. Wir holten ein paar Mics und eine kleine Anlage und haben dann wie auf einer Menükarte Songs geschrieben, die die Leute für einen Euro kaufen konnten. Was wir nicht bedacht haben: Dass wir den größten Renner mit den Freestyles landen würden. Wir haben an den Stand geschrieben „Beleidigungen 20 Cent“ –  alle Leute fanden es wahnsinnig lustig, sich von uns per Freestyle beleidigen zu lassen. Für 20 Cent leider sehr günstig. Reich sind wir nicht geworden, aber wir haben den ganzen Tag gefreestyled und gefühlt jeden einzelnen Festivalbesucher beleidigt. Das ging dann auch so los: „Mein Bruder heiratet demnächst, könnt Ihr nicht mal irgendwas machen?“, und dann wurde das gefilmt. Das war echt krass, weil es fast wie ein Mini-Konzert war. Ich erinnere mich noch daran, als die Nachricht von Amy Winehouse Tod reinkam. 2011 hatte noch nicht jeder ein Smartphone, also auch nicht jeder sofort die Nachricht. Uns hat das dann irgendwer gesagt und wir haben spontan einen Freestyle-Song für Amy Winehouse gemacht und ihren Tod mit diesem Lied bekanntgegeben. Viele Leute sind stehen geblieben und fragten: „Was sagen die da?“, das war echt abgefahren. Später, als dann die Mainstage fertig war, war unser Stand der einzige, wo immer noch Musik lief.

2.) Was ist deine schönste Erinnerung ans Open Source, welche(n) Moment(e) wirst du nie vergessen? Meine erste Erinnerung ist auch die schönste. Wir haben später mal auf der Hauptbühne und im Stahlwerk gespielt, aber 2011 war der Wahnsinn.

3.) Was glaubst du, woran das Festival „gescheitert“ ist? Was stand dem Überleben im Weg?
Ich befürchte, das hat etwas damit zu tun, dass es nicht genügend Fördermittel gibt und die Stadt Düsseldorf nicht so richtig weiß, was sie an diesem Festival hat. Düsseldorf als Musikstadt ist ja eigentlich international berühmt und dieses Festival hat dazu noch mal eine neue Facette hinzugefügt. Wenn das Ding hier nicht finanzierbar ist, dann hat das auch damit zu tun, dass da nicht die entsprechenden Gelder locker gemacht werden, was ich superschade finde.

4.) Was wünscht du dir für die „Idee Open Source“ in der Zukunft. Wie kann, wie sollte, (wie) muss es weitergehen? Mein größter Wunsch ist, dass das Festival doch nicht vorbei ist und es sich neu aufstellen kann. Die Location hier ist super. Ich weiß, dass es ganz früher im Löricker Freibad war, aber da war ich nie. Am besten fände ich, wenn es hier auf der Galopprennbahn doch nochmal klappt. Ich habe schon viele Festivals in Deutschland miterlebt, aber diese Kombination hier mit den Ständen, Konzerten, dass man vor der Bühne seine Picknickdecke ausbreiten kann und es familienfreundlich ist, ist einzigartig. Ich kenne kein Festival mit so vielen Kindern. Eigentlich kann man die Idee nur so weiterleben lassen. Das würde ich mir sehr wüschen!

5.) Vervollständige diesen Satz: Open Source ist / war für mich… eins der besten Festivals, die ich kenne, sowohl als Besucher als auch als Künstler, der hier aufgetreten ist. Ich habe immer gefühlt, dass es etwas Besonderes ist.

1.) Was ist deine erste Erinnerung ans Open Source? 2009 Hauschka, The Streets und Tocotronic, ein T-Shirt mit der Aufschrift „Jazz and Drugs and Poetry“ (neulich noch getragen) in einem Zelt gekauft und am Tag danach einen höllischen Kater (wurde Tradition).

2.) Was ist deine schönste Erinnerung ans Open Source, welche(n) Moment(e) wirst du nie vergessen? Den jährlichen Strom glücklicher Gesichter, wiederkehrende Begegnungen, Momentaufnahmen so vieler Düsseldorfer Geschichten: Singles, die Paare werden, Paare, die Eltern werden (oder auch wieder Singles) oder Nachwuchs, der auf dem Festival rumspringt. Mike Skinner, der fünftausend Leute zum Ausflippen bringt. Sonnenuntergänge, offene Blicke in die Landschaft, Golfer, Schwalben, Pferde, dazu Musik aller Art. Philipp, der im Hintergrund alles ruhig managt und trotz „Tohuwabohu“ immer Zeit für einen Plausch hat. Nachmittägliche Gluthitze, Matsch, Bierchen-Talk in der Warteschlange. Marcel, der sagt: „Ja man, geil.“ Das Ende der Vergnügung oben auf dem Hügel und das Weiter in die Nacht, zur After Show, zum Absturz, zur Wiederauferstehung, zur Morgenröte, zum Käffchen in einer fremden Küche, in einem dank OSF gekreuzten Leben. Die Sicherheit, Gewissheit, erneut dabei gewesen zu sein, ein Begünstigter der Offenheit gewesen zu sein, die das Festival als Quelle definiert, erschlossen und erlebbar gemacht hat.

3.) Was glaubst du, woran das Festival „gescheitert“ ist? Was stand dem Überleben im Weg? 14 Jahre OSF sehe ich nicht als Scheitern an, es hat sich immer wieder behauptet, auch dank der Unterstützung der Stadt und vieler Förderer. Die Gründe für das „Grand Finale“ sind dabei vermutlich so vielseitig wie das jährliche Line-up, Spekulationen darüber halte ich für wenig hilfreich. Viel wichtiger ist doch die Frage, ob beziehungsweise wie eine Reinkarnation gelingen kann und wer die Geburtshelfer sein werden.

4.) Was wünscht du dir für die „Idee Open Source“ in der Zukunft. Wie kann, wie sollte, (wie) muss es weitergehen? Das Open Source ist tot, lang lebe das Open Source. Ich bin zuversichtlich, dass die Lücke nicht lange klaffen wird. Wir haben viele gute junge Leute und reichlich alte (im Sinne von erfahrene) Hasen in der Stadt, plus ’ne Menge Geld im „Dazzledorf“ und das ewige Spannungsfeld von Einheitsbrei und Sättigung vs. „einfach mal was Geiles machen“. Im Prinzip ist alles da, jetzt muss es nur noch jemand machen. Dabei wird es kein OSF 2.0 sein, sondern etwas Neues, Anderes, Eigenständiges und es muss auch nicht groß sein. Lieber ein solides Grundrauschen mit regelmäßigen Highlights. Andererseits: Wenn wieder groß, dann bitte auf den Rheinwiesen, im Herzen der Stadt (so viel zum Thema Vision).

5.) Vervollständige diesen Satz: Open Source ist / war für mich… ALLE an einem Ort.

1.) Was ist deine erste Erinnerung ans Open Source? Die erste Erinnerung ist etwas schwammig und war ein spontaner Besuch. Freunde haben mich mitgenommen und ich war viel zu spät dran. Was mich schon beim ersten Mal angesprochen hat, waren die Menschen, die hier sehr entspannt und offen sind. Es war weniger die Musik, sondern eher wie ein großes Familientreffen. Das habe ich bis jetzt selten erlebt.

2.) Was ist deine schönste Erinnerung ans Open Source, welche(n) Moment(e) wirst du nie vergessen? Ich glaube, das sind zum einen die Entdeckung von Bands wie Hot Chip oder Hercules and Love Affair. Bands, die ich erst durch das Festival kennengelernt habe. Gleichzeitig aber auch, dieses Erlebnis mit mir wichtigen Menschen zu teilen.

3.) Was glaubst du, woran das Festival „gescheitert“ ist? Was stand dem Überleben im Weg?
Es ist vor allem die Tatsache, dass es hier auf der Rennbahn stattfindet, was mit großem logistischen und kostenintensivem Aufwand verbunden ist. Dazu kommen die Auflagen der Stadt, spätestens nach der Love Parade. Da wird dann auch wahrscheinlich viel im Keim erstickt und es ist auch wichtig, über solche Sachen zu diskutieren, gerade wenn wir mit unseren Kindern hier sind. Aber die Frage ist echt, wie viele Auflagen in Brandschutz und so weiter braucht es in Deutschland?

4.) Was wünscht du dir für die „Idee Open Source“ in der Zukunft. Wie kann, wie sollte, (wie) muss es weitergehen? Ich wünsche mir, dass es weiter geht, dass die Bedeutung und Haltung weiterlebt. Es geht ja um viel mehr, Themen wie Diversität, gesellschaftliche und politische Fragen. Des weiteren um den Ausdruck der Musiker und Austausch mit Kulturschaffenden. Es ist einfach ganz wichtig, dass diese Idee weiterlebt und ich bin gerade einfach nur wahnsinnig dankbar dafür, was die Beteiligten hier auf die Beine gestellt haben und hier in den letzten Jahren geschehen ist. Ich bin mir sicher, dass das Festival in irgendeiner Form weitergeht.

5.) Vervollständige diesen Satz: Open Source ist / war für mich… schon ein Highlight. Es war teilweise so, dass wir unseren Urlaub so geplant haben, dass wir hier sind.

1.) Was ist deine erste Erinnerung ans Open Source? Meine erste Erinnerung ist die abenteuerliche Anreise von DJ Koze auf dem ersten Open Source, die in ein wirklich grandioses DJ-Set mündet.

2.) Was ist deine schönste Erinnerung ans Open Source, welche(n) Moment(e) wirst du nie
vergessen? Das ist schwierig. Ich würde eher sagen, dass das Open Source insgesamt eine Anreihung von Momenten ist, die wandernd ineinander übergehen, dass ich gar nicht einen speziellen Moment differenzieren kann. Wenn man von hier kommt, viele Freunde trifft und das Ganze in so einer Chimäre aus sich wiedersehen, über die Kultur sprechen und sich freuen, zusammen zu kommen, ist das schwer festzulegen.

3.) Was glaubst du, woran das Festival „gescheitert“ ist? Was stand dem Überleben im Weg? Das ist ja ganz einfach. Dem Überleben stand ja wahrscheinlich nur im Weg, dass die Kulturinstanzen von Düsseldorf keine richtige Unterstützung geleistet haben, dass man nicht erkannt hat, dass es hier ein extrem schönes Mischfestival zwischen Mainstream und Minderheit gibt, dass hier so viele Sachen passiert sind, die teilweise nicht mal auf der c/o pop passieren. Zum Beispiel, dass sehr spezielle Künstler wie heute Yves Tumor oder lokale Acts wie Toresh vorgestellt werden. Abschließend möchte ich noch sagen, dass man die Innovation des Kongresses letztes und dieses Jahr nicht erkannt hat und es weit mehr ist, als dass DJs von der Art erzählen, wie sie Musik produzieren. Hier werden junge, zukunftsweisende Diskurse besprochen.

4.) Was wünscht du dir für die „Idee Open Source“ in der Zukunft. Wie kann, wie sollte, (wie) muss es weitergehen? Open Source steht für Open Source und muss dann wahrscheinlich aus der Stadt Düsseldorf raus. Leuten müssen aus der Stadt heraus einen Beitrag zu der Open Source geben. Man muss weitermachen und Leute, die bisher auch noch nicht dabei gewesen sind, jetzt mit einer gewissen Energie motivieren, an Board zu gehen.

5.) Vervollständige diesen Satz: Open Source ist / war für mich… ein Festival mit großen, interessanten, abwegigen, aber auch guten mainstreamig-musikalischen Erlebnissen und Treffen von Freunden aus dem Rheinland.

1.) Was ist deine erste Erinnerung ans Open Source?
Philipp: Das Konzert von Zoot Woman. Ich war schon 14-mal da, das sage ich heute jedem.
Michael: Regen, Regen in Lörick. *lach*

2.) Was ist deine schönste Erinnerung ans Open Source, welche(n) Moment(e) wirst du nie vergessen?
Philipp: Das sind zwei. Einmal das Konzert von Hot Chip, wo ich danach den Berg runter gefahren bin, freihändig auf dem Fahrrad. Und 2011 als die Nachricht kam, dass Amy Winehouse gestorben ist.
Michael: Regen in Lörick und Sonne auf der Rennbahn.

3.) Was glaubst du, woran das Festival „gescheitert“ ist? Was stand dem Überleben im Weg?
Philipp: Es ist nicht gescheitert.
Michael: Idealismus und Authentizität.

4.) Was wünscht du dir für die „Idee Open Source“ in der Zukunft. Wie kann, wie sollte, (wie) muss es weitergehen?
Philipp: Dass es in irgendeiner Form mit dem gleichen Geist weitergeführt wird.
Michael: Wir leben den Traum einfach weiter.

5.) Vervollständige diesen Satz: Open Source ist / war für mich…
Philipp:… der schönste Samstag im Jahr.
Michael:… das geilste Festival, was Düsseldorf je auf die Beine gestellt hat.

1.) Was ist deine erste Erinnerung ans Open Source? Regen, Löricker Freibad, zwei kleine Kinder an der Hand (die heute 17 sind) und volle Begeisterung für ein neues Format in der Stadt, das elektronische Musik an einen Ort bringt, an dem elektronische Musik und bildende Kunst zuhause sind.

2.) Was ist deine schönste Erinnerung ans Open Source, welche(n) Moment(e) wirst du nie
vergessen? Das war auch im Löricker Schwimmbad, als sich die schwedische Band Slagsmålsklubben während des Konzerts ausgezogen hat und ins Wasser gesprungen ist.

3.) Was glaubst du, woran das Festival „gescheitert“ ist? Was stand dem Überleben im Weg? Das Festival ist für mich überhaupt nicht gescheitert. Die Erfolgsgeschichte hätte weiter geschrieben werden können, wenn die Stadt Düsseldorf und vielleicht auch noch ein paar private Sponsoren bereit gewesen wären die Notwendigkeit anzuerkennen, dass man nicht gleichzeitig die Karten im Vorverkauf für unter 40 Euro verkaufen kann und auf der anderen Seite durch die veränderte Boooking-Security-Sicherheitslage erhöhte Kosten hat – und eben nicht die Etats erhöht, das zu subventionieren. Wenn man andere Festival- oder Off-Theater-Subventionen pro Eintrittskarte zu Grunde legt, ist das Open Source Festival ein nicht ausreichend gefördertes Festival. Da muss die Kommune einspringen und sagen, dass es ihr wichtig ist – es braucht also ein stärkeres politisches Commitment.

4.) Was wünscht du dir für die „Idee Open Source“ in der Zukunft. Wie kann, wie sollte, (wie) muss es weitergehen? Wer Philipp Maiburg kennt der weiß, dass er immer für eine Überraschung gut ist. Er hat aus dem Stand die Zwischennutzungsthematik in Düsseldorf etabliert, mittlerweile gibt es dafür eine Stabsstelle bei der Stadt, das war nicht in den Köpfen. Mit Post-Post ist ein unheimlich toller Aufschlag passiert, das wurde dann später in der Alten Kämmerei und anderen Orten auch ohne Philipp weiterentwickelt. Das liegt daran, weil er ein echter Anreger ist. Er hat Elektro Müller, ein super Format an dem alten Standort von Kling Klang und Kraftwerk geschaffen. Auch da hat die Stadt gepennt, mit einer kleinen Miete diesen Standort zu sichern. Außerdem finde ich die Open Source + Reihe sehr wichtig. Das sind alles Bestandteile, die einen Standort wie Düsseldorf fruchtbar halten. Deshalb glaube ich, dass der Philipp sich aus dem OSF auf der Galopprennbahn zurückzieht, aber dieses Getrieben sein, etwas für den Kulturstandort Düsseldorf zu machen, wird ihn nicht verlassen und er wird uns mit einem neuen Format überraschen.

5.) Vervollständige diesen Satz: Open Source ist / war für mich… O-Töne. Das heißt, es wurden hier oft zum ersten Mal einem größeren Publikum jüngere, bisher noch nicht etablierte Formate gezeigt. Das hat das Festival ausgemacht. Manchmal hat es versucht, in den Mainstream rein zu ragen, dabei aber verstanden, dass es nicht stark genug ist. Dafür ist man hier auch von der Anzahl der Personen nicht der richtige Ort. Aber ich sage mal so: Für diese Solist-Kooperation von Stephan Schneider mit einer afrikanischen Band oder Stabil Elite, aber auch BAR mit Lucas Croon und Christina Irrgang, die hier quasi ihr Coming Out hatten, das sind für mich alles Momente, die auf das Konto von Open Source gehen. O-Töne sind also Töne, die wichtig sind, gehört werden müssen, aber sonst kein Forum haben.

1.) Was ist eure erste Erinnerung ans Open Source? Das war noch in Lörick, der ersten Location vom Festival, 2007. Ich hatte mit meinem Projekt ‚Nina sagt‘ einen Stand auf dem Gelände und meine Schwester hat mir geholfen. Gegen Ende des Festivals hat Julia dann spontan im Personalbüro ausgeholfen und damit sind wir ganz stickum in das Amt, die Gäste- und Presseliste zu betreuen, reingeraten.

2.) Was ist eure schönste Erinnerung ans Open Source, welche(n) Moment(e) wirst du nie vergessen? Da wir seit 2008 tagsüber stark eingebunden waren, fanden wir die Festivals mit Nachtprogramm besonders stark. Ansonsten haben wir in unserem Häuschen nie viel vom Festival mitbekommen, dennoch hat es immer wieder Spaß gemacht kurz mit Freunden zu klönen, kleine Problemchen zu lösen und dabei Prosecco zu schlürfen. Das war dann quasi unser eigenes Festival.

3.) Was glaubt ihr, woran das Festival „gescheitert“ ist? Was stand dem Überleben im Weg? Vielleicht war die Gästeliste immer zu lang? Scheinbar gehen die Menschen ungerne Wagnisse ein. Wenn das Line-Up nicht aus Mainstream Acts besteht und es eventuell regnet, dann komm ich eben nicht. Wir haben jedenfalls größten Respekt vor der Entscheidung, das Festival an einem Punkt enden zu lassen, wo es den Leuten in guter Erinnerung bleibt und auch zurecht vermisst wird.

4.) Was wünscht ihr euch für die „Idee Open Source“ in der Zukunft. Wie kann, wie sollte, (wie) muss es weitergehen? Die Macher, Florian Pehle, Peter Vollberg, Christian Fleischer und Philipp Maiburg haben ihre Geschichte geschrieben und das Kapitel würdevoll beendet. Wir würden uns wünschen, wenn sich vielleicht die jüngere Generation zusammen findet und den Mut und die Leidenschaft hat, was Neues auf die Beine zu stellen.

5.) Vervollständigt diesen Satz: Open Source ist / war für uns… positive Energie.

1.) Was ist deine erste Erinnerung ans Open Source? Lörick im Dauerregen – unter Tischtennisplatten kauernde Teenies, die sich vor dem Regen versuchten zu schützen und ein versöhnliches Ende des ersten Open Source.

2.) Was ist deine schönste Erinnerung ans Open Source, welche(n) Moment(e) wirst du nie vergessen? Mein erstes Mal Open Squares zusammen mit Marion Strehlow.

3.) Was glaubst du, woran das Festival „gescheitert“ ist? Was stand dem Überleben im Weg? Geld und Politik!

4) Was wünscht du dir für die „Idee Open Source“ in der Zukunft. Wie kann, wie sollte, (wie) muss es weitergehen? Ich könnte mir vorstellen, dass wir schon bald wieder was Neues von den Veranstaltern sehen und hören werden. Das Open Source bestand ja quasi aus diversen Modulen, die man weiterdenken oder entwickeln kann. Außerdem hat Phillip das Veranstalter-Gen.

5.) Vervollständige diesen Satz: Open Source ist / war für mich… immer ein Termin im Jahr, auf den man sich aus diversen Gründen freuen konnte: Viele Freunde und Bekannte auf einem Haufen, selber Teil sein bei den Open Squares, die Musik und der Austragungsort. Insgesamt ein Verlust.

1.) Was ist deine erste Erinnerung ans Open Source? Eine Menge Wasser.

2.) Was ist deine schönste Erinnerung ans Open Source, welche(n) Moment(e) wirst du nie vergessen? Das ist eigentlich der Tag, wo ich meine Karte, mein Obst und Gemüse, also alles, was ich so zum Feiern brauche, vergessen habe. Dann habe ich draußen einen Kunden getroffen, dem das erzählt und er meinte: „Ist alles kein Problem, Alter“. Kurze Zeit später hatte ich alles, was ich brauchte und war drin.

3.) Was glaubst du, woran das Festival „gescheitert“ ist? Was stand dem Überleben im Weg? Das ist schwer zu sagen, weil ich nicht so drinstecke, aber als Geschäftsmann vermute ich, dass es letztendlich an den Kosten gescheitert ist. Man macht sich immer wenig Vorstellungen, was so ein Ding kostet, die ganzen Auflagen, die man bekommt und Künstler, die absagen. Das ist natürlich alles Stress und Druck, die einem irgendwann einfach mal die Energie nehmen, vor allem als Organisator.

4.) Was wünscht du dir für die „Idee Open Source“ in der Zukunft. Wie kann, wie sollte, (wie) muss es weitergehen? Der Wunsch ist natürlich da. Vielleicht geht es nicht mehr in dieser Form weiter, vielleicht muss man das in einer kleinen Form mit guten lokalen Künstlern machen. Diese Künstler haben wir ja einfach, die sind ja auch teilweise heute hier. Ich hoffe es sehr, weil das Open Source Festival doch ein Tag ist, an dem man viele Leute aus der lokalen Musikszene trifft und der auch für Familien schön ist.

5.) Vervollständige diesen Satz: Open Source ist / war für mich… ein Tag im Jahr, wo ich Leute aller Musikgenres treffe und mich einfach wohlfühle.

1.) Was ist deine erste Erinnerung ans Open Source? Meine erste Erinnerung ist, als ich vor vier Jahren mit den Blackberries hier war. Da war ich noch als Crewmitglied da. Der erste Moment, der mir in Erinnerung geblieben ist, war als ich hier auf das Gelände gekommen bin. Die Rennbahn ist einfach wunderschön und eine ganz besondere Location.

2.) Was ist deine schönste Erinnerung ans Open Source, welche(n) Moment(e) wirst du nie
vergessen? Es ist schwierig, das auf einen Moment festzulegen. Ich würde am ehesten sagen, dass wir vor zwei Jahren noch auf der Young Talent Stage gespielt haben und heute auf der Mainstage spielen durften. Das ist ein ganz schönes Sinnbild dafür, was für Unterstützung uns das Open Source gegeben hat und im Speziellen auch Philipp Maiburg.

3.) Was glaubst du, woran das Festival „gescheitert“ ist? Was stand dem Überleben im Weg? Kann ich nicht beantworten.

4.) Was wünscht du dir für die „Idee Open Source“ in der Zukunft. Wie kann, wie sollte, (wie) muss es weitergehen? Du sagst schon richtig, es muss weitergehen! Man sieht ja bei uns, wie wichtig war, ist auf der Young Talent Stage zu spielen. Es ist ein ganz wichtiges Festival für junge Bands, für aufstrebende Bands aus der Region. Es ist eine Chance, die nicht einfach weg sein kann und weitergehen muss. Wie genau, steht in den Sternen. Vielleicht kann man sich verkleinern oder man sucht sich eine Location, bei der keine ganze Bühne aufgebaut werden muss. Es ist schwierig in Düsseldorf, aber es muss weitergehen. Das Festival ist so besonders, es muss eine Lösung gefunden werden. Leider habe ich diese Lösung nicht in der Tasche.

5.) Vervollständige diesen Satz: Open Source ist / war für mich… eine Tradition, auf die ich mich jedes Jahr gefreut habe und die ich vermissen werde.

1.) Was ist deine erste Erinnerung ans Open Source? Ich fand es richtig schwierig. Hab mich darüber aufgeregt, was daran “Open Source” im gebräuchlichen Sinne sein soll. Ob man ein Festival genießen kann, hängt doch auch immer von der eigene Lebensituation ab und die war halt mies und etwas misanthropisch. Hab mich ohne genauer hinzugucken im Narrativ eingerichtet: Anstelle eines großen Stadtfests mit Popmusik für alle wie z.B Bochum Total treffen sich in Düsseldorf natürlich wieder nur die oberen 6.000 an der Galopprennbahn und schwenken taktvoll ihre Weißweinschorlen. Vollkommer Quatsch, weil der Vergleich hinkt. Mea culpa.

2.) Was ist deine schönste Erinnerung ans Open Source, welche(n) Moment(e) wirst du nie vergessen? Es sind auch viele eher kleine Begebenheiten auch abseits der Bühnen: Wie drei Teenager anstatt im Getümmel eine halbe Stunde expressiv mit ihren Schatten an den Absperrungenplanen tanzen, wie ein mitten auf der Straße torkelnder Betrunkener den Shuttlebus auf der nächtlichen Fahrt bergab konsequent zu Schrittgeschwindkeit zwingt und immer wieder, wie die Sonne von links bei ihren Abgang die Hauptbühne und die ganze Festivalgemeinde in dieses fast schon melancholische, glückliche Licht wirft.

3.) Was glaubst du, woran das Festival „gescheitert“ ist? Was stand dem Überleben im Weg? Das Festival ist nicht gescheitetert. Den Abgang so würdevoll hinbekommen zu haben, verdient großen Respekt. Das Open Source wird seinen Platz im kollektiven Gedächtnis der Stadt finden und vielleicht wird die Idee eines feinen Festivals auf dem Grafenberg in neuer Form wiederaufleben. Dabei ist das Open Source nicht ersetzbar, sein Team war seine Seele und die spürte man vom Booking über den Einlass bis hoch zur Bühne, von den Tischtennisplatten bis zu den Creative Spaces.

4.) Was wünscht du dir für die „Idee Open Source“ in der Zukunft. Wie kann, wie sollte, (wie) muss es weitergehen? Mein Wunschzenario: Jetzt eine ordentliche Pause um auch den Verlust sichtbar zu machen und Sehnsucht wachsen zu lassen – und dann ein Revival in 3-5 Jahren, mit richtig Bock bei allen Akteuren, richtig Butter im Sinne des Engagements von Stadt und Sponsoren und richtig guter Resonanz bei den Ticketverkäufen.

5.) Vervollständige diesen Satz:  Open Source ist / war für mich…Düsseldorf in a nutshell.

1.) Was ist deine erste Erinnerung ans Open Source? Ich bin gebürtiger Krefelder und bin vor 12 Jahren hergezogen. Interessanterweise haben mir in dieser Zeit so viele Leute von dem Festival erzählt. Ich war so erschrocken, als ich das erste Mal vor drei Jahren hier war, weil es so toll ist und ich mir gewünscht hätte, das eher zu erkennen. Der Gesamteindruck hat dann gezählt, also Leute, Umgang, Musik als Komponente, Location und Glück mit dem Wetter. Subsumiert war das hier immer wie eine kleine Familie und das hatte so seinen ganz eigenen Scharm. Das gibt es so auch auf anderen Festivals nicht.

2.) Was ist deine schönste Erinnerung ans Open Source, welche(n) Moment(e) wirst du nie
vergessen? Man denkt ja immer an Bilder und irgendwann standen wir mal oben neben der Tribüne. Ich glaube, es war vor zwei Jahren und die Sonne ging gerade unter. Dann sind die auf der Bühne auch gerade mega abgegangen und wir standen in einer Gruppe von fünf, sechs Freunden – das war einfach so ein Moment. Alle hatten Spaß und zur Linken haben die Kids gerade Fußball gespielt, wie jetzt gerade. Es war einfach rund und der schönste Moment.

3.) Was glaubst du, woran das Festival „gescheitert“ ist? Was stand dem Überleben im Weg? Das sind mehrere Faktoren. Wir haben hier heute schon mehrfach drüber diskutiert. Zum einen ist der Markt einfach eine große Katastrophe für Sponsoren und Partnergewinnung. Die Größe ist sicherlich hinderlich. Zum Erhalt des Charakters ist es eigentlich genau richtig und man darf es nicht größer machen, aber für jede Marke oder Unternehmen sind dann 7000 Gäste wahrscheinlich noch eine zu kleine Größe, um dann auch noch einen Finanzapparat vor sich zu schieben. Sicherlich sind auch die Location-, Infrastruktur- und Servicekosten nicht ganz günstig. Am Ende haben die Organisatoren so viel Arbeit in das Thema investiert, das merkt man an der Gestalt. Da gehen irgendwann auch einfach mal die Kräfte aus, wenn du merkst, du kriegst aus der freien Wirtschaft nicht die gleiche Unterstützung, wie deine Konkurrenz. So wird es immer schwierig in der heutigen Zeit. Aber man merkt ja auch, dass trotz der schlechten Wetterprognose hier tausende Leute rumlaufen – und dass Düsseldorf das braucht.

4.) Was wünscht du dir für die „Idee Open Source“ in der Zukunft. Wie kann, wie sollte, (wie) muss es weitergehen? Jeder macht ja mittlerweile was. Jedes Unternehmen hat sein eigenes Event, es gibt 1000 tolle Formate, Clubs und Verbände. Ich glaube, wenn man sich mal umsehen würde, welche Themen zueinander passen und Kräfte, Ressourcen, sowie Budgets bündelt, dann kann das eine große Hilfe sein, um solche Kulturen und Happenings zu erhalten. Der Gedanke Open Source ist breit genug, um diese über viele dieser einzelnen Protagonisten zu stülpen.

5.) Vervollständige diesen Satz: Open Source ist / war für mich… was es hoffentlich bleibt: „Family of creativity“. Familie, weil es einen ganz eigenen Charakter hier gibt. Creativity, denn ich glaube, hier treffen Künstler jeglicher Couleur auf ein interessiertes Publikum in einer Location mit kulinarischem und musikalischem Angebot. Du hast so viele schöne Brüche – und Kreativität braucht diese Brüche. Deshalb sind diese drei Worte das, was das Festival beschreibt und hoffentlich auch in Zukunft ist.

1.) Was ist deine erste Erinnerung ans Open Source? Ungewöhnliche tolle Location mit junger Musik und guter Stimmung.

2.) Was ist deine schönste Erinnerung ans Open Source, welche(n) Moment(e) wirst du nie vergessen? Feiern mit guten Freunden bei toller Musik und klasse Atmosphäre.

3.) Was glaubst du, woran das Festival „gescheitert“ ist? Was stand dem Überleben im Weg? Gestiegene Kosten und fehlende Unterstützung von Sponsoren.

4.) Was wünscht du dir für die „Idee Open Source“ in der Zukunft. Wie kann, wie sollte, (wie) muss es weitergehen? Ein anderer Ort und kleineres Format.

5.) Vervollständige diesen Satz: Open Source ist / war für mich… Pure Freude.

1.) Was ist deine erste Erinnerung ans Open Source? Irgendwas mit Regen im Löricker Freibad, Nouvelle Vague und Schnapps auf der Bühne! (Also, nicht ich.)

2.) Was ist deine schönste Erinnerung ans Open Source, welche(n) Moment(e) wirst du nie vergessen? Was ich nie vergessen werde ist das Gefühl, wenn man sich wochenlang auf das Festival und den Auftritt von Bilderbuch freut – und letztendlich den Tag im Krankenhaus mit einem gebrochenen Handgelenk verbringt und alles leider nur live via Social Media mitverfolgen kann. Immerhin war ja nahezu mein gesamter Freundeskreis da, so dass man sehr viel mitbekommen hat. Spaß beiseite: Mein schönster Moment war tatsächlich der Auftritt von Beirut. Für mich die perfekte Musik zu einer perfekten Sommerabendstimmung. Ganz toll!

3.) Was glaubst du, woran das Festival „gescheitert“ ist? Was stand dem Überleben im Weg?  Ich glaube, dass das Festival (unter anderem!) auch an der fehlenden Offenheit, Neugierde oder Bequemlichkeit sehr vieler Düsseldorfer gescheitert ist. Mit wie vielen (durchaus kulturinteressierten) Menschen aus meinem Bekanntenkreis ich in den letzten Wochen gesprochen habe, die einfach noch NIE in 14 Jahren beim Festival waren. Was stand dem Überleben im Weg? In diesem Punkt sicherlich Mut für Neues oder auch mal Konzerte zu besuchen fernab von Pink oder Ed Sheeran. Letztendlich kann ich die Entscheidung der Veranstalter bestens nachvollziehen. Wenn man 14 Jahre lang etwas ausschließlich für alle anderen macht und unter dem Strich selber nur draufzahlen muss, ist die Entscheidung nur konsequent. So schön das dann auch alles ist und war und so traurig ich persönlich die Entscheidung finde! Ein Riesendank und Respekt für das lange Durchhaltevermögen und den Glauben an das Festival an das gesamte Team!

4.) Was wünscht du dir für die „Idee Open Source“ in der Zukunft. Wie kann, wie sollte, (wie) muss es weitergehen? Wie meine Oma immer so schön sagte: „Wer weiß, wozu es gut ist.“ Das Festival in dieser Form wird es sicherlich so nicht mehr geben. Aber vielleicht ist es gut, sich mal zu sammeln, zu schütteln, und dann etwas Neues wachsen zu lassen. Wie auch immer das aussehen mag. Die Substanz ist in jedem Fall da, der kreative Geist und Spirit des OSF bleibt!

5.) Vervollständige diesen Satz: Open Source ist / war für mich… ein absolutes Jahreshighlight, Raum toller Begegnungen und wundervolle Momente. (Klingt kitschig, ist aber so.) We will miss you!

1.) Was ist deine erste Erinnerung ans Open Source? Das Löricker Freibad als Festival-Location und viel Regen.

2.) Was ist deine schönste Erinnerung ans Open Source, welche(n) Moment(e) wirst du nie vergessen? Da gibt es zu viele, das ist schwierig. Bei einer Ausgabe, noch im Löricker, spielte die schwedische Band Slagsmålsklubben. Die Jungs waren jung und ein bisschen durchgeknallt und sind direkt nach ihrem Konzert nackt in den See gesprungen. Danach kamen sie zu mir an den Stand, den ich damals mit meinem Concept Store auf den Open Squares hatte, weil sie auf der Suche nach etwas zu rauchen waren. Nachdem sie fündig geworden sind, sind wir gemeinsam mit sieben oder acht Leuten in einem Polo vom Löricker zu den Böhler Werken zur Aftershow Party gefahren. Und einer meiner schönsten Erinnerungen ist natürlich der Auftritt von Mike Skinner (The Streets) ein paar Jahre später.

3.) Was glaubst du, woran das Festival „gescheitert“ ist? Was stand dem Überleben im Weg? Die Art und Weise, wie Leute Dinge wertschätzen und wofür viele bereit sind, Geld auszugeben und wofür nicht. Ein Kaffee im Pappbecher für 4 € oder Kippen für 7 Euro gehen beispielsweise klar, aber beim Preis von unter 40 € für 10 Stunden Musik, Kultur und Spaß wird gejammert.

4.) Was wünscht du dir für die „Idee Open Source“ in der Zukunft? Wie kann, wie sollte, (wie) muss es weitergehen? Ich wünsche viel Motivation, Kreativität und die Power zum Weitermachen und zum sich-nicht-vom-Weg-abbringen lassen. Irgendwer wird hoffentlich die Lücke füllen.

5.) Vervollständige diesen Satz: Open Source ist / war für mich… Schöne Erinnerungen und Familientreffen 2.0

Vielen Dank!

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben die fünfte Frage (Das Open Source  ist/war für mich…) noch einmal schriftlich beantwortet. Dafür haben alle den Marker geschwungen, getagt  und gemalt. Hier findet Ihr unsere Top 9 picks:

Interviews: Ole Spötter
Fotos:Sabrina Weniger
Produktion: David Holtkamp

© THE DORF 2019

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