Review: Connect Festival

Auf dem Düsseldorfer Messegelände startete am vergangenen Samstag, den 13. Oktober 2018 zum ersten Mal das Connect-Festival. Awakenings und Time Warp, zwei große Techno-Festivals, präsentieren gemeinsam die Champions League der DJs. Mit dabei Solumun, Nina Kraviz, Loco Dice und 19 weitere internationale Künstler.

Was für die Toten-Hosen-Fans im Stadion nebenan der Auftritt ihrer Düsseldorfer Jungs ist, ist für die Elektro-Fans das Set ihres Lieblings-DJs – Sets, die sonst höchstens beim „Warmup“ laufen, aber sicher nicht im Club.

Als sich gegen 22 Uhr die Tore der Messehallen öffnen, strömen die Besucher vor die vier Bühnen, die nach den Himmelsrichtungen benannt sind. Die Stages sind auf zwei Gebäude aufgeteilt und bieten nicht nur einen grandiosen Sound, sondern auch atemberaubende und individuelle Lichteffekte.

Die North-Bühne, auf der unter anderem Adam Beyer und Joseph Capriati die Regler aufdrehen, sind mit runden Lichthalterungen umrandet. Zur Bühne hin werden diese immer kleiner und auf der Leinwand im Hintergrund durch visuelle Effekte ergänzt. Dadurch entsteht eine Installation, die an ein Stargate erinnert. Unterstützt durch die Laser- und Lichteffekte, die den ganzen Floor in eine spacige Atmosphäre verwandeln, ist allein die Show, neben der Musik, schon ein echtes Spektakel.

Mehr als 20.000 Gäste kommen von „überall“ angereist, um in dieser Nacht gemeinsam zu feiern. In den „Chill Areas“ hört man größtenteils Englisch. Menschen, die sich „connecten“, die sonst vielleicht nie miteinander gesprochen hätten. Junge Menschen tanzen neben älteren und Underground-Raver neben Party-Urlaubern. Es geht nur um eins, TECHNOOO!

Zu einem besonderen Highlight kommt es um 2 Uhr. Amelie Lens ist an der Reihe und bringt mit ihrem Set die Tanzlustigen zum Ausrasten. Wie die meisten ihrer Kolleginnen und Kollegen legt sie zwei volle Stunden auf. Nur die Eröffnungssets von Dubfire und Monika Kruse übertreffen dies mit jeweils vier und drei Stunden.

Nicht nur musikalisch wird aufgetischt: Zur Verpflegung der Partygäste gibt es eine große Auswahl an verschiedensten Foodtrucks und Ständen. Ein etwas bitterer Beigeschmack dagegen die Getränkepreise, die wir für etwas zu hoch empfunden haben.

Für alle, die nach 14 Stunden Elektro immer noch nicht genug haben, geht es zur offiziellen After Hour in die Rudas Studios. Len Faki, Kölsch und Bart Skils legen für alle, die den jeweiligen Auftritt beim Festival verpasst haben, noch einmal auf. Ergänzt wird das sonntagmorgentliche Programm durch Brixton, Micky Markowitz und einen eigenen Floor für die Locals von den Strandpiraten.

Bei strahlender Sonne verlassen die Besucher das Messegelände und nutzen den Rückweg für einen Sonntagsspaziergang am Rhein. Andere nehmen die überfüllten Bahnen und – trotz sehr offensichtlicher Müdigkeit – sind viele glückliche Gesichter zu sehen. So langsam verlassen auch die letzten „Techno-Touris“ die Stadt, bis sich Düsseldorf im nächsten Jahr vielleicht erneut „connectet.“

Text: Ole Spötter
Fotos: Kristina Fendesack
© THE DORF, 2018

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