Birgit Karla Krause

(c) Jose Louis Martinez

Name: Birgit Karla Krause
Künstlername: Karla K
Alter: 60
Beruf:Sprecherin: Synchron/Features/Dokus/Phantasie, Gesang & Fotografie

Wir wagen zu behaupten, es gibt niemanden von Euch, der nicht schon einmal Birgit Karla Krauses Stimme gehört hätte. Warum wir diese wagemutige Behauptung aufstellen? Die Düsseldorferin ist von Beruf Synchronsprecherin, ihre Stimme ist seit den 90ern in zahlreichen TV- und Radiospots zu hören, sie vertonte Jingles für große Marken wie Pepsi Cola, Sony, Mercedes, Hugo Boss, Deutsche Bank und viele mehr. Sie wirkte als Sprecherin bei Filmsynchronisationen mit, darunter für Mickey Rourkes Streifen „Bullets“ sowie für viele ausländische Kinder- und Jugendfilme und zahlreiche Bollywood-Produktionen. Nicht zu vergessen: Seit vielen Jahren leiht Karla auch so mancher Marionette im „Düsseldorfer Marionettentheater“ ihre Stimme – von der Helena im „Sommernachtstraum“ bis hin zu Jim Knopf. Jetzt veröffentlicht Karla unter ihrem Künstlernamen Karla K ihr neues Album „Seven Songs“, das in 22 Minuten und auf Englisch, Französisch und Japanisch eine kleine musikalische Weltreise ist.

Los ging es bei Karla allerdings schon viel früher, Anfang der 80er Jahre. Karla war Sängerin in verschiedenen New Wave, Pop- und Rock-Formationen und veröffentlichte mehrere LP- und Single Produktionen bei der „Ariola“ und dem bekannten „Schallmauer Lable“. Sie sang für das frühe Kraftwerk-Mitglied Klaus Dinger im „GrundFunk“, produzierte im legendären ATATAK-Studio eine Single mit „Die Toten Hosen“ und „Der Wahre Heino“ und trällerte Backing Vocals für „Rheingold“-Gründer Bodo Staiger im Düsseldorfer „Skyline Studio“. Auch mit „Stahlnetz“-Musiker Jochen Rausch und dem ehemaligen „KFC“-Punker Tommi Stumpff nahm sie Stücke auf und produzierte Singles.

Ihre eigene Neue-Deutsche-Welle-Band „Din-A-4“ verließ sie nur nach einem Jahr und gründete mit Pianist und Freund Johnny Kluten, Bassist Bill Brown (Fred Banana Combo) und dem Hagener Gitarristen Dietmar Kittel die Band „Pick Pockets“. Jetzt, knapp 30 Jahre später, war es für Karla mal wieder Zeit, sich an ein neues Musikprojekt zu wagen. Unter ihrem Künstlernamen Karla K veröffentlichte sie im Frühling 2023 ihr neues Album „Seven Songs“. Karla sagt: „Nach 35 Jahren erneut Songs zu schreiben und mit Musikern aufzunehmen, war eine Herausforderung, aber gleichzeitig sehr schön und erfüllend und mit den vielen Jahren Abstand eine ganz besondere Erfahrung.“

Die sieben titelgebenden Kompositionen bilden dabei einen Spannungsbogen von klanglichen Miniaturen zu großen Pop Songs. Ebenso variabel wie die Arrangements ist die Sprache der Texte. Als geübte Multi-Linguistin wechselt Karla spielend leicht von Englisch, über Französisch bis hin zum Japanischen. Instrumental unterstützt wird sie dabei von weiteren Schwergewichten der Musikszene, wie Thomas Schneider (u.a. Fehlfarben, Cryssis) an der Gitarre und Eric Harings (u.a. Xaver Fischer Trio) am Schlagzeug. Den Bass teilen sich Ufo Walter (u.a. Randy Hansen) und Bill Brown (Fred Banana Combo), wobei Brown noch zusätzlich Hand an die Produktion gelegt hat und eigene Songs beisteuerte.

Wir sprechen ihm Interview mit Karla über die Entstehung ihres neuen Albums und wie es sich anfühlt, nach 30 Jahren wieder eigene Musik zu machen.

Stell dich vor. Wer bist du und was machst du? Ich bin Sprecherin und Sängerin und arbeite seit 1999 in vielen verschiedenen Tonstudios Düsseldorfs, Kölns und weiterer Umgebung. Seit kurzer Zeit habe ich auch ein eigenes Studio, in dem ich Sprachaufnahmen machen und auch gesanglich arbeiten kann.

Wer sind bzw. waren Deine Vorbilder? Damals waren das Debbie Harrie, Melanie Safka und Bowie, heute vielleicht Amy Winehouse.

Was erwartet Zuhörer*innen auf dem neuen Album? Das Album ist ziemlich querbeet. Darauf sind Songs, die gute Laune, aber auch melancholisch machen. Von Beat über Pop und Singer-Songwriter sind einige Stile dabei.

Wie würdest Du Deine musikalische und inhaltliche Entwicklung beschreiben? Nun, nach 35 Jahren erneut Songs zu schreiben und mit Musikern aufzunehmen, war eine Herausforderung, aber gleichzeitig sehr schön und erfüllend und mit den vielen Jahren Abstand eine ganz besondere Erfahrung. Ich hatte damals gesanglich viel gelernt und so konnte ich es heute schnell wieder abrufen.

Welche Botschaft möchtest Du mit Deinen Songs vermitteln? Dass es okay ist, älter zu werden, wenn man noch mit Freude und Begeisterung bei der Sache ist. Dass man an sich und seine (vielleicht auch verborgenen) Fähigkeiten glauben sollte und nicht zu früh aufgibt. Und das Liebeskummer schnell vorbeigeht, wenn man ihn in eine positive Kraft umwandeln kann… 😉

Welcher Song des neuen Albums hat für Dich die größte emotionale Bedeutung und warum? Eigentlich hat jeder Song das für mich auf eine ganz eigene Weise. Jeder gab mir eine erste kleine Eingebung, hat mich geleitet, bis zur Umsetzung und dann war er da.

Wo ist der Großteil Deiner neuen Lieder entstanden? Auf meinem Bett mit der Gitarre. Im September/Oktober 2022. ich hatte eine Erkältung/Grippe nach der anderen und somit sehr viel Zeit… Ich wußte, die Produktion steht bald an und hatte auch schon einige kleine Lied-Fragmente auf meiner Sprachbox im Handy. Ich kann irgendwo sein und dann fällt mir plötzlich eine Gesangsmelodie ein und die singe ich dann leise auf. Später greife ich darauf zurück. Wie auch für dieses Projekt.

Was war Dein eigener Lieblingskonzertbesuch bzw. welches Konzert von welcher Band hat Dich am meisten beeindruckt? Das kann ich nicht sagen. In jeder Zeit war das jemand anderes. Und es waren SEHR viele, die ich mochte! Mit 12 mit Sicherheit Udo Lindenberg! Der hat mich elektrisiert, als ich seine Sprache das erste Mal im Radio hörte. Und schon früh die Beatles. Ich hatte einen großen Bruder und daher konnte ich schon mit sieben einige Songs von ihnen auswendig. Später natürlich auch die Stones, Nina Hagen, Iggy Pop und Bowie. Aber wie gesagt, es waren soooo viele! Von Melanie (Safka!!) bis Zappa waren viele dabei…

Mit wem würdest Du gerne ein Projekt machen? Ich weiß es derzeit nicht, bin selber gerade gespannt, wohin die Reise geht

Düsseldorf in drei Worten? Rhein, Freunde, Heimat

Was ist dein Lieblingsort in Düsseldorf, um Dir Musik anzuhören? Die Oper, das Tanzhaus, Tonhalle, ZAKK und WP8

Mit welchem Musiker, tot oder lebendig, würdest Du gerne mal ein Altbier trinken gehen? Mit Bowie.

Was bringt die Zukunft? Keine Ahnung! Aber aktuell drehe ich mein drittes Video und es wird am Meer spielen.

Vielen Dank!

„Seven Songs“ erschien im März 2023 über Hinterhof Produktionen / Rough Trade Distribution als digitales Album und in limitierter Auflage als Collectors-Edition CD. Weitere Infos auf www.birgit-karla-krause.de

(c) THE DORF, 2023
Interview: Tina Husemann
Fotos: Siehe Bildbeschreibung

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