Name: Kaspar van de Water
Alter: 26

Gelernter Beruf: Medienwirtschaft
Website: www.callshopradio.com
Social: Instagram | Facebook | Soundcloud


Kaspar van de Water ist der Kopf hinter Callshop Radio, einem Radiosender, der seit April 2017 On Air ist. Gemeinsam mit Fernando Diaz gründete er die Radiostation, die nach dem Vorbild von Independent Online-Sendern wie NTS Radio und Redlight Radio aus London und Amsterdam. Um die größtmögliche Freiheit bei der Gestaltung der Sendungen ging es den Initiatoren, die selbst Programme gestalten, aber auch andere ans Mikrofon bitten. Lange haperte es dem Musiker – er spielt auch Saxofon und legt als DJ auf – an einem geeigneten Studio, doch schließlich dies fand sich im Hinterhof des ROOOOOM, einer interdisziplinären Gemeinschaft aus Galerien, Ateliers, Büros und Werkstätten, die nahe des Worringer Platzes liegt.

Was unterscheidet Callshop Radio von anderen Radiosendern?Im Vergleich zu herkömmlichen, kommerziell geführten Radiosendern des Hörfunks unterscheidet sich das Callshop Radio auf jeden Fall durch die Diversität des gespielten Programms. Es gibt keine Playlists, die wieder und wieder abgespielt werden, vielmehr versuchen wir, durch täglich wechselnde Gäste eine Bandbreite an Musik zu fördern und zu spielen. Vergleicht man den Callshop mit anderen Online Radios, wäre es mir viel wichtiger die Gemeinsamkeiten zu erwähnen. Egal ob Dublab, Radio 80000, LYL oder Red light Radio, allen geht es um die Liebe zur Musik und das Zusammenbringen von Musikbegeisterten die in eine Richtung denken. Mich begeistert die Motivation zur Zusammenarbeit und die vergleichbar kleine Bedeutung von Konkurrenz untereinander.

Wie sieht ein typischer Tag bei Callshop Radio aus? Der Tag im Callshop beginnt meist recht spät. Shows sind von Dienstag bis Freitag und fangen gegen 21h an. Das Radio hat sein Zuhause im Hinterhof des ROOOOOM. gefunden. Das bedeutet man trifft neben den DJs, die eine Show aufnehmen, auch auf freischaffende Künstler, Grafiker, Tätowierer und Schriftsteller. Nicht selten bespricht man also während einer Radioshow die nächsten Projekte, die gemeinsam anstehen. Aber auch neben den abendlichen Shows gibt es eine Menge für den Callshop zu tun, Shows müssen nachbereitet und hochgeladen werden, das Programm für die nächsten Monate muss geplant und kuratiert, Veranstaltungen vorbereitet, die Website aktualisiert werden und und und.

Welche Künstler haben Deinen Musikgeschmack am stärksten beeinflusst? Den einen Musikgeschmack gibt es gar nicht unbedingt. Angefangen mich intensiv mit Musik zu beschäftigen habe ich, als ich als Saxophonist Teil der Band Mighty Mammut Movement wurde, vor knapp 10 Jahren. Damals lag der Schwerpunkt auf HipHop und Reggae. Jay Dilla, Ini Kamoze und die gesamte Melting Pot Music aus Köln haben mich damals wie heute begeistert. Den Zugang zur elektronischen Musik fand ich als Teil von Markant. Ich habe für mich dann schnell erkannt, dass es nicht nur die eine Richtung in der Musik gibt. Ich erinnere mich gut an ein Set von Orpheu the Wizard und Tako im Salon des Amateurs, das mich unter anderem dafür begeistert hat, mich sowohl mit aktueller, als auch mit der Musik der letzten 40 Jahre zu beschäftigen. Auch Düsseldorfer Labels wie Aiwo oder TFGC prägen meinen Musikgeschmack. Unterm Strich gibt es also sehr viele Einflüsse!

Wo findest du neue Musik? Ich höre viele Radioshows im Internet, LYL Radio, NTS, hier gibt es inzwischen ein sehr großes Angebot. Klar bin ich auch auf den klassischen Seiten wie Discogs unterwegs. Vor allem, wenn ich andere Städte besuche, gehe ich sehr gerne in Plattenläden. Das ist eine schöne Art, eine Stadt zu entdecken.

War es je eine Option für dich, Düsseldorf zu verlassen? Warum bist du hier geblieben? TEs gab immer Gründe die Stadt nicht zu verlassen. Erst die Band, dann Markant, jetzt Callshop Radio und nicht zuletzt mein Studium. Trotzdem schließe ich es nicht aus, auch mal woanders mein Glück zu probieren. Die Planung für einen Callshop Ableger in Paris steckt gerade in den Kinderschuhen.

Mit welcher Person, egal ob tot oder lebendig, würdest Du gerne in Düsseldorf ein Altbier trinken und worüber würdet Ihr reden? Schwierig. CR7 haha. Vielleicht würde ich auch Jack Dawson fragen, warum er nicht zu Rose auf das Stück Holz geklettert ist. Ansonsten ist auch Fernando Diaz (Co-Founder Callshop Radio) immer eine gute Partie für ein Bierchen.

MORGENS

Wo trinkst du morgens Deinen Espresso in der Stadt, um wach zu werden? Wenn ich frei habe, bei mir vor der Haustür bei Kausal.

Zum Sonntags-Brunch und ausgedehnten Frühstück trifft man dich…Mit der WG in der WG.

Den besten Kaffee gibt es…Den besten Kaffee gibt es aber bei meiner Arbeit, der Rösterei Vier am Markt.

MITTAGS

Lecker, gesund und frisch lunchen gehst du in Düsseldorf…Puh. Frisch und gesund lunchen. mhh.

NACHMITTAGS

Deine Lieblingsroute zum Spazierengehen, Schlendern, Kopf-Frei-Kriegen: Flingern S zum Worringer Platz, Zum Flingern S zurück.

Drei Plätze in Düsseldorf, die du deinen Gästen unbedingt zeigen musst: Den Rhein, Grabbeplatz, ROOOOOM

Zum Kaffeeklatsch mit Küchlein & Co. trifft man dich hier: Izmir

ABENDS

Wo verbringst du am allerliebsten einen gemütlichen Abend mit Freunden oder der Familie? Luang Prabang

Welches Restaurant repräsentiert für dich am meisten den typisch-charakteristischen Geschmack von Düsseldorf? Cemo, Colosseo

Dein absoluter Gastro-Geheimtipp-Lieblings-Spot, den du hier mit allen teilen möchtest? Sannin, Milo besuchen im Golzheim

Dein Lieblings-Altbier: Kürzer

NACHTS

Deine Lieblingsbar oder Dein Lieblingsbartender sind
Lieblingsbartender: Joshua, Luke Tamer. Lieblingsbar: Kausal

Eine ganz besondere, erinnerungswürdige Nacht in Düsseldorf hast du wo verbracht? Bei einem Rave in einem Waldstück nahe der Universität.

Dance the night away! Getanzt wird hier: Salon des Amateurs

IMMER

Wo und wann fühlst du dich wie ein „richtiger Düsseldorfer“? Montag Abend um 21h halbe Stunde auf die Bahn warten.

Was vermisst du an der Stadt, wenn du nicht in Düsseldorf bist? Meine Freunde

Könnte man Düsseldorf essen, schmeckt es nach…Nach einer gemischten Tüte ohne Lakritz.

Was liebst du am meisten an Düsseldorf? Die Gang.

Was hasst du am meisten an Düsseldorf? Das Sich-Brüsten mit Zweitliga Sportvereinen.

STIL

Wo suchst & findest Du Möbel für Deine Wohnung? In der Sammlung meiner Eltern

Deine Top 3 Shopping-Adressen in Düsseldorf? Discogs, Papas Kleiderschrank

Gibt es (einen) Düsseldorfer Designer oder Künstler, den du besonders schätzt und wenn ja, warum? Malte van de Water für freie Kunst, Kilian van de Water für Design

Der beste Ort, um Leute zu beobachten? Rösterei Vier am Markt

Nach welchen Regeln stylst du dich? Was geht gut und was geht gar nicht? No Rules

ALLGEMEIN

Was ist dein Lieblingsessen? Linsensuppe bisschen scharf

Wo oder wobei kannst du am besten entspannen? Im Urlaub

Dein Lieblingsreiseziel ist? Samothraki, Paris

Welches Buch liegt aktuell auf dem Nachttisch? Joachim Meyerhoff: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war

Welchen Kinofilm hast du zuletzt gesehen? Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Dein All-Time-Favorite-Movie? La Heine, City of God, Brügge sehen und sterben

Aktuell läuft auf deiner Playlist/deinem Plattenspieler? Gerade an: Keysha – Stop it

Dein All-Time-Favorite-Song? Lucas Croon: Grandprix Suzuka

Für welchen Verein schlägt dein Herz? ROOOM

Text: Barbara Russ
Photography:
Sabrina Weniger
© THE DORF 2018