3. düsseldorf photo+ Biennale for Visual and Sonic Media

Werbung • Die dritte Edition der Biennale for Visual and Sonic Media. düsseldorf photo+ vom 17. Mai bis 14. Juli 2024 steht unter dem Leitmotiv „On Reality“. In Ausstellungen und Konzerten, bei Talks, Panels und weiteren Veranstaltungen wird in ganz Düsseldorf aktuelle und aktualisierte Fotografie sowie medienbasierte Kunst in ihren vielfältigsten Facetten zu erleben sein. Die Künstler:innen reflektieren auf unterschiedlichste Art und Weise, wie Medien unser Verständnis von Wirklichkeit heute und in der Vergangenheit maßgeblich prägen.

Computergenerierte Bild- und Klangwelten umgeben uns allgegenwärtig, die Biennale bindet diese in den Kunstparcours ein und verknüpft analog erzeugte audiovisuelle Wirklichkeiten. Insgesamt bietet die Biennale über 50 Ausstellungen und Veranstaltungen in Museen, Sammlungen, Galerien, freien Ausstellungsräumen und Hochschulen. Die diesjährige düsseldorf photo+ findet unter der künstlerischen Leitung von Pola Sieverding und Rupert Pfab statt. Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm in Museen, Galerien und Off-Spaces bietet acht Wochen lang inhaltlich akzentuierte und ästhetisch spannende Kunsterlebnisse.

So bringt das Symposium „On Reality“ am 18. Mai & 19. Mai 2024 im K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen Expert:innen aus Kunst, Wissenschaft, Philosophie und Medientheorie zusammen. (Teilnahme kostenlos, mit Anmeldung per Email an rsvp@dpplus.de bis 8. Mai 24). Unter den Vorzeichen des Pictorial Turns ( W. J. T. Mitchell, 1992) und des Iconic Turns (Gottfried Boehm, 1994) wird im Rahmen der düsseldorf photo+ talks im K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen eine inhaltliche und analytische Debatte über die komplexen und sich ständig weiterentwickelnden Medien sowie ihre Auswirkungen auf Gesellschaft, Kultur und Individuen geführt. Die Talkreihe findet am 24. Mai, 7. Juni, 20. Juni und 11. Juli 2024 statt.

düsseldorf photo+ Lab

Am 17. Mai eröffnet die Ausstellung „Ways of Seeing” im düsseldorf photo+ Lab, gefolgt von einem vielstimmig besetzten Symposium am Eröffnungswochenende (18./19. Mai). Die Ausstellung mit Arbeiten von Natascha Sadr Haghighian, Clara Mosch, Sung Tieu, Kyriaki Goni, Harun Farocki, Jill Magid, u.a. beleuchtet die komplexen Beziehungen zwischen Macht- und Kontrollmechanismen, sozialer Verantwortung und Freiheit und wie sie im Blick der Linse und durch die Linse manifestiert oder gebrochen werden.

Mit einem Fokus auf verschiedene Situationen von Sur- und Sousveillance – Überwachung und deren Replik – wird die Frage gestellt, was es bedeutet zu sehen und gesehen zu werden, wenn sich die Blicke nicht treffen, weil die Richtung des Interesses verschleiert ist, Maschinen an die Stelle von Augen treten oder die Perspektive gelenkt und der Fokus durchzogen ist von blinden Flecken.

Neben der Hauptausstellung finden im düsseldorf photo+ Lab in der Kapuzinergasse weitere Interventionen, Performances und Veranstaltungen statt, die einen medialen Bogen spannen von Fotografie über Sound hin zu Virtueller Realität und somit das Spektrum von düsseldorf photo+ in konzentrierter Form abbilden. Den Auftakt wird ANT!FOTO mit dem Release einer neuen Ausgabe ihres Magazins sowie einer Ausstellung, Artist Talk und DJ Set gestalten, gefolgt von der Präsentation einer VR Arbeit der Künstlerin Evelyn Bencicova in Kooperation mit dem Kurator:innen Kollektiv peer to space und der Research- und Ausstellungsplattform VR Radiance.

Salon des Amateurs im Haus der Kunsthalle Düsseldorf

Darüber hinaus präsentiert düsseldorf photo+ in Kooperation mit dem Salon des Amateurs am 29. Juni 2024 ein Panel zur Entstehung des mittlerweile legendären Clubs vor 20 Jahren. Im Sinne einer sozialen Plastik kann man den Ort verstehen, den Aron Mehzion, selber Künstler und aus der Kunstakademie Düsseldorf kommend, als einen Ort von Künstler:innen für Künstler:innen begründet hat und der anknüpft an die Tradition der lebendigen Verquickung von Kunst, Musik und (Nacht-)leben in Düsseldorf seit den 1960er Jahren. Dem Gespräch am 29. Juni schließen sich zwei Konzerte sowie DJ-Sets an: die Uraufführung eines Konzerts für Flügel, zehn Flöten und Elektronik des georgischen Komponisten Giorgi Shekiladze und seines Ensembles Aroura Nr. π sowie ein Konzert des Instituts für Feinmotorik, das 2004 das erste Konzert im Salon überhaupt gespielt hat. Im Anschluss legen DJs auf, die mit der 20-jährigen Geschichte des Salons verbunden sind.

LED-Wand am Kö-Bogen

Auf der LED-Wand am Kö-Bogen ist erstmals über die gesamte Laufzeit auch der öffentliche Raum bespielt: In den ersten vier Wochen wird die Arbeit „Infoscreen at Bus Station Somewhere Near Planet Greyhound“ von Julia Scher gezeigt, die Transitzenarios entwirft, in denen sich eine Gruppe von Haustieren auf eine planetarische Reise in eine andere, bessere Lebenswelt begibt.

Podcast

Unter dem Titel düsseldorf photo+ meets Fotografie Neu Denken wird exklusiv für die Biennale wieder eine Sonderedition des Podcasts „Fotografie Neu Denken“ produziert. Andy Scholz wird in fünf Folgen eintauchen in die vielfältigen Gedanken und Fragestellungen, die Künstler:innen, Kurator:innen und Theoretiker:innen während der düsseldorf photo+ Talks und des Symposiums entwickeln.

Highlights in den Galerien

Allan Sekula beleuchtet mit seinen inzwischen historischen Fotografien in der Galerie Konrad Fischer kritisch soziale Strukturen in der US-amerikanischen Industrie- Arbeiterschaft. Ebenfalls retrospektiv angelegt ist die Gruppenausstellung in der Galerie boa basedonart, die gesellschaftliche Stereotype über das Motiv des Selbstportraits fokussiert.

Sumi Anjuman liefert dazu eine zeitgenössische Ergänzung mit Blick auf die Ungleichheit der Geschlechter in der privaten Sammlung Philara. Soziologische Untersuchungen liefert auch Toby Binder mit dem Blick auf krisenhafte Milieus in der Galerie Clara Maria Sels. Der Ausstellungsraum von Julia Ritterskamp vertieft diesen Blick mit Andréas Lang, der das überzeitliche Thema Völkermord an Hand der Geschichte der Armenier aufarbeitet.

Helmut Schweizer widmet sich schließlich der Absurdität und Grausamkeit des Krieges, unter Verwendung von Darstellungen der Apokalypse Albrecht Dürers, in komplexen Bildcollagen bei Rupert Pfab.

Die umfassende Dimension der Medialität der Fotografie beleuchten die von Künstler:innen initiierten Ausstellungen „das vorphotographische“ im Projektraum Aura und die Ausstellung „Mortal Maps“ im Künstlerverein Malkasten. Die zeitgenössische digitale Lage im Zeichen von KI und Computertechnologie untersucht das Kollektiv darktaxa im Projektbüro DFI. Die Künstlerin Lynn Hershman Leeson verbindet in der Julia Stoschek Foundation mit ihrem Werk „Are Our Eyes Targets?“ unsere Gegenwart mit dem Diskurs über mediale Konstruktion Neuer Medien in den 1980er Jahren.

Auch Kurt Dahlke aka Der Pyrolator ist eine zeitgemäße Rückwendung auf die interdisziplinäre audiovisuelle Kultur der 1980er Jahre bei SETAREH X, mit regionalem Bezug auf die Düsseldorfer Szene. Diesen Blick verstärkt VAN HORN mit Werken des Fotografen Albrecht Fuchs, der im Rheinland lebende und wirkende Künstler*innen portraitierte.

Mehrere Ausstellungen umkreisen Fragestellungen der Architektur. Nicolas Grospierre widmet sich im Polnischen Institut Düsseldorf dem Scheitern urbanistischer Großprojekte, die Galerie Kadel Willborn versammelt Positionen, die deren wahrnehmungspsychologische Aspekte ausleuchten und „Forthcoming“ im K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen bietet einen interkontinentalen und interkulturellen Vergleich sozialer Utopien des Städtischen.

Komplementär richten Gabriele Rothemann in der Galerie Ute Parduhn den Blick auf die versehrte Fauna und Gudrun Kemsa im Stadtmuseum auf die beschädigte Natur mit lokalem Bezug zum Rhein im Stadtmuseum. Hier findet sich auch eines der beiden Projekte der Hochschule Düsseldorf, deren Studierende, mit ihrem experimentellen Zugriff auf das Medium Ausstellung und zeitgenössischer Medialität, den Laborcharakter der Biennale beispielhaft verkörpern. Den Blick weit über das Regionale hinaus liefert die Galerie wildpalms, deren Ausstellung eine Begegnung von Kunst und Design mit Wirklichkeitskonzeptionen indigener amerikanischer Gemeinschaften zeigt.

düsseldorf photo+
17. Mai – 14. Juli 2024

Eröffnung:
Freitag, 17. Mai 18 – 21 Uhr
Samstag, 18. Mai 12– 16 Uhr

www.dpplus.de

Teilnehmer:innen von düsseldorf photo+
ANT!FOTO | AURA Kunstraum | b41 | Beck & Eggeling – International Fine Art | Stiftung Park und Schloss Benrath | Bilker Bunker | boa-basedonart | Le Bureau | COSAR | darktaxa | eversince | Filmwerkstatt Düsseldorf | Art Edition-Fils – galerie im stilwerk | Konrad Fischer Galerie | Grölle | Hochschule Düsseldorf HSD | K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen | Kadel Willborn | Kunsthalle Düsseldorf | Künstlerverein Malkasten | Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen | Kunstpalast | Galerie Hans Mayer | Mook Gallery | Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste | Galerie Ute Parduhn | Rupert Pfab Galerie | Sammlung Philara | plan. d. produzentengalerie | Polnisches Institut Düsseldorf | the pool | Galerie Petra Rinck | Julia Ritterskamp | Salon des Amateurs | Galerie Clara Maria Sels | SETAREH | SETAREH X | sipgate shows | SittArt Raum für Kunst | Stadtmuseum Düsseldorf | Julia Stoschek Foundation | Studio for Artistic Research | Galerie Franz Swetec | VAN HORN | wildpalms

(c) THE DORF, 2024
Text: PR
Fotos: Siehe Bildunterschriften

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