Almaros Skateboards

Almaros Skateboards

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ALMAROS – was sich im ersten Moment ein bisschen anhört wie ein Hochseevogel, ist eigentlich ein Akrostichon, bestehend aus den ersten zwei Buchstaben der Vornamen dreier Skater. ALadin, MArcel und ROberto bilden zusammen das Düsseldorfer Skatelabel für Boards und Apparel. Wir haben die Jungens auf vier Rollen getroffen und darüber gesprochen, wie sich Skaten im DORF verändert hat.

So wie bei den meisten der Millennials, die sich für Skaten interessieren, beginnt auch bei Aladin Cabart, Marcel Kühnemund und Roberto Cuellar die Reise mit Tony Hawk’s legendärem Videogame „Pro Skater“. Vom ehemaligen Skateshop Vibes gibt es das erste Board und dann ab zum „Haubi“ (aka Hauptbahnhof), skaten auf dem Bertha-von-Suttner Platz. Die Fläche um die Skulptur von Horst Antes, einem deutschen Maler, Grafiker und Bildhauer, ist Anfang der 2000er der Place-to-be für die lokale Boarder-Community. Mittlerweile sind die Rollen dort verstummt, der Bereich um das Kunstwerk ist mit Kopfsteinpflaster versehen und somit ein toter Spot. 2012 schließt dann noch Vibes seine Türen und damit auch ein Zuhause der Jungs. Das Wohnzimmer und zugleich Arbeitsplatz der drei ist dadurch nicht mehr gegeben und etwas Neues muss her.

Eine gemeinsame WG, ganz in der Nähe des alten Skateparks beim Aachener Platz, bringt die Idee ins Rollen. Eines der WG-Zimmer wird kurzerhand zum Vintage-Skate-Retailer umfunktioniert und neuer Anlaufpunkt der Szene. Das gibt den Anstoß für die Idee zum eigenen Label. Warum nicht eigentlich sich selbst mit Decks versorgen und etwas für die Community tun? Zack – ALMAROS ist geboren. Seitdem gibt es nicht nur Boards, sondern auch Bekleidung, die das Skaterherz höher schlagen lässt, von Caps bis zum Longsleeve. Die Bretter und Klamotten sind aktuell via Instagram erhältlich. Im Frühjahr soll der Web-Shop wieder online gehen.

Für die Produktion der Bretter und Textilien ist man im DORF geblieben, Unterstützung gibt es dabei vom Skate-Label Rebel Rockers. Die Produktion ist auf mehrere Orte aufgeteilt, der Großteil wird in der Produktionsstätte auf der Nordstraße gefertigt, der Feinschliff dann aber in der Werkstatt „Fraisers“ von Tim Frase in Unterbilk. Dort werden die Bretter ausnahmsweise mal nicht auf den Rails zum Glühen gebracht, sondern durch den Stempel, der das Logo einbrennt.

In erster Linie soll es aber nicht um den Verkauf gehen, sondern immer noch um den Sport – SKATEN! Deshalb gehen die fünf Fahrer, die von ALMAROS  ausgestattet werden, zwar auch bei Skate-Competitions an den Start, aber in erster Linie sind sie Missionare auf der Straße. Das Streetskaten spielt eine wichtige Rolle für die Jungs, denn die meiste Zeit ziehen sie gemeinsam von Spot zu Spot und drehen ihre Clips.

In Düsseldorf gibt es ihrer Meinung nach aber nicht so viele Orte an denen frei geskatet werden kann. Der neue Park in Eller sei zwar super, er zentralisiere das Geschehen, aber entzöge die Freiheit, im öffentlichen Raum zu cruisen. Marcel sagt: „Die Akzeptanz für Sportlerinnen und Sportler im Skatepark steigt, sind es dagegen aber Geländer oder Treppen im öffentlichen Raum, ist das Feindbild schnell ausgemacht und der vermeintliche Sport ein krimineller Akt.“

Davon lassen sich die „ALMAROS“ aber nicht aufhalten und setzen sich fürs aktive Fahren in der Stadt ein; ob mit selbstgebauter Rampe beim Beer Or Bail (freies Skaten, für einen guten Trick gibt’s ne Flasche Bier) oder als Organisatoren des REAL STREET Contests im Rahmen des Skateweekends Düsseldorf. Hauptsache, es geht auf die Straße und alle haben Spaß!

Aber nicht nur die Skater der Crew sind mit den Jahren gewachsen, sondern auch Kameramann und Videoproduzent Severin Strauss. Dieser musste nach einer Verletzung das Brett an den Nagel hängen. Er schnappt sich stattdessen die Cam, um sein Team zu begleiten. Aktuell hat das Team die 16-mm-(Film-)Doku through the hourglass produziert, die darstellen soll, um was es den ALMAROS beim Skaten geht – und nicht nur einen Skatetrick nach dem anderen zeigt, wie es für Skatevideos üblich ist. Keine Sorge: Die Tricks kommen nicht zu kurz, denn die Aladin, Marcel und Roberto stehen schon wieder auf den Brettern und drehen fleißig Skateboard- und Filmrollen.

Name: Aladin Cabart
(nachfolgend A)
Alter: 30
Geburtsort: Tübingen
Wohnort: Düsseldorf

Beruf: Kommunikations-Designer
Gelernter Beruf: Kommunikations-Design
URL: www.almaros.com

Name: Marcel Kühnemund
(nachfolgend M)
Alter: 29
Geburtsort: Wuppertal
Wohnort: Düsseldorf

Beruf: Alles, was ich mit mir vereinbaren kann, um meine Miete zu zahlen
Gelernter Beruf: Survivor
URL: www.almaros.com

Name: Severin Strauss
(nachfolgend S)
Alter: 30
Geburtsort: Düsseldorf
Wohnort: Düsseldorf

Beruf: Regisseur / Kameramann
Gelernter Beruf: Regisseur / Kameramann
URL: www.severinstrauss.com

THE DORF FRAGEBOGEN

Für Leute, die euch und euer Skatelabel nicht kennen, was unterscheidet dieses von den anderen?
A: Marcel und ich fahren aktiv Skateboard.Das Label ist für uns die Umsetzung dessen, wie wir Skateboard fahren verstehen.
M: Almaros ist der Umsetzungsraum unserer Kreativität. Wir haben uns vor Jahren entschieden das Label nicht gewinnorientiert, trendfolgend oder mit klassischer Vertriebs Struktur zu führen, sondern es einfach gleiten zu lassen. Alles in einem kleinen Rahmen halten, damit es uns nicht aus den Händen rutscht. So können wir in einem Jahr eine ganze Kollektion rausbringen und in einem anderen Jahr auch nur ein T-Shirt. Einfach wie wir lustig sind, ohne Druck und Verpflichtung.
S: Da ich Almaros nicht mitbegründet habe, sondern die Jungs nur seit Ewigkeiten kenne, kann ich nur sagen: Es ist eines der wenigen Labels im Skateboarding, welches den Vibe von Skateboarding aufs tiefste vertritt. Deshalb habe ich mit den Almaros-Jungs den Film „Through the Hourglass“ gedreht.

Wie seid ihr zum Skaten gekommen und wann habt ihr damit angefangen?
A: Angefangen zu skaten habe ich um das Jahr 2000. Tony Hawk’s Pro Skater hat mich auf den Geschmack gebracht und der Vibes Skateshop überzeugte mich.
M: Vor ca. 17 habe ich angefangen, weil mich die Freiheit dieses „Sports“ begeistert hat. Beeinflusst wurde ich durch Kids aus der Nachbarschaft und das Tony Hawk Videospiel.
S: Ich bin mit ca. 13 Jahren durch einen Freund an Skateboarding herangeführt worden. Das damalige Playstation-Spiel „Tony Hawks Pro Skater“ hat auch gut dazu beigetragen.

Welche Skater haben euch geprägt und inspiriert und tun es noch heute?
A: Schwierige Frage, das wechselt ständig. Am meisten prägen mich die Leute in meiner direkten Umgebung.
M: Viele Jungs von Früher, aus der Skatehalle in Wuppertal und auf jeden Fall ein Skatevideo aus dieser Zeit, mit dem Namen „Flip Sorry“.
S: Das hat bei mir ständig gewechselt. Gestartet bin ich damals durch Jamie Thomas, weil er zu dieser Zeit die Rails gefahren ist, wie kein anderer.

Was schätzt ihr an Düsseldorf?
A: Die Stadt ist überschaubar, aber dennoch vielfältig. Auch wenn es ein großes „Dorf“ ist, wird einem nicht langweilig. Mit vielen Plätzen verbinde ich konkrete Erinnerungen, das gibt mir ein gutes Heimatsgefühl.

MORGENS

Guten Morgen – wo trinkt ihr morgens Euren Espresso in der Stadt, um wach zu werden?
M: Bei Aki, im Café Süße Erinnerung.

Zum Sonntags-Brunch und ausgedehnten Frühstück trifft man euch…
A: Im manko auf der Hüttenstraße.

Den besten Kaffee gibt es…
M: Bei Schvarz Kaffee.

MITTAGS

Lecker, gesund und frisch lunchen gehst du in Düsseldorf…
S: Cemo oder Bob and Marys.

NACHMITTAGS

Eure Lieblingsroute zum Skaten:
M: Auf der Friedrichstraße, quer durch den Verkehr!

Drei Plätze in Düsseldorf, die ihr euren Gästen unbedingt zeigen müsst:
A: Bertha-von-Suttner Platz, Flohmarkt am Aachener-Platz und diverse „öffentliche“ Roof-Top Spots.
M: Noa Foodbar, Skatepark Eller und das Rhein-Ufer in Düsseldorf Hamm.
S: Altstadt, Unbehaun Eiscafé und diverse Spots am Rhein.

ABENDS

Wo verbringt ihr am allerliebsten einen gemütlichen Abend mit Freunden oder der Familie?
A: Am liebsten im Noa.
S: Auf den Straßen von Gerresheim. Die alten Fachwerkhäuser haben einfach den besten Charme.

Welches Restaurant repräsentiert für euch am meisten den typisch-charakteristischen Geschmack von Düsseldorf?
A: Der Schweine Janes auf der Bolkerstraße.

Ein Restaurant, wo ihr immer mal hinwolltet, aber noch nie wart:
M: Eins wo es kreative vegetarische Sachen gibt. Nicht da, wo gratinierter Ziegenkäse und Pilz-Risotto die Veggie-Abspeisung sind.

Euer absoluter Gastro-Geheimtipp-Lieblings-Spot, den ihr hier mit allen teilen möchtet?
M: Dim Sum Gourmet auf der Brunnenstraße.

Euer Lieblings-Altbier:
S: Kürzer geht immer!

NACHTS

Eure Lieblingsbar oder euer Lieblingsbartender sind:
S: Die Ellington-Bar oder Beuys Bar.

Eine ganz besondere, erinnerungswürdige Nacht in Düsseldorf habt ihr wo verbracht?
A: Bei der Tonfrequenz in der Tonhalle.

Dance the night away! Getanzt wird hier:
A: Im The Tube, Salon oder Cube.

IMMER

Wo und wann fühlt ihr euch wie ein „richtiger Düsseldorfer“?
A: Wenn ich ausversehen rausgehe, beim Karneval.
M: Wenn ich die Mietpreise in Wuppertal höre.
S: Jedes Mal, wenn die Gerresheimer irgendein Fest feiern und ich zufällig durchlaufe.

Was vermisst ihr an der Stadt, wenn ihr nicht in Düsseldorf seid?
A & S: Freunde und Familie.

Könnte man Düsseldorf essen, schmeckt es nach…
A: Löwensenf.
M&S: Altbier.

Was liebt ihr am meisten an Düsseldorf?
M: Dass mit dem Rennrad kein Weg zu weit ist.

Was hasst ihr am meisten an Düsseldorf?
M: Dass überall alles abgerissen wird, um diese schrecklichen Neuzeit Gated Community Plattenbauten zu errichten. Des Weiteren, dass viele Menschen unbedingt in den angesagten Vierteln leben möchten, sich dann aber über die gastronomischen Einrichtungen beschweren, die das Viertel lebenswert machen.

Gibt es Plätze oder Orte in der Stadt, die euch in eurem Job inspirieren?
A: Plätze und Orte nicht direkt. Bei Walter König finde ich häufig Inspiration.

STIL

Goofy oder Regular?
A, M & S: Goofy.

Street oder Park?
A, M & S: Beides.

Wo sucht & findet ihr Möbel für Eure Wohnungen?
A: Im Baumarkt oder Hallenflohmarkt an der Suitbertusstraße.

Eure Top 3 Shopping-Adressen in Düsseldorf?
A&M: Pick-Up/Pretty Lush Vintage Shop, Flohmarkt Aachener Platz, Nato Shop auf der Bilker Allee.

Eure Top 3 Skate-Spots in Düsseldorf?
A & M: Bertha-von-Suttner Platz, Kunsthalle, Skatepark Eller.

Der beste Ort, um Leute zu beobachten?
S: Bertha-von-Suttner Platz und die Kö.

Nach welchen Regeln stylt ihr euch? Was geht gut und was geht gar nicht?
A: Regel Nr.1: Es muss bequem sein.
Regel Nr.2: Es sollte dreckig werden können.
Gut gehen Vintage Klamotten, sowie „altmodische“ Schnitte, die in der Werkstatt und im Alltag funktionieren. Ich bin kein Fashion Polizist, aber Strass gehört nicht auf Kleidung!
M: 1.Immer so, dass man alles zu jeder Zeit machen kann!
2.Ich habe kleine Füße, deswegen Schuhe mit weißer Sohle!
3.Halbwegs farblichen passenden Deckel tragen (Cap/ Mütze)
4.Hut erst ab 50 Jahren tragen.
S: Simpel und Zeitlos. Es sollte dreckig werden können und man muss sich drin wohlfühlen. Wie Sean O’Connell bei „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ schon sagte: „Schöne Dinge fragen nicht nach Aufmerksamkeit“

Beschreibt den typischen Düsseldorfer-Stil in drei Worten:
M: Geld, Kunst und Karneval.

ALLGEMEIN

Was ist euer Lieblingsessen?
M: Perso Pasta von Fabio in der Noa-Foodbar.

Wo oder wobei könnt ihr am besten entspannen?
A: Zuhause beim Binge Watching (Komaglotzen) mit meiner Freundin.
M: Beim Schrauben in meiner Rennrad-Werkstatt.
S: Entweder beim rumlaufen und Musik hören oder am Meer.

Euer Lieblingsreiseziel ist?
A: Bisher Barcelona.
M: Helsinki.
S: Perth, West-Australien und Island.

Was ist euer Lieblingstrick?
A: Monty-Grab.
M: BS-Tail-Slide.
S: Nollie-Varial-Heelflip oder 360-Flip.

Welches Buch liegt aktuell auf euren Nachttischen?
A: The Politics of Design.
M: Mein Ipad.
S: Mein Macbook.

Welchen Kinofilm habt ihr zuletzt gesehen?
A: Blade Runner.
M: Macky Messer.
S: Bohemian Rhapsody.

Eure All-Time-Favorite-Movies?
A: Leon der Profi.
M: Casino.
S: Shawshank Redemption (Die Verurteilten).

Aktuell läuft auf euren Playlisten/euren Plattenspielern?
A: Gerry Rafferty – Right Down The Line.
M: Bowie.
S: Wand – Flying Golem.

Eure All-Time-Favorite-Songs?
A: Fleetwood Mac – Go Your Own Way.
M: David Bowie – Ziggy Stardust.
S: Fleet Foxes – Blue Ridge Mountain / Josh Pyke – Leeward Side.

Für welchen Verein schlägt euer Herz?
A: Meinen Onkels zur Liebe sage ich einfach mal: Fortuna.
M: Tierschutz Verein!
S: Meinen Schwiegereltern zur liebe sage ich mal: Fortuna.

Vielen Dank!

Text: Ole Spötter
Fotos: Kristina Fendesack
© THE DORF 2018

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