WEIRD SPACE CAFÉ FRIEDRICHSTADT

Seit Mai können alle Düsseldorfer:innen auch in Friedrichstadt besten Speciality-Coffee aus ganz Europa genießen. Das Weird Space Café gibt es nun auch auf der Hüttenstraße – mit einem entscheidenden Unterschied zum erfolgreichen Vorreiter in Unterbilk: In Friedrichstadt gibt es als Nachfolger des manko café + workspace ebenfalls einen Co-Working-Bereich. Dieser ist abgetrennt vom vorderen Bereich des Cafés und bietet die Möglichkeit, in entspannter Atmosphäre bei gutem Kaffee und gesunden Snacks zu arbeiten. Die Inneneinrichtung ist, ähnlich wie in der ersten Filiale, hell und minimalistisch; zwanglose Musik und ein kreatives Essensangebot laden sowohl zum Entspannen als auch zum Arbeiten ein. Wir haben mit Marcel Kühnemund, einem der drei Inhaber (gemeinsam mit Tim Frase und Cedric Brunner) gesprochen und mit ihm über sein neues Konzept geredet und darüber, was guten Kaffee für ihn ausmacht.

Im Gegensatz zu Eurem ersten Café in Bilk bietet Ihr an Eurem neuen Standort unter anderem einen Co-Working-Bereich an. Erzähl uns doch etwas darüber und was Eure Gäste dort erwartet. Wir haben uns dazu entschieden, im neuen Laden einen Co-Working-Space zu eröffnen beziehungsweise weiterzuführen, da das ja schon das vorherige Konzept vom manko café + workspace war, dessen Ladenlokal wir übernommen haben. Wir wollten das Konzept weiter aufgreifen und die Gäste, die dort gerne gearbeitet haben, weiter an diesem Ort willkommen heißen. Allerdings haben wir uns einige Änderungen überlegt, damit keine Bücherei-Stimmung im kompletten Laden aufkommt, wenn alle nur an ihren Laptops sitzen und arbeiten. Deswegen haben wir uns dazu entschieden, das Café aufzuteilen – vorne der Café-Bereich und der Co-Working-Bereich im hinteren Raum. Dort haben wir dann alles, was man zum Arbeiten braucht: viele Stromzugänge, frei zugängliches WLAN und kleine Snacks (Obst und Nüsse) für die Gäste. Es soll eben keine reine Workspace-Atmosphäre sein, sondern ein belebtes Café, in dem die Leute ihre Arbeit erledigen können.

Ihr habt nun bereits seit einigen Wochen geöffnet. Wie wird das neue Konzept angenommen und welches Feedback erhaltet Ihr? Der Co-Working-Space wird sehr gut angenommen, damit sind wir sehr zufrieden. Das funktioniert auch branchenübergreifend. Ich habe schon mit den verschiedensten Leuten gesprochen, die dieses Konzept für sich entdeckt haben und beim Arbeiten den Zugang zu gutem Kaffee und gutem Essen nutzen. Unsere Besucher:innen sind auch sehr durchmischt: Von Student:innen bis hin zu älteren Leuten, die schon voll im Berufsleben stehen, ist alles dabei.

Zusätzlich dazu habt Ihr auch das Essensangebot erweitert. Welche Neuheiten bietet Ihr jetzt an? Wir haben unser Essensangebot generell etwas umgestellt. Früher haben wir zum Großteil von regionalen Partner:innen zugekauft. Jetzt haben wir ein eigenes Küchenteam und produzieren die meisten unserer Speisen selbst. Dabei versuchen wir, schöne und kreative Sachen auf die Teller zu bringen. Wir haben zum Beispiel hausgemachte Sandwiches, wofür wir eigene Beläge herstellen, sowie fermentierte Sachen, besondere Cremes, selbstgebackene Cookies, Babka-Buns, hausgemachte Nussecken… Wir achten sehr auf Bio-Qualität und dass wir mit regionalen Partner:innen arbeiten. Bei uns gibt es keine Convenience, alles ist hausgemacht.

Hat sich etwas an Eurem Kaffeesortiment geändert? Tendenziell nicht. Wir bieten ja immer ausschließlich Speciality-Coffee aus ganz Europa an. Hier auf der Hüttenstraße haben wir jetzt einfach ein größeres Angebot, aber es sind zum Großteil Röstereien, die unsere Gäste schon aus dem ersten Café kennen.

Ihr legt großen Wert auf Regionalität. Woher bezieht Ihr Euren Kaffee und Eure Snacks? Hier in Düsseldorf arbeiten wir viel mit der Rösterei Schvarz und der Rösterei Lightroast zusammen. Dadurch, dass wir Röstereien aus ganz Europa beziehen, ist das natürlich nicht regional. Allerdings ist Kaffee nie regional. Von daher versuchen wir, das bei unserem Essensangebot zu berücksichtigen und arbeiten da regional und auch saisonal. Unser superleckeres Sauerteigbrot bekommen wir zum Beispiel von der Bulle Bäckerei. Außerdem versuchen wir, mit örtlichen Bauer:innen zusammenzuarbeiten.

Vor allem die Inneneinrichtung des neuen Cafés ist einzigartig. Woher kam die Inspiration dafür? Die Inneneinrichtung ist von uns selbst entworfen und umgesetzt. Wir haben wirklich alles in Eigenregie selbstständig renoviert und gebaut. Unsere Intention dahinter ist, dass wir möglichst wenig Ablenkung von guten Produkten haben wollen, sondern eher einen cleanen Look, wo unsere Kaffees und Speisen glänzen können. Allerdings wollten wir uns auch in unserem Einrichtungsstil weiterentwickeln. Deswegen haben wir weniger eckige, sondern mehr runde Formen gewählt, um dem Ganzen eine organischere Shape zu verleihen.

Mittlerweile eröffnen immer mehr Cafés in Düsseldorf. Wie siehst Du diese Entwicklung? Ich glaube, die Leute werden immer gerne in Cafés gehen. Wir sind in einer Umbruchphase, weil sich immer mehr Leute wirklich mit Lebensmitteln auseinandersetzen. Der Trend geht zur Nachhaltigkeit und das ist bei vielen Cafés leider oftmals noch nicht gegeben. Da ist in meinen Augen sehr viel Steigerungspotential. Die Gäste werden das auch fordern. Darum müssen sich alle Cafés, die es jetzt schon gibt und die neu aufmachen, an diesen neuen Standard halten. Dann werden alle damit ihren Erfolg feiern. Bei Cafés gibt es in meinen Augen keine wirkliche Konkurrenz. Je mehr gastronomisches Angebot es in der Stadt gibt, desto mehr Lebensqualität bietet sich auch. Ich persönlich würde mich freuen, wenn ein paar alteingesessene Cafés die Qualität anziehen würden und etwas nachhaltiger einkaufen und auch ihr Personal besser schulen würden. Da müssen wir hin.

Was macht guten Kaffee für Dich aus? Wie trinkst du ihn am liebsten? Guter Kaffee muss für mich nicht nur gut schmecken. Vom Anbau über den Einkauf bis zum Endprodukt muss jeder fair behandelt und bezahlt werden. Bei jeder Tasse, die man trinkt, sollte man wissen, dass niemand auf dem Weg dorthin schlecht behandelt wurde. Das versuchen wir auch, den Gästen hier im Café zu vermitteln. Ich persönlich trinke meinen Kaffee am liebsten pur, entweder als doppelten Espresso oder als Filterkaffee. Kaffee ist super vielfältig, es gibt klassischere Sorten, fruchtigere Sorten… Von daher kann ich nur jedem raten, nicht immer dasselbe zu bestellen, sondern ruhig mal nachzufragen, welche besonderen Sorten es gibt. Da haben wir bei uns im Café immer eine sehr große Auswahl und können ein breites Spektrum bedienen. Ich freue mich immer, wenn Leute zu uns kommen und etwas Neues ausprobieren wollen. So soll’s eigentlich sein.

Was bringt die Zukunft? Schwierige Frage… Wir hatten jetzt Glück, dass unsere zwei neuesten Projekte so gut funktionieren: sowohl das neue Café auf der Hüttenstraße als auch das Café in der Kunsthalle im Salon des Amateurs. Aktuell sind wir dabei, uns da erstmal einzufinden und zu schauen, wie das anläuft, sodass wir nicht wirklich Zeit haben, über die Zukunft nachzudenken. Woran wir auf jeden Fall immer arbeiten, ist es, unser Food-Konzept so modern und nachhaltig wie möglich zu halten und uns da weiterzuentwickeln. Man kann immer etwas verbessern und wir sind diesbezüglich auch stets offen für Vorschläge und Veränderungen.

Vielen Dank!

Weird Space Café 

Hüttenstraße 76
40215 Düsseldorf

Instagram • Facebook Website

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr
Samstag bis Sonntag 11 bis bis 18 Uhr

Zahlungsmöglichkeiten

Barzahlung, Kartenzahlung

Text: Valentina Görke
Fotos: Elisa Marie Schmidt
© THE DORF 2023

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