#11 SMALL-TALK, TERMINE & SONST SO, THERESA KALLRATH?

Seit sechs Wochen leben wir „social distancing“ – sechs Wochen, die das Leben in Düsseldorf komplett auf den Kopf gestellt haben. Wir fragen in unserer neuen Serie „SMALL-TALK, CORONA UND SONST SO?“ Düsseldorfer, wie hart sie von der Krise betroffen sind, was sie daraus gelernt haben und worauf sie sich „danach“ am meisten freuen.

Theresa Kallrath ist Absolventin der Kunstakademie Düsseldorf. Sie hat schwedisch-deutsche Wurzeln, ist aber schon seit einigen Jahren fest in Düsseldorf verortet. Ihre großformatigen, abstrakten Bilder leben von sehr viel Farbe. Wie bunt ihr Leben in den letzten Wochen war, verrät sie uns heute im Interview. www.kallART.de

1-2 Sätze zu Dir?
Hej! Ich bin Theresa Kallrath. Schwedisch-deutsche Künstlerin von großformatigen, knalligen, abstrakten Bildern – ohne die Farbe Schwarz. Als Absolventin der Kunstakademie Düsseldorf für Malerei, fühle ich mich seit einigen Jahren im „schönsten Dorf am Rhein“ angekommen.

Wie waren die letzten 5 Wochen für Dich?
Von anfänglicher Überwältigung bis gegenwärtigem Optimismus, waren sicher alle Gefühlslagen dabei. Zum Glück in bester Unterstützung des guten Wetters, Fokussierung und neugewonnener Zeit fürs kreative Schaffen  fällt es mir nun leicht, ein positives Mindset beizubehalten.

Wie betroffen bist du wirtschaftlich und persönlich?
Partnergalerien, Ausstellungen, Messen oder Kooperationen haben geschlossen bzw. wurden verschoben. Die Vorbereitungen des Winters und die Vorfreude, seine neusten Werke endlich dem breiten Publikum vorstellen zu können, waren plötzlich dahin. Schnelles und konstruktives Umdenken waren dann die Devise. Es freut mich, dass die Mühen sich trotz allen Umständen positiv auswirken.

Was hat sich geändert? 
Vieles hat sich nun aufs Mediale verschoben: was vorher im Museum oder in der Galerie analog ausgerichtet wurde, wird nun digital in Szene gesetzt. Der Streukreis bzw. Multiplikator sozialer Kanäle erscheint mir als zeitgemäße Alternative zum klassischen Kunstgeschäft. Auch die junge Generation kann hier unaufwendig in den Sog der Düsseldorfer Kunstszene gerissen werden. Das gefällt mir und motiviert mich täglich aufs Neue, meine Follower auf dem neusten Stand der (Kunst-) Dinge zu halten (#staybunt).

Was können wir aus der Krise mitnehmen?
An der Entschleunigung bzw. (Verkehrs-) Ruhe finde ich täglich mehr Gefallen. Wenn ich nun morgens über die Rhein-Knie-Brücke jogge, stauen sich plötzlich keine Autos mehr, sondern es bieten sich herrliche Landschaftsaufnahmen der Rheinwiesen – die man förmlich hören kann. Es scheint als lerne man Düsseldorf nun von seiner stillen Seite kennen.

Welcher Lieferservice hat Dich in den letzten Wochen glücklich gemacht?
Jeden Gang an der frischen Luft koste ich liebend gern aus: daher bin ich glücklich, meine Nachbarschaft persönlich zu besuchen – morgens ein Cappuccino im Café Lemonade, mittags das Kontor auf der Hohen Straße und abends hab ich nun auch das Kochen für mich entdeckt (gerne auch in doppelter Menge und dann stelle ich  eine Portion Essen meiner Nachbarin vor die Tür).

In welches Restaurant gehst du als erstes, wenn die Krise vorbei ist?
Fridas und auf einen Absacker in den Seifenhorst.

Worauf freust Du Dich am meisten, wenn Normalität eingekehrt ist?
Meine Freunde in die Arme zu schließen, gemeinsam am Paradiesstrand zu grillen, tanzend Open Air bei den Strandpiraten, schwimmen im Löricker Freibad und natürlich: alle verpassten Ausstellungen in den Galerien und Museen persönlich zu besuchen. Denn so hilfreich auch die digitale Welt sein kann, sie ersetzt niemals das Gefühl etwas „Life in Farbe“ zu erleben.

Vielen Dank!

(c) THE DORF, 2020
Foto: Theresa Kallrath

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