Aylin Celik

Name: Aylin Celik
Alter: 24
Geburtsort:
Salzgitter
Beruf: Musikerin und Autorin
Gelernter Beruf: Ich studiere Germanistik und Soziologie

Wer schon mal im zakk auf einem Poetry Slam war, dem kommt ihr Gesicht sicher bekannt vor: Aylin Celik ist Slam-Poetin aus Düsseldorf – und das schon ziemlich lang und vor allem ziemlich erfolgreich: Sie stand schon zweimal im Halbfinale der deutschsprachigen U20-Slam-Poetry-Meisterschaften und ist viel auf den deutschsprachigen Slam-Bühnen unterwegs. Ihre Texte sind gesellschaftskritisch, ironisch und gefühlvoll. Es geht um aktuelle politische Themen und Krisen: Rassismus und Sexismus – Diskriminierung an sich. 

Anders sehen ihre Themen aus, wenn sie Musik macht. Denn: Aylin Celik ist nicht nur als Slam-Poetin unterwegs, sondern auch als Sängerin. Anfang letzten Jahres hat sie ihre erste EP “Avoid” herausgebracht – die Songs darauf bewegen sich zwischen Indie, R&B und Soul. Ihre Texte dort sind persönlicher, wie sie selber sagt. Sie beschäftigen sich mit erlebten oder fiktiven Momenten – roher und gefühlslastiger. Anfang 2021 soll ihr erstes Album rauskommen. Sobald es wieder möglich ist, soll es dann auch auf Tour gehen: “Ich möchte einfach wieder auf die Bühne und Konzerte spielen”, so Aylin. Bis dahin nehmen wir uns Zeit, um sie noch ein bisschen besser kennenzulernen. 

Für Leute, die Dich und Deine Musik nicht kennen, wie würdest Du Deinen Musikstil  beschreiben? Meine Musik ist eine Mischung aus R&B, Pop und elektronischen Sounds. Ich kann meine  Songs bisher in kein Genre zu ordnen. 

Wie bist Du zur Musik gekommen und wann hast Du damit angefangen? Meine Mutter hat viel Musik gehört als ich klein war. Missy Elliot, TLC, TuPac. Ich hab dann irgendwann angefangen mitzusingen und zu tanzen, meine eigene Gitarre bekommen und einfach drauf los gelegt. 

Welche Musiker haben Dich geprägt und inspiriert und tun es noch heute? Geprägt haben mich vor allem Bands wie Billy Talent und Panic At The Disco, das spiegelt sich aber nicht spezifisch in meiner Musik wider. Mein Musikgeschmack hat sich über die Jahre verändert und ist vielfältiger geworden, aber meine größte Inspiration ist Hayley Williams. Krasse Powerfrau, in ihrer Musik als auch auf der Bühne.

Du bist Slam-Poetin und Musikerin – wie ähnlich oder wie verschieden sind beide Kunstformen für Dich? Beide Kunstformen sind lyrisch für mich. Die Songtexte sind auf Englisch und fallen kürzer aus als meine Poetry Slam Texte. Was sie außerdem verbindet sind in gewisser Weise die Rhythmik der Texte und der Performance. Meine Poetry-Slam-Texte sind jedoch viel  politischer und gesellschaftskritischer als meine Songs. Außerdem habe ich bei der Musik die Möglichkeit viel kreativer zu sein, weil zu einem Song viel mehr gehört als der Text und die Performance. Da spielen die Instrumente und das Arrangement natürlich eine riesige Rolle. 

Wenn Du Musik machst, steht für Dich da auch das Wort – wie beim Slam – im Mittelpunkt oder Melodie/Harmonien? Ich würde sagen es ist eine Wechselwirkung aus beiden Komponenten. Meistens steht bei mir aber die Melodie zuerst und dann kommt der Text dazu. Es gibt Lieder, bei denen das Instrumental etwas unaufgeregter ist, weil der Text im Mittelpunkt steht, meistens ist es aber eher eine Mischung. 

Welche Themen behandelst Du in Deinen Songs – und welche in Deinen Slams? Meine Poetry Slam Texte sind eher politisch, gesellschaftskritisch und etwas ironisch. Da  beschäftige ich mich meistens mit Themen wie Sexismus, Diskriminierung, Rassismus und aktuellen politischen Themen und Krisen. Meine Songs sind persönlicher und können auch fiktiv sein oder erzählen von erlebten Momenten. Hier sind die Texte etwas roher und gefühlslastiger, mit etwas mehr Biss. 

Was steht als nächstes bei Dir an? Alben, Bücher, Touren – an welchem Output arbeitest Du gerade? Ich war Anfang 2020 als Vorband von Jason Bartsch unterwegs. Dann kam die Pandemie. Die  Tour wird aber vorausichtlich im September 2021 fortgesetzt. Abgesehen davon arbeite ich gerade an meinem ersten Album, was voraussichtlich im Frühling erscheint und ich bin schon doll aufgeregt deswegen! Ich hoffe bald sind Kunst und Kultur wieder möglich. Ich möchte einfach nur wieder auf die Bühne und Konzerte spielen.

Was vermisst Du wenn Du auf Tour bist? Mein Bett auf jeden Fall.  

Was schätzt Du an Düsseldorf? Es gibt hier die Möglichkeit in das Großstadtgefühl einzutauchen, aber gleichzeitig die Ruhe am Rhein in Kaiserswerth zu genießen. 

Den besten Kaffee gibt es… Im Café Süße Erinnerung in Bilk. 

Deine Lieblingsroute zum Spazierengehen, Schlendern, Kopf-Frei-Kriegen: Der Rheinweg, der von Wittlaer nach Kaiserswerth führt. 

Drei Plätze in Düsseldorf, die Du Deinen Gästen unbedingt zeigen musst: Kaiserpfalz, Altstadt, Kaiserswerth 

Wo verbringst Du am allerliebsten einen gemütlichen Abend mit Freunden oder der Familie? Zuhause oder im Sommer am Rhein oder im Park. 

Eine ganz besondere, erinnerungswürdige Nacht in Düsseldorf hast Du wo verbracht? Wahrscheinlich gab es einige in Kaiserswerth am Rhein. 

Dance the night away! Getanzt wird hier: Ich gehe leider überhaupt nicht in Düsseldorf feiern. 😀 

Was vermisst Du an der Stadt, wenn Du nicht in Düsseldorf bist? Meine Freunde und das Gefühl von zuhause. 

Könnte man Düsseldorf essen, schmeckt es nach… Ich verbinde Düsseldorf immer mit asiatischem Essen, weil die asiatische Kultur hier sehr groß und vielfältig verbreitet ist. 

Was liebst Du am meisten an Düsseldorf? Es gibt viele Orte, die ich mag, aber am meisten inspiriert mich der Stadtteil Kaiserswerth. Es gibt so viel Historisches zu entdecken. 

Was hasst Du am meisten an Düsseldorf? Arroganz. Das gilt als Vorurteil für Menschen, die aus Düsseldorf kommen, aber ich bin leider tatsächlich noch nie so viel mit Arroganz konfrontiert worden wie hier. 

Gibt es Plätze oder Orte in der Stadt, die Dich in Deinem Job inspirieren? Ich glaube es gibt keine spezifischen Orte, sondern eher Momente, die ich beobachte. Zum Beispiel Konversationen in der Bahn, das Interagieren von Menschen. 

Der beste Ort, um Leute zu beobachten? Die Rheinbahn. 

Nach welchen Regeln stylst Du Dich? Was geht gut und was geht gar nicht? Ich habe keine bestimmten Regeln, ich trage einfach das, was mir gefällt. 

Was ist Dein Lieblingsessen? Alles, was mit Brokkoli und Reisnudeln zu tun hat. 😀 

Wo oder wobei kannst Du am besten entspannen? Am besten entspannen kann ich bei einer Tasse Tee und einer guten Serie oder beim Quatschen mit Freunden.

Dein Lieblingsreiseziel ist? New York. 

Welches Buch liegt aktuell auf dem Nachttisch? Momentan liegen da meine ganzen Uni-Texte über Konsum und soziale Strukturen, also keine schönen Lektüren. 

Welchen Kinofilm hast Du zuletzt gesehen? Ich glaube, das war im Sommer im Autokino und wir haben Gemini Man geguckt.

Dein All-Time-Favorite-Movie? Lemony Snicket – Rätselhafte Ereignisse. Könnte ich noch 100 Mal gucken. 

Aktuell läuft auf Deiner Playlist/Deinem Plattenspieler? Lieder von Nathy Peluso, Billie Eilish, Anderson Paak und Hayley Williams. 

Dein All-Time-Favorite-Song? Oh Gott – da gibt es so viele. Ein Song, der mich immer kriegt, wenn er im Radio läuft ist „I  Write Sins Not Tragedies” von Panic At The Disco. Keine Ahnung wieso. 

Danke Dir!

Text: Meike Glass
Fotos: Larissa Krumrey & Damien Haak

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