Sonneundsolche

Name: Antonia Rodrian
Alter: 31
Beruf: Künstlerin
Gelernter Beruf: Künstlerin
Geburtsort: Essen

Name: Pia Krajewski
Alter: 31
Beruf: Künstlerin
Gelernter Beruf: Künstlerin
Geburtsort: Köln

Name: Antonia Freisburger
Alter: 30
Beruf: Künstlerin
Gelernter Beruf: Künstlerin
Geburtsort: Starnberg

sonneundsolche.com

Vor etwa vier Jahren haben Antonia Rodrian, Pia Krajewski und Antonia Freisburger ihren Abschluss an der Kunstakademie Düsseldorf absolviert und sind seitdem im Ausstellungsraum sonneundsolche auf der Birkenstraße in Flingern zu finden. sonneundsolche ist Gemeinschaftsatelier und Off-Space zugleich. Damit haben die drei Künstlerinnen ein Konzept entwickelt, das es zulässt, ihrer eigenen Kunst nachzugehen und ebenso anderen Kunstschaffenden einen Raum zu bieten, wo sie ihre Kunst präsentieren können. Der Off-Space sonneundsolche eröffnet jungen Künstler*innen Möglichkeiten auf Austausch und gegenseitige Unterstützung im Netzwerk. Im Interview erzählen die drei Initiatorinnen, wie es zu dem Konzept kam und welche Erfahrungen und Erkenntnisse sie seitdem gemacht haben.

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Wie kam es zu dem Ausstellungsraum auf der Birkenstraße und wofür steht sonneundsolche? Wir waren eigentlich auf der Suche nach einem Atelier. Dann sind wir auf die Räumlichkeit in der Birkenstraße gestoßen. Damit haben wir ein Gemeinschaftsatelier und einen Ausstellungsraum zugleich gefunden und eröffnet. Zu der Räumlichkeit gehört die Schaufenster-Vitrine vorne an der Straße. Uns war direkt klar, dass wir hier einen Ausstellungsraum entstehen lassen wollen, allein um dieser Vitrine gerecht zu werden. sonneundsolche war ein spontaner Name. Vielleicht steht er für die Andersartigkeit in Personen und Ausstellungen. Damit ist eine Art Offenheit gemeint, mit der wir in unserem Raum Künstler*innen begegnen. 

Was hat Euch angetrieben, den Raum zu eröffnen? Der Raum selbst hat uns dazu angetrieben. Wir wollen jungen Menschen, die in ähnlichen Situationen stecken, wie wir, eine Plattform geben, ihre Kunst zu präsentieren. So können wir Kunstschaffende unterstützen und haben selbst auch einen Austausch mit anderen jungen Künstler*innen. 

Was ist Euer Anspruch und macht Eure Andersartigkeit aus? Das Besondere ist eindeutig die Vitrine. Passant*innen gehen in ihrem Alltag daran vorbei und bekommen so nebenbei einen Einblick in die Kunst. Oft erschaffen die Künstler*innen speziell für unsere Vitrine neue, ortsspezifische Arbeiten. Und einige Künstler*innen haben hier ihre ersten Einzelausstellungen, da der Raum aufgrund seiner Kompaktheit sich so gut dafür eignet. Uns ist es auch sehr wichtig eine Atmosphäre zu schaffen, in der man sich als Gemeinschaft versteht und sich miteinander solidarisiert. 

Wie wählt ihr die Künstler*innen aus, die Ihr ausstellt? Mittlerweile schicken uns viele Künstler*innen Bewerbungen per E-Mail. Diejenigen, die uns gefallen, kommen in die engere Auswahl. Ein Teil der Ausstellenden haben eine Verbindung zu unserem Netzwerk. Und wir stoßen auch im Internet auf Künstler*innen, die wir toll finden und denen wir gerne den Raum zur Verfügung stellen wollen und laden sie ein. 

Ihr seid zu dritt – fällt Ihr Eure Entscheidungen demokratisch? Wir sind uns schnell einig und müssen nie abstimmen. Wir suchen einen gemeinsamen Konsens und verifizieren, ob alle einverstanden sind. Das ist meistens der Fall. 

Ihr seid Absolventinnen der Kunstakademie Düsseldorf, seid Ihr momentan in eigenen Kunstprojekten involviert? Durchgehend! Wir sind hauptsächlich Künstler*innen. sonneundsolche ist ein nebenher laufendes Projekt. Jede von uns hat seine eigenen individuellen Projekte, denen wir hier im Atelier nachgehen.

Als Künstlerinnen und Betreiberinnen eines Ausstellungsraums habt ihr einen Rund-um-Blick auf die Kunst-Branche und steht sowohl auf der Künstler*innen-Seite als auch auf der der Ausstellenden. Inwiefern kommt diese beidseitige Arbeit und das dazugehörige Wissen Eurem Ausstellungsraum zugute? Wir wissen aus eigener Erfahrung, worauf es beim Ausstellen ankommt und was Künstler*innen dabei benötigen. Daher versuchen wir besonders auf die Wünsche einzugehen und den Künstler*innen möglichst viel zu bieten. Das kommt natürlich den Künstler*innen zugute, aber uns auch. Wir sammeln Erfahrungen und unser Netzwerk wächst. Wir lernen neue Leute kennen, was in der Kunstbranche sehr wertvoll ist. 

Welche Orte sucht ihr auf, um künstlerisch inspiriert zu werden? Alle Orte, nur nicht die Realität.

Vielen Dank!

Text: Franka Büddicker
Fotos: Sabrina Weniger
© THE DORF 2021/22

English version:

Name: Antonia Rodrian
Age: 31
Profession: Artist
Professional education: Artist
Place of birth: Essen

Name: Pia Krajewski
Age: 31
Profession: Artist
Professional education: Artist
Place of birth: Köln

Name: Antonia Freisburger
Age: 30
Profession: Artist
Professional education: Artist
Place of birth: Starnberg

sonneundsolche.com

About four years ago, Antonia Rodrian, Pia Krajewski and Antonia Freisburger graduated from the Düsseldorf Kunstakademie and have since been working in the exhibition space sonneundsolche on Birkenstraße in Flingern. sonneundsolche is a communal studio and off-space at the same time. The three artists have thus developed a concept that allows them to pursue their own art and also offers other artists a space where they can present their art. The off-space sonneundsolche provides young artists with opportunities for exchange and mutual support in a network. In this interview, the three initiators tell us how the concept came about and what experiences and insights they have had since then. 

How did the exhibition space on Birkenstraße come about and what does sonneundsolche stand for?
We were actually looking for a studio. Then we came across the space on Birkenstraße. We found and opened a shared studio and exhibition space at the same time. The showcase at the front of the street belongs to the space. It was immediately clear to us that we wanted to create an exhibition space here, if only to do justice to this showcase. 

sonneundsolche was a spontaneous name. Perhaps it stands for the otherness in people and exhibitions. It refers to a kind of openness with which we encounter artists in our space. 

What drove you to open the space? The space itself drove us to do it. We want to give young people who are in similar situations to us a platform to present their art. This way we can support artists and have an exchange with other young artists ourselves. 

What is your claim and what makes you different? The showcase is definitely special. Passers-by walk past it in their everyday lives and get a glimpse of the art. The artists often create new, site-specific works especially for our showcase. And some artists have their first solo exhibitions here, because the space is so well suited for this due to its compactness. It’s also very important to us to create an atmosphere of community and solidarity. 

How do you choose the artists you exhibit? Meanwhile, many artists send us applications by e-mail. The ones we like are shortlisted. Some of the exhibitors have a connection to our network. And we also come across artists on the internet who we think are great and to whom we would like to make the space available and invite them. 

There are three of you – do you make your decisions democratically? We agree quickly and never have to vote. We look for a common consensus and verify if everyone agrees. That is usually the case. 

You are graduates of the Düsseldorf Kunstakademie, are you currently involved in your own art projects? All the time! We are mainly artists. sonneundsolche is a side project. Each one of us has her own individual projects that we pursue here in the studio. 

As artists and operators of an exhibition space, you have an all-round view of the art industry and are on both the artists’ and the exhibitors’ side. How does this mutual work and knowledge benefit your exhibition space? We know from our own experience what is important when exhibiting and what artists need. That’s why we try to be particularly responsive to the artists’ wishes and offer them as much as possible. This benefits the artists, of course, but also us. We gain experience and our net- work grows. We get to know new people, which is very valuable in the art industry. 

What places do you go to for artistic inspiration? All places except reality. 

THE DORF • THE MAG is part of the #urbanana project by Tourismus NRW

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